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George Kennedy
George Kennedy
© Warner Home Video

George Kennedy mit 91 Jahren gestorben

"Oscar"-Gewinner und "Nackte Kanone"-Star

Er war ein bulliger Bösewicht in "Charade", "Mirage" ("Die 27. Etage") oder "Cool Hand Luke" ("Der Unbeugsame"), der allzeit alles reparierende Mechaniker in den "Airport"-Filmen, die Nemesis der Familie Ewing in der Fernsehserie "Dallas" oder der liebenswert ahnungslose Polizeichef in den "Naked Gun"-Streifen ("Die nackte Kanone"). Nun ist George Kennedy gestern im Alter von 91 Jahren in einem Hospiz in Middleton im US-Bundesstaat Idaho verstorben, wie sein Enkel "The Hollywood Reporter" bestätigt hat. "Er war ein großartiger Mensch, der seine Familie und seine Fans liebte", erklärte Cory Schenkel. Im September war George's Frau Joan gestorben.

Kennedy wurde am 18. Februar 1925 in New York City geboren. Seine Mutter war Ballettänzerin, sein Vater ein Musiker und Dirigent. Dass er in einer Familie aufwuchs, die künstlerisch tätig war, machte sich schnell bemerkbar. Bereits mit zwei Jahren stand er erstmals in einem Theaterstück auf der Bühne, und mit sieben Jahren arbeitete er mit seiner Kinderstimme im Radio. Dann unterbrach der Zweite Weltkrieg 1943 eine mögliche weitere Showbizz-Karriere. George schloss sich der Armee an, der er 16 Jahre diente, bis ihn eine Rückenverletzung zwang, den Dienst zu quittieren.

Er besann sich wieder auf das Showgeschäft und trat von 1956 bis 1959 in der TV-Sitcom "The Phil Silvers Show" in New York City auf, der er zugleich als "Technischer Berater" für Militärfragen zur Verfügung stand. Komiker Phil Silvers ermutigte den damals 34-Jährigen, die Schauspielerei zum Hauptberuf zu machen. 1959 zog er von New York City nach Hollywood. Bis 1961 wirkte der Akteur in zahlreichen Fernsehfolgen mit, bevor er 1961 erstmals mit dem Drama "The Little Shepherd of Kingdom Come" auf der Kinoleinwand erschien.

Das Fernsehen blieb ein wichtiger Arbeitgeber für Kennedy, der in den Sechzigern unter anderem in Serien wie "Have Gun - Will Travel", "Perry Mason", "Bonanza", "Alfred Hitchcock presents" und "Rauchende Colts" auftrat, dies aber zunehmend mit Leinwandauftritten mixte. Aufgrund seines bulligen Aussehens wurde er vornehmlich als Bösewicht besetzt, so wie gegenüber Cary Grant in "Charade" von 1963 oder Gregory Peck in "Mirage" ("Die 27. Etage") von 1965. Weitere Rollen in bekannten Werken übernahm er 1965 jeweils neben dem mit ihm befreundeten James Stewart in "Shenandoah" ("Der Mann vom großen Fluss") und "Der Flug des Phoenix"; dazu kam im selben Jahr "The Sons of Katie Elder" ("Die vier Söhne der Katie Elder") mit John Wayne und 1967 "Das drecking Dutzend" mit Lee Marvin.

Den Durchbruch verschaffte George seine Leistung als Kontrahent von Paul Newman in "Cool Hand Luke" ("Der Unbeugsame") von 1967, für den er mit dem "Oscar" als "Bester Nebendarsteller" ausgezeichnet wurde - der einzige Preis, den er in seiner langen Karriere erhalten sollte. "In dem Film wandelte sich meine Figur erstmals während der Handlung vom bösen Buben zu einem sympathischen Typen - die Jungs in Hollywood merkten dann: 'Oh, der kann mehr spielen als nur den Schurken!'", erinnerte sich George in einem Interview.

1970 kam dann der nächste Karriereschub: Als Flugzeugmechaniker Joe Patroni erfreute sich der Mime hoher Popularität in dem Riesenhit "Airport", wurde für einen Golden Globe nominiert und trat auch in drei Fortsetzungen auf. Weitere bekannte Filme in den Siebzigern waren "Cahill U.S. Marshall" ("Geier kennen kein Erbarmen") mit John Wayne von 1973, "Thunderbolt and Lightfood" ("Den Letzten beißen die Hunde") mit Clint Eastwood und "Erdbeben" mit Charlton Heston aus dem Jahr 1974, "The Eiger Sanction" ("Im Auftrag des Drachen") von und mit Clint Eastwood von 1975 und "Death on the Nile" mit Peter Ustinov von 1978.

Der Versuch, ihn als Hauptdarsteller von Fernsehserien zu etablieren, scheiterte derweil: Als Kriminalkommissar, der Priester geworden ist, in "Sarge" von 1971 und als Polizist in Los Angeles in "The Blue Knight" ("Bumpers Revier") von 1975 wollten ihn zu wenige Zuschauer sehen, so dass die Serien nach einer beziehungsweise zwei Staffeln wieder eingestellt wurden.

In den achtziger Jahren, die ansonsten geprägt waren von vielen vergessenswerten Kinofilmen - darunter der berüchtigte Mega-Flop "Bolero" ("Ekstase") mit Bo Derek -, war er von 1988 bis 1991 durch seine Rolle als Carter McKay, dem Gegenspieler der Ewing-Familie, Gast in den Fernsehhaushalten, und erlangte neue Popularität auch bei einem jungen Publikum durch seinen Part in den drei "The Naked Gun"-Streifen neben Leslie Nielsen, die von 1988 bis 1994 liefen.

In den Neunzigern mixten sich Spielfilme und Fernsehauftritte, bevor in den nuller Jahren die Arbeitstätigkeit nachließ. 2005 war Kennedy in dem Drama "Don't Come Knocking" von Wim Wenders zu sehen. Seinen letzten Kinoauftritt absolvierte er 2014 in "The Gambler" mit Mark Wahlberg.



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