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Kritik: Blues Brothers 2000 (1997)


Vermutlich ist es den meisten der nicht eben zahlreichen amerikanischen Besuchern des Blues Brothers Sequels in etwa so gegangen wie mir: Etwas ratlos läßt man die erste Rolle über sich ergehen, schaut auf die Uhr und denkt sich "so jetzt könnts aber mal langsam losgehen". Aber Vorsicht, die erste Viertelstunde dieses filmischen Desasters ist noch die akzeptabelste. Was folgt sind anderthalb Stunden in denen eine quälende Peinlichkeit in die nächste übergeht. Das beste was sich über "Blues Brothers 2000" sagen läßt, ist, daß Dan Aykroyd in den letzten 18 Jahren seit dem ersten Teil kaum gealtert ist. Und selbst ihm das zu gönnen fällt nicht so ganz leicht, ist er doch nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Co-Autor an dem Machwerk beteiligt.

Obwohl es schwerfällt, jetzt ein paar Sätze zum Inhalt: 18 Jahre hat Elwood Blues im Knast abgesessen. Jahre, in denen sich die Welt draußen verändert hat. Das merkt er schon daran, daß ihn sein alter Kumpel Jake nicht beider Entlassung abholt. Kann er gar nicht, da er nicht mehr unter den Lebenden weilt. Im Waisenhaus, in dem Elwood und Jake aufgewachsen sind, macht ihn seine Ziehmutter Schwester Mary mit weitere schmerzlichen Verlusten vertraut. Dafür gibt sie ihm den 10jährigen Buster an die Hand, der dringend väterliche Führung braucht. Die beiden begeben sich auf die Suche nach alten Kumpanen, mit denen Elwood die Blues Brothers Band reaktivieren will.

Natürlich geht von Anfang an etliches schief. Aber jede Menge Krawall mit Polizei und Russenmafia am Hals heben eher Elwoods Stimmung. Hier weiß er sich in seinem Element. Als schließlich zumindest in weiten Teilen die Combo wieder beisammen ist, gehts ab in Richtung Süden. Bei einem Blueswettbewerb in Louisiana gilt es Ruhm, Ehre und Preisgeld einzufahren.
So weit so gut. Wie nun aber der für diese Fortsetzung durchaus naheliegende Plot zur Umsetzung kommt, das spottet jeder Beschreibung. Allein schon, daß uns hier permanent zweitklassige Mainstream-Mucke als Quintessenz des Blues verkauft ist ein starkes Stück. Und daß die zahlreichen Musikeinlagen auch noch mit gnadenlos affigen Mätzchen und Hampeleien, die witzig sein sollen, aufgepeppt wurden, nervt bis zum Abwinken.Letztlich wird hier eine Musikrichtung und ihre Interpreten diskreditiert.

Schade und unverständlich, daß sich so ein exzellenter Darsteller (der bekanntlich auch eine originelle Type ist) wie John Goodman für diesen Schmonzes hergegeben hat. Der Actiongehalt des Films erschöpft sich übrigens darin, daß über mehrere Minuten Dutzende von Polizeiautos ineinander rasen. Das hatten wir wahrlich schon, freilich selten so uninspiriert gefilmt.

Fazit: Wer vor 2 Jahren dachte, mit Carpenters lächerlicher Fortsetzung der "Klapperschlange" wäre der definitiv trostlose Tiefpunkt des Sequelwahns erreicht, der wird hier eines besseren belehrt.




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