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John Mahoney ist gestorben

Bekannt als Vater in TV-Serie "Frasier"

Viele Zuschauer werden ihn aufgrund seiner Rolle als Vater Martin Crane von Frasier Crane in der TV-Serie "Frasier" kennen, die elf Staffeln lang von 1993 bis 2004 lief und für die er 1994 und 2001 für den Golden Globe nominiert war, aber John Mahoney dürfte auch Kinogängern mit Nebenrollen in Filmen wie "Barton Fink" von 1991 und "Zwielicht" von 1996 bekannt sein. Am Sonntag ist der englische Darsteller im Alter von 77 Jahren in einem Hospiz in Chicago im US-Bundesstaat Illinois gestorben.

John kam als siebtes von acht Kindern am 20. Juni 1940 in Blackpool in der Grafschaft Lancashire zur Welt. Sein Vater war Bäcker, seine Mutter Hausfrau. Die Ehe war schlecht, und sie trieb den jungen Mann aus seinem Elternhaus. Schon früh hatte er ein Interesse am Schauspiel gezeigt. Er siedelte zu seiner jüngeren Schwester Vera, die in den USA lebte, nach Illinois über, und meldete sich bei der United States Army; 1959 erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft.

Zunächst arbeitete er als Englisch-Lehrer an der Western Illinois University und dann in den siebziger Jahren als Herausgeber eines Medizinjournals. Die Arbeit befriedigte ihn nicht, so dass er nebenbei Schauspielstunden nahm und sich Mitte der Siebziger ganz dem Schauspiel widmete. John Malkovich ermunterte ihn, sich dem Steppenwolf Theatre in Chicago anzuschließen, und prompt gewann der Mime einen Preis als "Beste Neuentdeckung". 1986 erhielt er den Tony Award als "Bester Schauspieler" für die Broadway-Produktion "The House of Blue Leaves Grass".

Nun entdeckte ihn auch das Kino, und der damals 46-Jährige, der schon 1981 sein Filmdebut in dem US-Drama "Hudson Taylor" gegeben hatte, erhielt 1987 eine Nebenrolle in "Tin Men" von Barry Levinson. Es folgten Rollen in "Mondsüchtig" im selben Jahr, "Frantic" von Roman Polanski aus dem Jahr 1988, "Say Anything" ("Teen Lover") von Cameron Crowe aus dem Jahr 1989, "Das Rußland-Haus" von Fred Schipisi aus dem Jahr 1990, den Coen Brothers-Werken "Barton Fink" von 1991 und "The Hudsucker Proxy" von 1994, "In the Line of Fire" von Wolfgang Petersen und "Reality Bites" von Ben Stiller aus dem Jahr 1994, "Hallo, Mr. President" von Rob Reiner aus dem Jahr 1995 sowie "Zwielicht" von Gregory Hoblit aus dem Jahr 1996.

Ab Ende der Neunziger tauchte Mahoney nur noch ab und an im Kino auf, so zum Beispiel 2007 in der Steve Carell-Komödie "Dan - Mitten im Leben!". Für Videospiele und Animationsstreifen wie "Antz" im Jahr 1998 und "Der Gigant aus dem All" von 1999 lieh der Akteur seine Stimme. Ab 2007 stand er verstärkt auf der Bühne, darunter auch wieder 2013 im Steppenwolf Theatre in Chicago, wo seine Karriere begonnen hatte. Zuletzt war John im Herbst letzten Jahres in dem Stück "The Rembrandt" zu sehen.

John Mahoney war nie verheiratet und ist kinderlos gestorben.


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