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L.A. Confidential - James Cromwell, Guy Pearce,...pacey
L.A. Confidential - James Cromwell, Guy Pearce, Russell Crowe und Kevin Spacey
© Warner Bros.

TV-Tipps für Samstag (6.6.): Russell Crowe, Guy Pearce und Kevin Spacey haben ihre eigenen Methoden

ZDF zeigt "L.A. Confidential"

Am Samstagabend geht es für Spielfilm-Fans kriminell zu. Erst liefern sich Gerard Butler und Jamie Foxx ein mörderisches Duell in "Gesetz der Rache" im Sat1-Spätprogramm, bevor dann Russell Crowe, Guy Pearce und Kevin Spacey in einer Mordserie im Meisterwerk "L.A. Confidential" im ZDF-Nachtprogramm ermitteln.

"Gesetz der Rache", Sat1, 22:05 Uhr
Ein Mann (Gerard Butler) nimmt das Gesetz in seine eigenen Hände, nachdem einer der Mörder seiner Familie nach einer Vereinbarung vor Gericht auf freien Fuß gesetzt worden ist. Aber er will nicht nur diesen umbringen, sondern auch den Bezirksstaatsanwalt (Jamie Foxx) und andere an dem Deal Beteiligte.

"Law Abiding Citizen" - so der Originaltitel, zu deutsch: Gesetzestreuer Bürger - fällt in die Kategorie Film, der vom Publikum mehr gemocht wird als von den Kritikern. Als dieser US-Kriminalfilm von F. Gary Gray ("Fast & Furious 8") 2009 in die Kinos kam, musste er sich seinen mäßigen Erfolg in Höhe von weltweit 126 Millionen Dollar an den Kinokassen gegen die Verrisse der Presse, die den Streifen für zu gewalttätig und absurd hielten, erkämpfen. Diejenigen Zuschauer, welche die in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania spielende und an Originalschauplätzen in der Stadt - darunter in einem alten, stillgelegten Gefängnis - für 50 Millionen Dollar gedrehte Independent-Produktion sahen, fanden ihren Gefallen an diesem überdrehten, absurden, aber professionell in Szene gesetzten Spektakel.

Kritiker Robbie Collin befand für die britische "News of the World": "Wer eine verrückte Mischung aus 'Saw' und 'Shawshank Redemption' möchte, in der eine Menge Leute auf fiese Art und Weise umgebracht werden und Gerard Butler seinen Popo entblößt, für den ist dieser Film eine sichere Sache."



"L.A. Confidential", ZDF, 01:00 Uhr
Inmitten der wuchernden Korruption in Los Angeles im Jahr 1953 untersuchen drei Polizisten - ein überkorrekter (Guy Pearce), ein brutaler (Russell Crowe) und ein zwielichtiger (Kevin Spacey) - mit ihren eigenen Methoden eine Reihe von Morden.

Keine Frage, dass dieser US-Kriminalfilm aus dem Jahr 1997 der bekannteste und beste des 2016 verstorbenen Regisseurs und Drehbuchautors Curtis Hanson ist. Der Filmemacher suchte sich dieses Projekt selbst aus, nachdem ihm der Roman "L.A. Confidential" - in Deutschland als "Stadt der Teufel" veröffentlicht - von James Ellroy aus dem Jahr 1990 gut gefallen hatte.

Warner Brothers Pictures ließen Hanson bei dieser 35 Millionen Dollar teuren, vor Ort in Los Angeles gedrehten Produktion freie Hand. Das beinhaltete auch, dass das Studio die Entscheidung schlucken musste, dass mit Guy Pearce und Russell Crowe zwei in den USA unbekannte australische Schauspieler in den Hauptrollen besetzt wurden. Wobei Pearce später einwand, dass er Brite und Crowe Neuseeländer von Geburt seien. Hanson wollte nicht, dass bekannte Stars dem Zuschauer bereits vorgaben, wie sie zu den Charakteren stehen würden, sondern sich wie im Buch langsam eine Beziehung zu den eigentlich unsympathischen Figuren entwickeln sollte.

Unterstützt von erstklassigen Künstlern - darunter Drehbuchautor Brian Helgeland, Kameramann Dante Spinotti und Komponist Jerry Goldsmith - gelang es Curtis durch ein strammes Tempo, ein die komplexe Vorlage brillant verdichtendes Drehbuch und exzellente schauspielerischen Leistungen, ein intelligentes und zugleich für das Popcorn-Publikum zugängliches Meisterwerk in Szene zu setzen. Dieses spielt mit vielen Versatzstücken aus der Historie Hollywoods sowohl auf als auch abseits der Leinwand.

Die Kritiker waren einhellig begeistert, und mit rund 80 Preisen war der Streifen einer der gefeiertesten der Preisverleihungssaison 1997/98, kam bei der Oscar-Verleihung aber nicht am Giganten "Titanic" vorbei. Mit zwei Ausnahmen: Das Adaptierte Drehbuch und Nebendarstellerin Kim Basinger wurden ausgezeichnet. Der Film selbst, Regisseur Curtis Hanson, Kameramann Dante Spinotti, Komponist Jerry Goldsmith, Cutter Peter Honess, die Bühnenbildner und die Tontechniker verloren jeweils gegen "Titanic". Beim Publikum wurde "L.A. Confidential" mit einem weltweiten Einspiel von 126 Millionen Dollar ein solider Erfolg.

2015 entschied die US-Library of Congress, den Film als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry aufzunehmen, um es der Nachwelt zu erhalten.

Ein Zuschauer schwärmt: "Wie bei allen großen Filmen ist der Ausgangspunkt das Drehbuch. Die Handlung ist fesselnd, die Dialoge sind gescheit und recht witzig und die Charaktere dreidimensional. Wir lernen diese Leute kennen, begreifen, wer sie sind und warum sie tun, was sie tun, und wünschen ihnen, dass sie ihre Unzulänglichkeiten überwinden. Die schauspielerischen Leistungen sind phänomenal und die Regie phantastisch. Curtis Hanson stößt uns nicht mit der Nase auf die Zusammenhänge, sondern lässt das Publikum die Nuancen selbst entdecken. Das Los Angeles der Fünfziger ist wunderbar abgebildet, der Schnitt schnell und nahtlos, die Musik perfekt und die Photographie großartig."



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