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Pretty Woman - Richard Gere und Julia Roberts
Pretty Woman - Richard Gere und Julia Roberts
© Warner Bros.

TV-Tipp für Donnerstag (10.9.): Julia Roberts geht auf den Strich

Vox zeigt "Pretty Woman"

"Pretty Woman", Vox, 20:15 Uhr
Ein Geschäftsmann (Richard Gere) engagiert eine Prostituierte (Julia Roberts) als Escort - und beide entwickeln Gefühle über die reine Geschäftsbeziehung hinaus.

Wenn Disney-Chef Jeffrey Katzenberg seinen Standpunkt nicht deutlich gemacht und durchgesetzt hätte, dann wäre aus dieser US-Komödie wohl kaum der Fabel-Hit geworden, der bis heute die Herzen der Fans von Filmromanzen höher schlagen lässt und aus Julia Roberts einen Star machte. Denn "Pretty Woman" war gar nicht als Komödie gedacht.

Das ursprüngliche Drehbuch von J.F. Lawton erzählte eigentlich eine ernste Geschichte von gesellschaftlicher Stellung, Prostitution und Drogenabhängigkeit in Los Angeles und hatte vor allem kein Happy Ending. Für das Haus mit der Maus, das den Streifen schließlich unter seinem Touchstone Pictures-Banner veröffentlichen sollte, ungewöhnlich genug. Und für Katzenberg nicht akzeptabel. Er verlangte, dass Lawton sein Skript überarbeitete - zu einer flockig-leichten Wohlfühlkomödie mit "Pygmalion"-Einschlag - eine Straßendirne lernt, sich wie eine Dame von Welt zu benehmen. Die Regie wurde mit Garry Marshall einem Komödienspezialisten übertragen, dem ein Budget von 14 Millionen Dollar zur Verfügung stand. Gefilmt wurde vor Ort in Los Angeles.

Heute kann sich niemand andere Mimen als Julia Roberts und Richard Gere in den Hauptrollen vorstellen, aber sie waren nicht mal in der engeren Wahl auf der Besetzungsliste. Die damals 22-Jährige war noch weitgehend unbekannt und kam erst zum Zug, nachdem aus verschiedenen Gründen halb Hollywood verworfen oder abgesagt hatte: Karen Allen, Molly Ringwald, Winona Ryder, Jennifer Connelly, Emily Lloyd, Meg Ryan, Mary Steenburgen, Diane Lane, Michelle Pfeiffer, Daryl Hannah und Jennifer Jason Leigh. Bei den Männern waren Christopher Reeve, Daniel Day-Lewis, Kevin Kline, Denzel Washington und Al Pacino erwogen worden. Dass es schlussendlich Julia und Richard wurden, erwies sich als Glücksgriff - die Chemie zwischen den beiden stimmte einfach!

"Pretty Woman" mag ein feuchter Yuppie-Traum sein und manchen Kinogänger ob seiner Handlung mit den Augen rollen lassen, aber sein Witz, der Soundtrack und die Schauspieler lassen darüber hinweg sehen. Mit Sicherheit die Zuschauer, die den Film 1990 zu einem Mega-Erfolg machten: Mit weltweit 463 Millionen Dollar wurde die Walt Disney Studios-Produktion zum dritterfolgreichsten Film des Jahres hinter "Ghost" und "Home Alone". Das ist umso erstaunlicher, weil der Streifen wegen seiner Prostitutionsthematik in den prüden USA nur eine Altersfreigabe "R - Restricted" erhalten hatte, die das jugendliche Publikum ausschloss. In Deutschland wurde das Werk ab zwölf Jahren freigegeben.

Die Kritiken waren ebenfalls gut, und es gab sogar Preisweihen: Hauptdarstellerin Julia Roberts wurde für den Academy Award nominiert, erhielt den Golden Globe und war für den Britischen Filmpreis vorgeschlagen. Der Film, Hauptdarsteller Richard Gere und Nebendarsteller Hector Elizondo waren für den Golden Globe nominiert. Nominierungen für den Britischen Filmpreis gingen an den Film, Drehbuchautor J.F. Lawton und Kostümbildnerin Marilyn Vance.

Eine Zuschauerin schwärmt: "Ja, der Film mag moralisch fragwürdig sein, aber was soll ich sagen: Ich liebe ihn! Dieses Juwel zaubert mir stets ein Lächeln ins Gesicht. Er ist äußerst unrealistisch, aber seinem Charme kann man nicht widerstehen. Die Schauspieler sind toll und ihre Chemie der Wahnsinn. Man sollte nicht zu viel in diesen Streifen reininterpretieren, sondern ihn als das genießen, was er ist."



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