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Scream - Drew Barrymore
Scream - Drew Barrymore
© Kinowelt

TV-Tipps für Samstag (25.7.): Drew Barrymore ist der letzte Schrei

Sat1 zeigt "Scream"

Sat1 ist am Samstagabend der Sender der Wahl für Spielfilm-Fans. Im Spätprogramm laufen jeweils zwei erste Teile: Zunächst der Science Fiction-Film "Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste" und dann anschließend im Nachtprogramm "Scream", mit dem Wes Craven vor gut einem viertel Jahrhundert das Horror-Genre revitalisierte.

"Maze Runner - Die Auserwählten in der Brandwüste", Sat1, 22:25 Uhr
Thomas (Dylan O'Brien) wird in eine Kommune von Jungen abgeschoben, die bald merken, dass sie in einem Labyrinth gefangen sind. Um dort herauszufinden, müssen sie ihre Kräfte mit anderen Gruppen bündeln.

Lionsgate Films hatten die Rechte an "The Hunger Games" erworben, 20th Century Fox wollten ihre eigene dystopische Jugendbuchverfilmung produzieren und erwarben 2011 die Verfilmungsrechte an der "Auserwählten"-Trilogie von James Dashner. Der erste Teil "The Maze Runner" basierte dabei auf dem gleichnamigen Roman aus dem Jahr 2009.

Die Regie des 34 Millionen Dollar teuren Science Fiction-Films vertrauten Fox einem Frischling an. Der damals 33-jährige Wes Ball hatte sich bei dem Filmstudio mit seinem post-apokalyptischen Kurzfilm "Ruin" beworben, von dem er hoffte, diesen als Spielfilm realisieren zu können. Doch das Studio hatte andere Pläne und beauftragte Ball mit "The Maze Runner".

Der Debutant zeigte sich der Aufgabe gewachsen: Mit den starken Schauspielern, der soliden Ausgangsidee und einer erfrischend düsteren Herangehensweise an die grimmige Gesellschaftsparabel ragte der im US-Bundesstaat Louisiana gedrehte Streifen aus dem überfüllten Bereich der Verfilmungen von Jugendbuch-Science Fiction-Abenteuern heraus.

Helen O'Hara schrieb in "EMPIRE": "Ein gut gemachtes Abenteuer mit großer Energie und beträchtlichem Stil, aber schlussendlich ist es ein Labyrinth ohne Ausgang."

Dies spielte auf das offene Ende an, mit dem "The Maze Runner" bereits seine eigene Fortsetzung "The Scorch Trials" signalisierte, die ein Jahr später in die Kinos kommen sollte. Dank des weltweiten Erfolgs des ersten Teils mit 348 Millionen Dollar Umsatz erwies sich diese Entscheidung der Studiomanager als richtig.



"Scream", Sat1, 00:35 Uhr
Ein Jahr nach dem Mord an ihrer Mutter wird eine Teenagerin (Neve Campbell) von einem neuen Täter terrorisiert, der sie und ihre Freunde ins Visier nimmt und dabei Horrorfilm-Klischees als Teil eines tödlichen Spiels nutzt.

"Scream" hat Filmgeschichte geschrieben. Horror war Anfang der Neunziger ein totgesagtes Genre, ausgelaugt von zu vielen und zu schlechten Fortsetzungen von Teenie-Slashern "Friday the 13th" und "A Nightmare on Elm Street". Mit "Scream", ironischer Weise auch ein Teenie Slasher, wurde das Horror-Genre revitalisiert und vor allem auch breitenwirksam - ihn sahen sich für einen Horrorfilm auch überdurchschnittlich viele Frauen an - und kommerziell erfolgreich, wie man es für eine solche Produktion nicht erwartet hatte.

Für diese glückliche Fügung kreuzten sich die Wege eines Debutanten, eines Veteranen und unerschrockener Produzenten. Der damals 30 Jahre alte Kevin Williamson ("Scream 4") hatte sein erstes Drehbuch fertig gestellt, das ein Bietergefecht zwischen den Filmstudios auslöste. Unter anderem Paramount Pictures und Universal Pictures trieben den Preis in die Höhe; am Ende sicherten sich Miramax Films für 400 000 Dollar und die Zusage für zwei Fortsetzungen die Rechte. Die Produzenten Bob und Harvey Weinstein garantierten, die im Skript teilweise außerordentlich blutigen, grausamen und detailreich geschilderten Morde nicht abzumildern. Als Regisseur konnte Horrorspezialist Wes Craven, der beim ersten "Nightmare on Elm Street"-Streifen Regie geführt hatte, gewonnen werden. Craven drehte für 14 Millionen Dollar im kalifornischen Santa Rosa.

Williamson und Craven belebten das Genre mit einem frischen, postmodernen Kniff: Im Film sind sich alle Charaktere der aus den Horrorfilmen sattsam bekannten Klischees und Handlungswendungen bewusst. Das Werk spielt mit der subversiven Dekonstruktion dieser Klischees - schlau, witzig und erstaunlich wirkungsvoll, wenn manchmal aber auch schon etwas dummdreist. Dabei vernachlässigt es aber gleichzeitig nicht den Spannungsbogen und schafft so die beste beider Welten: Gruseln und Lachen sind hier teilweise nicht zu trennen.

Trotz der mit "R - Restricted" hohen Altersbegrenzung, die Jugendliche ohne Erwachsenenbegleitung und damit eine große Zielgruppe ausschloss, war "Scream" 1996 mit 103 Millionen Dollar sehr erfolgreich in den USA. Weltweit kamen 173 Millionen Dollar zusammen. Von den drei Fortsetzungen sollte keine in Sachen Umsatz an das Original mehr herankommen.

Ein Zuschauer schwärmt: "Mit der Kombination aus einem unterminierten Genre, einem brillanten Skript, großartiger Filmmusik, einigen exzellenten Leistungen etablierter Darsteller wie Courtney Cox und David Arquette sowie guten Schreckmomenten und Witzen hat dieser Film den Weg für eine neue Sorte Horrorfilm geebnet, von denen keiner mehr an diesen herangekommen ist."



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