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Collateral - Tom Cruise und Jamie Foxx
Collateral - Tom Cruise und Jamie Foxx
© United International Pictures

TV-Tipps für Samstag (28.11.): Jamie Foxx transportiert eine gefährliche Fracht

ZDF zeigt "Collateral"

Am Samstagabend regiert Hollywood. Spielfilm-Fans können zwei US-Thriller der nuller Jahre sehen: "Mr. and Mrs. Smith" mit Angelina Jolie und Brad Pitt im Sat1-Hauptprogramm ist eher leichtgewichtig, während "Collateral" mit Tom Cruise und Jamie Foxx im ZDF-Nachtprogramm die Nerven mehr strapazieren dürfte.

"Mr. & Mrs. Smith", Sat1, 20:15 Uhr
Ein gelangweiltes Ehepaar (Angelina Jolie und Brad Pitt) muss zu seiner Überraschung feststellen, dass sie beide Geheimagenten sind, die den Auftrag erhalten haben, sich gegenseitig zu töten.

Bevor Doug Liman's Film "Jumper" die Romanze und Ehe von Rachel Bilson und Hayden Christensen stiftete, waren 2005 zwei wesentliche prominentere Schauspieler an der Reihe: Bei den Dreharbeiten zu diesem US-Thriller kamen sich Jolie und der damals noch mit Jennifer Aniston verheiratete Pitt sehr nahe und begannen ihre bis 2016 währende Beziehung.

Fast wäre es nicht zu dieser schicksalhaften Begegnung gekommen, denn ursprünglich war für die Regency Enterprises-Produktion Nicole Kidman vorgesehen. Doch es kam anders und dem Streifen sehr zugute: Es ist hauptsächlich die spür- und sichtbar prickelnde Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern, welche die an sich schwache Geschichte mit der ein oder anderen überflüssigen Explosion so vergnüglich macht. Drehbuchautor Simon Kinberg ("X-Men: Dark Phoenix") war auf die Idee gekommen, als ein befreundetes Paar sehr aggressiv von ihrer Paartherapie berichtet hatte.
Regisseur Liman ("American Made") stand ein hohes Budget von 110 Millionen Dollar zur Verfügung, das die Produktion dann trotz lediglich gemischter Kritiken wieder einspielte. Der Film war mit 478 Millionen Dollar weltweit ein Riesenerfolg.

Kritiker Nick Nunziata schrieb: "Das ist ein neckischer Film, eine Art Mischung aus 'War of the Roses' und 'True Lies', der niemals versucht, eine Predigt zu halten oder den Charakteren einen Gewissenskonflikt aufzudrücken."



"Collateral", ZDF, 01:00 Uhr
Ein Taxifahrer (Jamie Foxx) wird zur Geisel eines einnehmenden Auftragmörders (Tom Cruise), den er in einer Nacht in Los Angeles von einem Mord zum nächsten fahren muss.

Der australische Drehbuchautor Stuart Beattie ("Danger Close") hatte die Idee einer nächtlichen Taxi-Odyssee und konnte Produzenten von DreamWorks Pictures und Paramount Pictures gewinnen, die den US-Thriller schließlich für 65 Millionen Dollar co-produzierten, nachdem das Skript drei Jahre lang in den Schubladen gelegen hatte, bis sich Russell Crowe für die Rolle des Taxifahrers interessierte und Regisseur Michael Mann ("Heat") mit an Bord brachte. Dieser engagierte Tom Cruise für den Part des Auftrags-Killers. Wegen weiterer Verzögerungen in der Vorproduktion musste Crowe aussteigen. Mann hatte Adam Sandler für den Taxifahrer im Sinn; schließlich ging die Rolle an Jamie Foxx.

Die Dreharbeiten fanden vor Ort in Los Angeles statt, wobei Michael teilweise schon mit Digitalkameras drehen ließ. Der dichte und packende Streifen zeigt seinen typischen visuellen Stil und überzeugt insbesondere auch durch die Leistung des gegen seinen Typen besetzten Tom Cruise.

"Collateral" erhielt sehr gute Kritiken und wurde im Jahr 2004 mit weltweit 218 Millionen Dollar ein Kassenerfolg. Jamie Foxx erhielt - idiotischerweise in der Nebendarstellerkategorie, weil er in der Hauptdarstellersparte bereits für "Ray" ins Rennen ging - den Grand Slam der Nominierungen für seine Leistung bei den Oscars, den Golden Globes, den Britischen Filmpreisen und den Screen Actors Guild Awards. Ebenfalls für einen Oscar war der Schnitt und für einen Britischen Filmpreis waren Regisseur Michael Mann, Drehbuchautor Stuart Beattie, Schnitt und Ton nominiert; die Kameramänner Dion Beebe und Paul Cameron konnten den BAFTA Award gewinnen.

Eine Zuschauerin schreibt: "Ich kann kaum glauben, dass dies eine große Hollywood-Produktion ist. Dieser kleine, aber perfekt gefertigte Film ist eine Wonne. Von der gedämpften Photographie bis zu der schnörkellosen und beherrschten Handlungsführung unterhält dieses Werk ungemein."



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