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Con Air - Nicolas Cage
Con Air - Nicolas Cage
© Buena Vista

TV-Tipps für den 2. Weihnachtstag: Nicolas Cage mitgehangen, mitgefangen

RTL2 zeigt "Con Air"

Feierliche, getragene, stille Weihnachtszeit? Nicht mit den Privaten - sie lassen es am Samstagabend des 2. Weihnachtstags ordentlich für Spielfilm-Fans Jerry Bruckheimer-mäßig krachen. Erst geht es mit Nicolas Cage und "Con Air" im RTL2-Spätprogramm los, bevor dann Martin Lawrence und Will Smith als "Bad Boys II" im Vox-Nachtprogramm übernehmen.

"Con Air", RTL2, 22:55 Uhr
Ein gerade begnadigter Gefangener und ehemaliger U.S. Ranger (Nicolas Cage) gerät in eine Geiselnahme, als seine Mitgefangenen ein Transportflugzeug unter ihre Kontrolle bringen.

Ein US-Thriller, bei dem die Zuschauer ihr Gehirn mit dem Gepäck aufgeben können - groß, laut, brutal und doof -, und gerade deshalb ein atemloser Spaß, der seinen Reiz besonders aus der Besetzung bezieht, die mit Namen wie John Malkovich, John Cusack, Colm Meaney und Steve Buscemi aufwartet, die man eins zu eins auch in einem kleinen Independent-Drama hätte besetzen können. Sie bringen Gravitas in den entfesselten Orkan von beeindruckender Action und eben solchen Stunts, mit denen sich Produzent Jerry Bruckheimer ("Bad Boys for Life") einen Namen gemacht hat.

Der englische Regissur Simon West ("The Expendables 2") inszenierte die 75 Millionen Dollar teure Walt Disney Studios-Produktion, die - ganz untypisch für das Studio - wegen der Gewaltdarstellungen und Flüche keine Altersfreigabe für Jugendliche ohne Erwachsenenbegleitung erhielt. Gedreht wurde unter anderem auf dem Wendover Airport und dem Ogden Airport im US-Bundesstaat Utah sowie im Sands Hotel in Las Vegas, das sowieso abgerissen wurde, so dass die Filmcrew es dort hemmungslos krachen lassen konnte. Wie gefährlich solche Dreharbeiten sein können, zeigte sich am 29. August 1996, als der Schweißer Phillip Swartz auf dem Wendover Airport von einem Flugzeugmodell erschlagen wurde. Ihm ist der Film im Abspann gewidmet.

Trotz nur gemischter Kritiken wurde "Con Air" 1997 mit einem weltweiten Umsatz von 224 Millionen Dollar ein großer Erfolg und erhielt sogar zwei Oscar-Nominierungen: Für den Song "How Do I Live" von Dianne Warren, der allerdings zugleich auch für die Goldene Himbeere ins Rennen ging, und den "Besten Ton".

Ein Zuschauer schreibt: "Dieser Film wird niemals in ein Archiv als Beispiel klassischen Hollywood-Geschichtenerzählens aufgenommen werden, aber wer einen großartigen Action-Film sucht, der die Neunziger repräsentiert, kommt an diesem Streifen nicht vorbei. Star des Films sind die Explosionen. Hier geht wirklich alles und fast jeder in die Luft. Und die Besetzung, die das explodieren lässt, ist ziemlich beeindruckend. Die Filmemacher wissen selbst, dass alles total übertrieben ist, und streuen hier und da Humor in diese übergeschnappte Achterbahnfahrt ein."



"Bad Boys II", Vox, 00:00 Uhr
Zwei Drogenfahnder (Martin Lawrence und Will Smith) ermitteln gegen ein kubanisches Drogenkartell, das Florida mit Ectasy überschwemmt.

Acht Jahre dauerte es, bis das Team aus Produzent Jerry Bruckheimer, Regisseur Michael Bay ("Transformers") und den Titeldarstellern Martin Lawrence und Will Smith die Fortsetzung zu seinem Hit "Bad Boys" aus dem Jahr 1995 folgen ließ - und als es dann endlich so weit war, spaltete der US-Kriminalfilm die Kritiker und die Zuschauer. Erstere schimpften über die exzessiven und allzu überdeutlich gezeichneten Brutalitäten, die aufgeblasene Handlung mit einer viel zu langen Spieldauer von fast zweieinhalb Stunden und der lechzenden Darstellung von Frauen. Die Rezensenten hätten genauso gut sagen können, dass ein Schimmel weiß ist, denn diese Ingredienzen sind stilbildend für Bay. Tatsächlich ist die Walt Disney-Produktion nicht viel mehr als eine Abfolge von Explosionen, unterbrochen vom Parlando der beiden Hauptdarsteller. "Ein filmischer Gewaltakt", meinte der "Filmdienst" dazu - und meinte das nicht als Kompliment.

Aber, und es ist ein großes Aber - dem Publikum gefiel's, und darauf kommt es in der Filmindustrie nun mal letztlich an. Zwar fand sich niemand, der das Sequel besser als das Original fand, aber die bewährte Mischung aus grandiosen Action-Sequenzen, der Chemie zwischen Lawrence und Smith und dem humorvollen Tonfall zog die Besucher vor die Leinwände. Mit weltweit 273 Millionen Dollar wurde "Bad Boys II" 2003 ein großer Erfolg - der erste Teil hatte 141 Millionen Dollar umgesetzt -, so dass ein dritter Part geplant wurde, der dann aber erst in diesem Jahr in die Lichtspielhäuser kommen sollte und mehr einspielte als die ersten beiden Teile zusammen.

Bay drehte für 130 Millionen Dollar im Hafen von Amsterdam, auf Puerto Rico und vor Ort in Florida.

"Urban Cinephile Critics" schrieb: "Sicher, wir können an den blutig abgetrennten Körperteilen rummäkeln, an der Orgie von Kugeln und Eingeweiden, aber wen schert das, wenn man so viel Spaß hat?"



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