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American Sniper mit Bradley Cooper
American Sniper mit Bradley Cooper
© Warner Bros. Pictures

Vorschau auf das US-Kinowochenende: Leichte Beute für "American Sniper"

Böse Bauchlandung für Johnny Depp?

"American Sniper" erhält an diesem Wochenende Opfer, keine Gegner. Die drei Neustarter "Mortdecai", "The Boy Next Door" und "Strange Magic" - allesamt mit abgrundtief miesen Kritiken belastet - werden dem Sensations-Spitzenreiter vom letzten Wochenende nicht gefährlich werden können. Selbst wenn Clint Eastwood's Drama die Hälfte seiner Zuschauer vom Premierenwochenende einbüßen sollte, hieße das immer noch: 45 Millionen Dollar. Und davon können die Premieren nur träumen.

Unter der Woche zeigte "American Sniper" keine Schwäche, so dass Warner Brothers die Kinozahl für das Wochenende sogar noch um 150 Kinos von 3555 auf 3705 erhöhten. Damit ist der für acht "Oscars" nominierte Streifen mit Bradley Cooper der mit Abstand am meisten gezeigte Film Nordamerikas und stellt einen weiteren Rekord auf: Noch nie war ein Film mit der Altersbeschränkung "R - Restricted" (also für Jugendliche unter 17 Jahren de facto kaum sehbar) in so vielen Filmtheatern zu sehen. Analysten erwarten ein Einspiel bis zu 60 Millionen Dollar.

Walt Disney Pictures haben 3020 Leinwände für ihren Animationsfilm "Strange Magic" geordert. In der Pressekampagne fehlt der Hinweis auf "Walt Disney" völlig, was Schlimmes befürchten lässt. Der Film "aus der Phantasie von George Lucas" scheint eher auch wegen vertraglicher Verpflichtungen aus dem Deal mit Lucas in die Lichtspielhäuser zu kommen. Die Geschichte um Elfen und Waldgeister - laut Ideengeber Lucas im Stil von William Shakespeare's "Ein Mittsommernachtstraum" - erinnert an den Zeichentrickfilm "Epic" von 2013, der 20th Century Fox immerhin 107 Millionen Dollar in Nordamerika einbrachte. Solche Zahlen erwartet hier niemand. Das Marketing gilt als verpatzt (man weiß absolut nicht, was da vor sich geht), die erste Mundpropaganda ist schlecht und die Kritiken - wie oben angedeutet - phantastisch mies. Zwar sei der Film schön anzuschauen, aber ansonsten sei "Strange Magic" sicherlich seltsam, aber kaum magisch. Kritiker Bruce Kirkland geht sogar so weit zu behaupten, dass "der Film sich sofort als einer der trostlosesten Animationsfilme qualifiziert, die je unter der Disney-Schirrmherrschaft veröffentlicht worden sind". Branchenkenner rechnen mit nur sechs Millionen Dollar Umsatz am Wochenende.

Übel sind auch die Aussichten für "Mortdecai - Der Teilzeitgauner", die Komödie mit Johnny Depp und Gwyneth Paltrow um einen Kunsthändler, der zum Kunstdieb wird. Lionsgate Films bringen den Streifen, der auf einer Romanreihe des britischen Autoren Kyril Bonfiglioli aus den Siebzigern beruht, mit 2648 Kopien unter das Volk. Erwartet werden im Bestfall 15 Millionen Dollar für die Klamotte, die mehr auf Depp's Schnurrbart als auf gute Gags zu setzen scheint. Realistischer erscheinen Analysten aufgrund der schon nicht besonders witzigen Trailer, der grausigen Mundpropaganda und Kritiken, die zu den negativsten gehören, die Depp je in seiner Karriere erhalten hat (das Wort "Todesmarsch" fällt mehrfach), sogar nur acht bis zehn Millionen Dollar Einspiel. Für den Star wäre das nach "Transcendence", "Lone Ranger", "Dark Shadows" und "The Rum Diary" der nächste gigantische Flop in Serie. Man muss schon ins Jahr 2011 zurückgehen, um mit "Pirates of the Carribean - Fremde Gezeiten" einen Erfolgsfilm des 51-Jährigen zu finden. Kein Wunder, dass "Pirates of the Carribean 5" in Planung ist...

Dritter im Bunde ist "The Boy Next Door", mit der ein Star ins Kino kommt, der zuletzt in den Jurys von TV-Casting-Shows gestrandet war: Jennifer Lopez. Bis Mitte der nuller Jahre hatte die Sängerin auch im Kino gute Erfolge mit Streifen wie "Manhattan Love Story" oder "Das Schwiegermonster". Nachdem sie für die zweite Hälfte des Jahrzehnts aus den Kinos verschwunden war, tauchte sie seit 2010 immer mal wieder auf - ohne große Resonanz beim Publikum. "The Boy Next Door" dürfte wenig daran ändern. Für den Thriller um eine Frau, die sich mit einem Teenager - der von dem 27 Jahre (!) alten Ryan Guzman verkörpert wird - einlässt, welcher sich als Psychopath und Stalker entpuppt, gilt das Gleiche wie für die anderen beiden Neustarter: Keine besonders aufregenden Trailer, schlechte Mundpropaganda und negative Kritiken. "Nicht mal so schlecht, dass er wieder gut ist", lautet der Konsens der Rezensenten. Zum Glück haben sich Universal Pictures die Produktion, die in 2602 Kinos startet, nur vier Millionen Dollar kosten lassen, so dass das prognostizierte Einspiel von bis zu 18 Millionen Dollar das Ganze schon am Eröffnungswochenende profitabel werden lassen könnte. Vorsichtigere Schätzungen liegen allerdings bei nur neun Millionen Dollar - und dann sieht das Ganze schon wieder anders aus.



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