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Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind -...mayne
Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind - Eddie Redmayne
© Warner Bros.

TV-Tipps für Pfingstsonntag (31.5.): Eddie Redmayne fängt seine Tiere wieder ein

Sat1 zeigt "Phantastische Tierwesen"

Unterhaltung aus dem Potterverse für die ganze Familie verspricht am Pfingstsonntagabend "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" im Sat1-Hauptprogramm. Nicht minder vergnügliches, aber erwachseneres Entertainment folgt im 3sat-Spätprogramm mit "Tootsie".

"Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind", Sat1, 20:15 Uhr
Der Autor und Zaubertierwissenschaftler Newt Scamander (Eddie Redmayne) wird bei einer Reise nach New York City in die Machtkämpfe innerhalb der Zauberergemeinschaft verwickelt.

In den "Harry Potter"-Romanen ist immer mal wieder von dem Nachschlagewerk "Fantastic Beasts and Where to Find Them" des Magizoologen Newt Scamander die Rede. Noch während der sieben Teile umfassenden Buchreihe, die von 1997 bis 2007 erschien und sich zu einem weltweiten Phänomen entwickelte, veröffentlichte Autorin J.K. Rowling 2001 dieses fiktive Nachschlagewerk, das wirklich im Stil eines Lexikons gehalten ist und keinerlei Handlung enthält. Die Verkaufserlöse gingen an die Wohltätigkeitsorganisation Comic Relief.

Wohl niemand hätte diesen kleinen Nebenast des "Harry Potter"-Universums groß beachtet, aber nach Ende der auf acht Teile gestreckten Filmreihe im Jahr 2011 geriet "Fantastic Beasts and Where to Find Them" ins Visier von Warner Brothers Pictures. Das fiktive Lexikon beziehungsweise dessen Autor Newt Scamander, der in den Harry Potter-Büchern nur erwähnt worden, aber nicht selbst aufgetreten war, sollte sein eigenes Leinwandabenteuer erhalten und "Harry Potter" damit sein erstes Spin-off.

Doch wie sollte man aus einem Lexikon einen Film machen? Die Aufgabe, eine völlig neue Geschichte zu erfinden, übernahm J.K. Rowling höchstpersönlich. Die Engländerin schrieb damit erstmals ein Drehbuch, und zum ersten Mal erzählte ein Werk aus dem "Harry Potter"-Universum eine Originalgeschichte.

Würde das die Zuschauer interessieren? Würde das ausreichen, um einen Film aus eigenem Recht zu begründen? Warner Bros. ließen keinen Zweifel daran, dass sie diesen US-Fantasy-Film nicht als ein "Findelkind" der "Harry Potter"-Reihe behandelten, sondern es eine Prestige-Produktion ganz im Stil der Erfolgsreihe werden sollte. Um dies zu garantieren, setzte man auf die bewährte "Harry Potter"-Mannschaft. David Heyman produzierte wieder, und die Regie übernahm einmal mehr David Yates, der die letzten vier der acht Teile inszeniert hatte. Stuart Craig, Ausstatter aller acht Parts, entwarf wieder die Bühnenbilde. Gedreht wurde für 175 Millionen Dollar wie stets in den Studios im englischen Leavesden sowie für die Außenaufnahmen in Liverpool, das für New York City einstand. Komponist James Newton Howard wob in seine Musik die bekannten und lieb gewonnenen Motive ein, die John Williams 15 Jahre zuvor für "Harry Potter and the Sorcerer's Stone" geschrieben hatte.

"Fantastic Beasts and Where to Find Them" spielt in den zwanziger Jahren und damit 70 Jahre vor den Geschehnissen der "Harry Potter"-Geschichten. Yates und Rowling gelang es, aus der etablierten reichhaltigen Mythologie der Geschichten einen Ableger zu erschaffen, der mit seiner ganz eigenen Magie überwältigt.

Die Kritiken für den Streifen waren 2016 gut, aber vor allem bewies das Publikum seinen weiter bestehenden Appetit auf alles, was mit Harry Potter zu tun hatte, und eben auch auf einen guten Film: Mit weltweit 814 Millionen Dollar wurde das Werk ein Riesenerfolg.

Schon einen Monat vor der Premiere hatte J.K. Rowling die Öffentlichkeit überrascht, als sie erklärte, "Fantastic Beasts and Where to Find Them" sei der Auftakt einer insgesamt fünf Filme umfassenden neuen Reihe, welche quasi die Vorgeschichte der "Harry Potter"-Saga erzählen werde. Nach dem vor zwei Jahren verhaltener aufgenommenen "Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald" und der erst verschobenen und dann wegen der Covid-19-Pandemie abgesagten Dreharbeiten zum dritten Part wird sich zeigen, ob es wirklich noch fünf Teile geben wird. Zwischenzeitlich hieß es aus dem Hause Warner, es werde nur noch zwei und nicht drei weitere Fortsetzungen geben.

"Fantastic Beasts and Where to Find Them" erhielt Oscar-Weihen: Kostümbildnerin Colleen Atwood bekam den Academy Award; Bühnenbildner Stuart Craig war nominiert. Bei den Britischen Filmpreisen gewann Craig; nominiert waren hier der Film, Kostümbildnerin Atwood, die Visuellen Effekte und der Ton.

Kritiker Allen Adams schrieb in "The Maine Edge": "Eine würdige Ergänzung des Harry Potter-Kanons, der eine ganz neue Perspektive in das geliebte Universum einbringt. Eine köstliche cineastische Erfahrung mit viel Humor und Herz."



"Tootsie", 3sat, 22:05 Uhr
Ein arbeitsloser Schauspieler (Dustin Hoffman) verkleidet sich als Frau, um eine Rolle in einer TV-Krankenhaus-Soap zu erhalten.

Mit dieser US-Komödie bewies Regisseur Sydney Pollack ("The Firm") 1982, dass das genau 100 Jahre alte konventionelle und nicht besonders anspruchsvolle Konzept des britischen Theaterstücks "Charley's Aunt" mit einem als Frau verkleideten Mann immer noch unterhaltsame Funken versprühen konnte, wenn es wie hier mit guten Dialogen und einer respektvollen, mitfühlenden Betrachtung der Figuren einher ging.

Der Bühnenautor Don McGuire hatte in den Siebzigern sein Stück "Would I Lie to You?" erfolglos an den Mann zu bringen versucht, bis es 1978 von Neuproduzent Charles Evans gekauft wurde, der damit seinen ersten Film produzieren wollte und dem es gelang, Dustin Hoffman für die Hauptrolle zu interessieren. Der Darsteller besuchte unter anderem zur Recherche die Dreharbeiten der ABC-Fernsehserie "General Hospital". Der Titel "Tootsie" ist amerikanischer Slang und heißt so viel wie "Schätzchen". Gedreht wurde nach etlichen Verzögerungen in der Produktion schließlich 1981 für 21 Millionen Dollar vor Ort in New York City.

"Tootsie" wurde ein Riesenerfolg bei Kritik und Publikum. Mit 177 Millionen Dollar allein in den USA wurde die Columbia Pictures-Produktion deren bis dahin größter Hit und der zweiterfolgreichste Streifen des Jahres 1982 hinter "E.T.". In Deutschland war das Werk sogar noch vor "Return of the Jedi" der erfolgreichste Film des Jahres 1983.

Nebendarstellerin Jessica Lange gewann den Oscar; nominiert waren der Film, Regisseur Sydney Pollack, die Drehbuchautoren Larry Gelbart und Murray Schisgal, Hauptdarsteller Dustin Hoffman, Nebendarstellerin Teri Garr, Kameramann Owen Roizman, die Cutter, die Tontechniker und der Song "It Might Be You". Golden Globe Awards gingen an den Film, Hauptdarsteller Hoffman und Nebendarstellerin Lange; nominiert waren Regisseur Pollack und die Drehbuchautoren. Bei den Britischen Filmpreisen wurden Hauptdarsteller Hoffman und die Maskenbildner ausgezeichnet; nominiert waren hier der Film, Regisseur Pollack, das Drehbuch, Hauptdarstellerin Lange, Nebendarstellerin Garr, Kostümbildnerin Ruth Morley und der Song "Tootsie".

1998 nahm die Library of Congress den Film als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Ein Zuschauer schwärmt: "Eine äußerst lustige, Zwerchfell erschütternde Komödie, die geschickt Farce, Gesellschaftskritik und echt emotionale Szenen miteinander verbindet. Der Film knistert voller Witz, und es gibt kaum einen Moment, wo ich nicht laut lachte oder breit grinste. Einer der lustigsten Filme, die ich je gesehen habe, der aber auch sehr interessante Dinge über die Interaktion zwischen Frauen und Männern und den beiläufigen Sexismus, der leider noch immer in unserer Gesellschaft vorhanden ist, zu sagen hat."



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