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Aufbruch zum Mond - Ryan Gosling
Aufbruch zum Mond - Ryan Gosling
© Universal Pictures International

TV-Tipps für Samstag (30.1.): Ryan Gosling macht einen kleinen Schritt

Vox zeigt FreeTV-Premiere "Aufbruch zum Mond"

Eine hochkarätige FreeTV-Premiere lockt am Samstagabend Spielfilm-Fans vor die Mattscheiben: Vox strahlt im Hauptprogramm "Aufbruch zum Mond" mit Ryan Gosling als Neal Armstrong aus. Wer dann noch mag, kann im 3sat-Spätprogramm "El clan", den erfolgreichsten Film Argentiniens, sehen.

"Aufbruch zum Mond", Vox, 20:15 Uhr

Der US-Astronaut Neil Armstrong (Ryan Gosling) nimmt an der Weltraummission teil, mit der erstmals ein Mensch auf den Mond gebracht werden soll.

Die Mondlandung am 20. Juli 1969, ein Meilenstein der Menschheitsgeschichte, war ein weltweites Medienereignis und ist auch heute noch so vielen Menschen präsent wie der Name Neil Armstrong geläufig. Doch über den Astronauten selbst und die Vorbereitungen und den Ablauf der Mission ist schon wesentlich weniger bekannt. Regisseur Damien Chazelle wollte dies mit seinem fesselnden US-Drama ändern und konzentriert sich auf den beruflichen und privaten Werdegang des Mannes von 1961 bis zur Mondlandung acht Jahre später.

Eine Leinwandbiographie von Armstrong beziehungsweise ein Film über die Mondlandung hatte bereits 2003 bei Warner Brothers Pictures auf der Agenda gestanden, die es als Projekt für Regisseur Clint Eastwood planten. Nachdem daraus nichts wurde, kam es Mitte der Zehner bei Universal Pictures auf die Startrampe.

Chazelle inszenierte erstmals nicht sein eigenes Drehbuch, sondern arbeitete mit dem Skript von Josh Singer, der gerade für "Spotlight" mit dem Oscar ausgezeichnet worden war. Singer nutzte die im Jahr 2005 veröffentlichte Biographie "First Man: The Life of Neil A. Armstrong" von James Hansen. Damien umgab sich mit bewährten Mitarbeitern: Vor der Kamera sein "La La Land"-Hauptdarsteller Ryan Gosling, hinter der Kamera sein Kameramann Linus Sandgren und sein Cutter Tom Cross, der für Chazelle's "Whiplash" den Academy Award gewonnen hatte.

Gedreht wurde für 59 Millionen Dollar in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia. Damien verzichtete auf den Einsatz von green screens für die Hintergrundbilder, sondern ließ seine Schauspieler vor riesigen, zehn Meter hohen LED-Wänden agieren, auf denen während der Raumflüge Bilder des Weltraums oder der Erde ausgestrahlt wurden. Für die Darsteller sollte es so einfacher sein, sich in die Momente einzufinden, statt nur auf grüne Wände zu schauen.

"First Man" - so der Originaltitel - begeisterte im Jahr 2018 die Kritiker und die Industrie nicht nur wegen seiner akribischen Rekonstruktion einer Ära und der gezeigten Raumfahrttechnik, die sich nur wenig Freiheiten und Fehler erlaubte. Aber das Publikum war reservierter, und mit einem weltweiten Einspiel von 105 Millionen Dollar blieb das Werk hinter den kommerziellen Erwartungen zurück - "La La Land" hatte 447 Millionen Dollar eingebracht.

Die Visuellen Effekte wurden mit einem Academy Award belohnt; nominiert waren noch die Bühnenbildner, Tonschnitt und Tonmischung. Komponist Justin Hurwitz gewann den Golden Globe; nominiert war Nebendarstellerin Claire Foy. Nominierungen für den Britischen Filmpreis gingen an Drehbuchautor Josh Singer, Nebendarstellerin Foy, Kameramann Linus Sandgren, Cutter Tom Cross, die Bühnenbildner, die Tontechniker und die Visuellen Effekte.

Kritiker Stephen Russell schrieb in "The New Daily": "Ein mächtiger Film, der Atem beraubende, klaustrophobische Raketensequenzen, die einen fühlen lassen, als würde man in einem Schukarton in den Weltraum katapultiert, mit Ryan Gosling's beherrschter und schmerzerfüllter Darstellung kombiniert."



"El clan", 3sat, 23:10 Uhr
Der Patriarch (Guillermo Francella) einer Mittelklassefamilie beschließt, nachdem er arbeitslos geworden ist, den finanziellen Status seiner Familie durch Entführungen beizubehalten.

Was nach der Inhaltsbeschreibung einer Hollywood-Komödie klingt, ist alles andere als das. Die wahre und unglaubliche Geschichte der Familie Puccio, die sich von 1982 bis 1985 in Buenes Aires, wo auch gefilmt wurde, zugetragen hatte, gibt ein packendes, letztlich aber auch deprimierendes Stück Kino ab. Hier kommt niemand ungeschoren davon - nicht im echten Leben und nicht auf der Leinwand.

Regisseur und Drehbuchautor Pablo Trapero wurde im Jahr 2015 auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. In Argentinien brach der argentinische Kriminalfilm Kassenrekorde und wurde dort zum erfolgreichsten Film aller Zeiten. "El clan", der auch sehr gute Kritiken erhalten hatte, wurde nach Hollywood als Anwärter auf den "Besten fremdsprachigen Film" geschickt, dort aber nicht nominiert.

Bei den Argentinischen Filmpreisen wurden Kameramann Julián Apezteguia, Bühnenbildner Sebastián Orgambide, Kostümbildner Julio Suárez und Vicente D'Elia ausgezeichnet.

Kritiker Paul Whitington schrieb in "Irish Independent": "Der Film erforscht die dunkle Seite der bürgerlichen Wohlanständigkeit und bietet dabei aufschlussreiche Einblicke in die Banalität des Bösen. Ein guter Film, aber kein leichtes Sehvergnügen."



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