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Pitch Black - Planet der Finsternis - Vin Diesel
Pitch Black - Planet der Finsternis - Vin Diesel
© Universal Pictures Germany

TV-Tipps für Sonntag (30.8.): Vin Diesel strandet auf dem Planet der Finsternis

RTL2 zeigt "Pitch Black"

Gemischtes Angebot für Spielfilm-Fans am Sonntagabend: Im Arte-Hauptprogramm geht es erst heiter-gefühlig mit Amy Adams und Meryl Streep als "Julie & Julia" zu, während es im Anschluss mit "Pitch Black" im RTL2-Spätprogramm düster-horrormäßig weiter geht.

"Julie & Julia", Arte, 20:15 Uhr
Eine Möchtegern-Schriftstellerin (Amy Adams) stellt sich 2002 der Herausforderung, alle 524 Rezepte der legendären TV-Köchin Julia Child (Meryl Streep) in einem Jahr nachzukochen und dies in einem Internet-Blog zu dokumentieren.

Julia Child hat die amerikanische Kochkunst maßgeblich beeinflusst. Obwohl sie selbst mit Mitte Dreißig erst relativ spät zum Kochen fand, konnte sie mit ihrer TV-Kochsendung "The French Chef", die 1963 das erste Mal ausgestrahlt wurde, ein Millionenpublikum erreichen und die Zuschauer mit der französischen Küche bekannt machen. Diese hatte sie von 1948 bis 1956 vor Ort kennen gelernt. Ihr Mann Paul war als Mitarbeiter des US-Außenministeriums nach Paris und Marseille versetzt worden. Dort freundete sie sich mit den beiden leidenschaftlichen Köchinnen Simone Beck und Louisette Bertholle an, mit denen sie das Kochbuch "Mastering the Art of French Cooking" verfasste, das 1961 in den USA erschien und dort zum Bestseller wurde; 1970 folgte eine Fortsetzung.

Für die Leinwandbiographie von Julia Child wählte Regisseurin und Drehbuchautorin Nora Ephron ("When Harry Met Sally") einen ungewöhnlichen Blickwinkel. Neben Child's 2006 posthum erschienener Autobiographie "My Life in France" - sie war zwei Jahre zuvor gestorben -, verwob Ephron die Handlung mit dem 2005 veröffentlichten Sachbuch "Julie & Julia: My Year of Cooking Dangerously" von Julie Powell, die mit ihrem 2002 gestarteten Internet-Blog "Julie/Julia Project", in dem sie dokumentierte, wie sie sämtliche 524 Rezepte des Kochbuchs von Julia Child nachkochte, Erfolg gehabt hatte.

Das leichtgewichtige und unterhaltsame US-Drama verzahnt die beiden Erzählebenen aus den fünfziger Jahren und im Jahr 2002 geschickt, wobei die stärkeren Szenen eindeutig dem älteren Erzählteil gehören, der durch eine Meryl Streep in absolut charismatischer Hochform angetrieben wird. Die Mimin schaffte mit ihrer Darstellungskunst den seltenen "Grand Slam" der Preisverleihungssaison: Sie wurde für den Academy Award, den Golden Globe, den Britischen Filmpreis und den Screen Actors Guild Award als "Beste Hauptdarstellerin" nominiert; den Globe konnte sie auch gewinnen. Der Film selbst war für den Golden Globe vorgeschlagen.

"Julie & Julia" sollte Nora Ephron's letzter Film sein; die Filmemacherin starb 2012. Die für 40 Millionen Dollar in New York City gedrehte Columbia Pictures-Produktion erhielt 2009 gute Kritiken und wurde mit einem weltweiten Umsatz von 129 Millionen Dollar ein solider Erfolg auch beim Publikum.

Kritiker Giles Hardie schrieb in "Unknown": "Gleich einem wunderschön gekochtem Mahl daheim, mag der Film gemessen an Industriestandards nicht perfekt sein, aber einfach warm, behaglich und sehr genießbar."



"Pitch Black", RTL2, 22:25 Uhr
Ein Transport-Raumschiff und seine Besatzung stranden auf einem Planeten voller blutrünstiger Kreaturen, die nur des Nachts herauskommen. Voller Schrecken muss die Crew feststellen, dass eine monatelange Sonnenfinsternis bevorsteht.

Die Brüder Ken und Jim Wheat schrieben das Drehbuch zu diesem US-Horrorfilm, der Vin Diesel noch vor der "The Fast and the Furious"-Reihe, die ein Jahr später starten sollte, im Jahr 2000 bekannt machte. Regisseur David Twohy nahm die interessante Ausgangslage der Geschichte und inszenierte einen soliden Streifen, sorgfältig in der visuellen Gestaltung mit überzeugenden Spezialeffekten und der überraschend interessant gezeichneten Hauptfigur Richard Riddick. Nach und nach kommen abgelutschte und weniger originelle Elemente hinzu, die aus Science Fiction und Horror sattsam bekannt sind. Die Außenszenen für die letzte Polygram Filmed Entertainment-Produktion - das Studio wurde im Anschluss von Universal Pictures aufgekauft - drehte man rund um Coober Pedy in Australien.

Das 23 Millionen Dollar teure Werk erhielt nur gemischte Kritiken und floppte miz weltweit 53 Millionen Dollar Umsatz an den Kinokassen. Dennoch entwickelte es auf Disc einen Kultstatus, so dass 2004 mit "The Chronicles of Riddick" und 2013 mit "Riddick" zwei ebenfalls von Twohy inszenzierte Fortsetzungen folgen sollten.

Eine Zuschauerin lobt: "Der Film hat nur ein kleines Budget, aber die Inszenierung und die Schauspieler lassen darüber hinweg sehen und laden den Zuschauer ein, seine eigene Phantasie zu gebrauchen, statt dass unglaublich teure Spezialeffekte ihnen diese Mühe abnehmen. Schön auch, dass die Drehbuchautoren jeder Figur eine Hintergrundgeschichte geben und ihre Stärken und Schwächen zeigen."



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