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Black 47 - James Frecheville
Black 47 - James Frecheville

TV-Tipp für Freitag (12.2.): James Frecheville sinnt auf Rache

3sat zeigt "Black '47"

"Black '47", 3sat, 22:25 Uhr
Ein Ire (James Frecheville), der aus der britischen Armee desertiert ist, kehrt 1847 in seine von der Hungersnot zerrüttete Heimat zurück und will Rache an der britischen Kolonialmacht üben.

Von 1845 bis 1849 litt Irland unter der Großen Hungersnot, ausgelöst durch eine neuartige Pilzkrankheit, die für Missernten bei der Kartoffel, dem Hauptnahrungsgut der Bevölkerung, sorgte. 1 Million Menschen verhungerten, 1,5 Millionen Menschen wanderten aus, hauptsächlich in die Vereinigten Staaten von Amerika. Das schlimmste Jahr wurde dabei 1847, das entsprechend als das "Schwarze 47" bezeichnet wird. In das kollektive Gedächtnis des Landes, das zu der Zeit noch von den Briten besetzt war, hat sich diese Katastrophe eingebrannt. Um so erstaunlicher, fand Regisseur und Drehbuchautor Lance Daly, dass sich das irische Kino dieser Periode kaum angenommen hatte.

Daly sollte mit seinem irischen Drama 2018 daran erfolgreich etwas ändern. Er verankerte die düstere und schonungslose Geschichte - im doppelten Wortsinn - tief in Genre-Stereotypen, um das gezeigte bittere Elend erträglicher zu machen. Der Filmemacher vermied dabei aber eine einfache Schwarz-Weiß-Zeichnung der Figuren, sondern zeigte vielmehr die politischen Missstände auf, die zu der Hungersnot beigetragen hatten und eine Hass- und Gewaltspirale entfachten, welche die irische Gesellschaft und Politik bis heute gefangen hält - Stichwort "Harte Brexit-Grenze".

Grundlage des in den irischen Landkreisen Kildare und Wicklow und der Region Connemara gedrehten Streifens war der zehn Minuten lange Kurzfilm "An Ranger" von P.J. Dillon und Pierce Ryan aus dem Jahr 2008, mit denen zusammen Lance sein Drehbuch schrieb.

"Black '47" erhielt gute Kritiken und wurde zu einem großen Erfolg beim irischen Publikum. Bei den Irischen Filmpreisen gewannen der Film und die Maskenbildnerinnen; nominiert waren Regisseur Lance Daly, Nebendarsteller Stephen Rea und die Tontechniker.

Kritiker Matthew Bond schrieb in "The Mail on Sunday": "Wenn auch die Große Hungersnot den brutalen historischen Hintergrund bildet, ist Lance Daly's packender Film im Grunde ein Western, komplett mit einem auf Rache sinnenden Antihelden, einer erbarmungslos verfolgenden Bande und einer Anzahl krachender Feuergefechte."



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