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Die Jagd - Hauptplakat
Die Jagd - Hauptplakat
© Central Film © Wild Bunch

Die Jagd - Dänische Filme - Top 5

Feature zum Kinostart von "Die Jagd" am 28. März

Dänische Filmemacher schaffen es immer wieder, mit ihren Filmen internationale Aufmerksamkeit zu erregen. Ein besonderes Gespür für die Seelenlage ihrer Protagonisten, bitterböser schwarzer Humor und der unerschütterliche Glaube an den Silberstreif am Horizont lassen die Werke aus dem kleinen skandinavischen Land immer wieder aus der Masse herausstechen. Das Spektrum reicht dabei von Drama über Thriller und knallharte Actionfilme bis hin zur leichtfüßigen Komödie. Hier sind ein paar der herausragenden Beispiele für dänisches Qualitätskino:

In der Komödie "Adams Äpfel" (2005) lässt der dänische Regisseur Anders Thomas Jensen („Blinkende Lichter“, „Dänische Delikatessen“) unterschiedliche Lebenswelten und -ansichten aufeinanderprallen. Der gutmütige Pfarrer Ivan (Mads Mikkelsen) hat es sich zur Aufgabe gemacht in seinem Gotteshaus Straffällige zu resozialisieren. Ivan nimmt sich der Probleme des Skinheads Adam (Ulrich Thomsen), des Alkoholikers und Vergewaltigers Gunnar (Nicolas Bro) und des arabischen Tankstellenräubers Khalid (Ali Kazim) an. Ivans Gutgläubigkeit treibt Neonazi Adam in den Wahnsinn und er versucht Ivan zu bekehren. Bald müssen beide erkennen, dass sie im Ringen um die je eigene Wahrheit nicht vorankommen und, dass das Gute nicht ohne den Bösen existieren kann. Ob Adam und Ivan, was ihre Ansichten betrifft, auf einen grünen Zweig kommen, lässt der Regisseur Jensen bis zum Schluss geschickt offen.

Mit seinem Debütfilm "Nachtwache" (1994) erzielte Regisseur Ole Bornedal („Mimic – Angriff der Killerinsekten“, „Possession – Das Dunkle in Dir“) einen großen Kinoerfolg in seinem Heimatland Dänemark. Im Film jobbt der Student Martin (Nikolaj Coster-Waldau) als Nachtwächter in der gerichtsmedizinischen Abteilung eines Kopenhagener Krankenhauses. Zur selben Zeit treibt ein Serienmörder in Kopenhagen sein Unwesen, dessen Opfer alle bei Martin in der Pathologie landen. Durch mysteriöse Zwischenfälle wird Martin als Mörder verdächtigt und muss seinen Freunden und Polizeiinspektor Wörmer seine Unschuld erst beweisen. Aufgrund des Kinoerfolges in Dänemark drehte Regisseur Ole Bornedal ein Hollywood-Remake des Horror-Thrillers. Mit „Freeze – Alptraum Nachtwache“ (1997) versuchte er an die Erfolge des Originals anzuknüpfen. Obwohl Hollywood Schauspieler wie Ewan McGregor und Nick Nolte mitwirkten, blieb Ole Bornedal der Durchbruch mit dem englischsprachigen Remake verwehrt.

Für das Drama "In einer besseren Welt" (2011) wurde Regisseurin Susanne Bier („Open Hearts“, „Brothers – Zwischen Brüdern“) mit dem Auslands-Oscar 2011 ausgezeichnet. Das Drehbuch schrieb Bier zusammen mit Anders Thomas Jensen, ihre bereits vierte Zusammenarbeit. „In einer besseren Welt“ erzählt die Geschichte zweier Familien: Anton (Mikael Persbrandt) arbeitet als Arzt mehrere Monate in einem afrikanischen Krisengebiet. Zu Hause in Dänemark ist die Ehe mit seiner Frau Marianne (Trine Dyrholm) nach seinem Seitensprung so gut wie gescheitet. Ihr Sohn Elias (Markus Rygaard) wird zudem in der Schule gemobbt. Er verbündet sich daher mit dem Außenseiter Christian (William Jøhnk Nielsen). Da ihre Eltern die Augen vor der Gewalt, der die beiden Jugendlichen durch ihre Mitschüler ausgesetzt sind, verschließen, nehmen Elias und Christian ihr Schicksal selbst in die Hand. Regisseurin Bier lässt das Ende nicht offen, sondern beantwortet die im Film aufgeworfenen Grundfragen: die Ursache von Gewalt liegt im Verlust von Halt im Leben und Halt in der Familie.

Was Gewalt mit einer Familie anrichtet zeigt auch der renommierte Dogma-Film "Das Fest" (1999) von Thomas Vinterberg. Der Mitbegründer der revolutionären Dogma 95-Bewegung sorgte mit dem Drama weltweit für Aufsehen und wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Spezialpreis der Jury beim Filmfestival von Cannes, ausgezeichnet. Vinterberg inszeniert mit „Das Fest“ eine Familienfeier, die als freudiges Ereignis beginnt, aber dann in einem Alptraum endet. Hotelier Helge Klingenfeldt-Hansen (Henning Moritzen) feiert seinen 60. Geburtstag mit der gesamten Verwandtschaft in einem idyllischen Landgasthof. Bei einer Bankettrede offenbart sein ältester Sohn Christian (Ulrich Thomsen), dass er und seine Geschwister von ihrem Vater missbraucht wurden. Christian macht seinen Vater auch für den Tod seiner Schwester verantwortlich, zudem beschuldigt er seine Mutter nichts gegen die Gräueltaten unternommen zu haben. Helge leugnet die Anschuldigungen und versucht die Glaubwürdigkeit seines Sohnes Christian zu zerstörten, jedoch erfolglos.

Mit seinem siebten Spielfilm "Die Jagd" (2012) legt Regisseur Thomas Vinterberg das ebenso packende und hoch spannende wie bewegende Drama einer Hexenjagd vor. Vinterberg kann sich dabei ganz auf seinen herausragenden Hauptdarsteller verlassen: den dänischen Schauspieler Mads Mikkelsen („Casino Royale“). Nach einer schwierigen Scheidung hat der 40-jährige Lucas eine neue Freundin, einen neuen Job als Kindergärtner und er befindet sich mittendrin, die Beziehung zu seinem Sohn Marcus wieder herzustellen. Doch die Dinge gehen schief. Nur eine Geschichte – eine zufällige Lüge, die sich wie ein Virus verbreitet. Der Schock und das Misstrauen geraten außer Kontrolle, und die kleine Gemeinde findet sich plötzlich in einem kollektiven Zustand der Hysterie. Die Hexenjagd beginnt. Die Jagd wurde bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2012 mit dem Preis für den Besten Darsteller sowie mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. Außerdem gewann der Film den Europäischen Filmpreis für das Beste Drehbuch und wurde in vier weiteren Kategorien nominiert.

Die Jagd kommt am 28. März 2013 in die Kinos.


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