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There Will Be Blood - Paul Dano und Daniel Day-Lewis
There Will Be Blood - Paul Dano und Daniel Day-Lewis
© Paramount Pictures Germany

TV-Tipps für Sonntag (21.2.): Daniel Day-Lewis trinkt einen Milkshake

Arte zeigt Meisterwerk "There Will Be Blood"

Am Sonntagabend bietet Arte mit einem Meisterwerk im Hauptprogramm dem TATORT die Stirn: Daniel Day-Lewis gewann seinen zweiten Oscar für "There Will Be Blood". Im Sat1-Spätprogramm stellt sich dann Robert Downey Jr. als Sherlock Holmes einem "Spiel im Schatten".

"There Will Be Blood", Arte, 20:15 Uhr
Ein Ölbohrer (Daniel Day-Lewis) steigt Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem reichen Geschäftsmann auf, der rücksichtslos alles dem Erfolg unterordnet.

"Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?", fragt das Matthäus-Evangelium in der Bibel - und dieses US-Drama von Regisseur und Drehbuchautor Paul Thomas Anderson ist quasi die Zelluloid gewordene Fassung dieses Dilemmas, verankert mit einer turmhohen Bravura-Leistung des erstaunlichen englischen Hauptdarstellers Daniel Day-Lewis.

Anderson hatte bereits mit einem Drehbuch begonnen, als er auf den Roman "Oil!" von Upton Sinclair aus dem Jahr 1927 stieß. Mit Motiven aus diesem Buch, das vage auf dem Leben des Ölmagnaten Edward Doheny beruht, der innerhalb eines Jahrzehnts um die Jahrhundertwende durch Ölbohrungen zu Reichtum gekommen war, rundete der Filmemacher sein Skript ab. Zwei Jahre dauerte es dann noch, die Finanzierung des Budgets in Höhe von 25 Millionen Dollar zu sichern. Keines der großen Hollywood-Filmstudios betrachtete den Stoff als besonders profitabel. Schließlich schlossen sich Paramount Pictures und Miramax Films zusammen, um die Summe zu stemmen. Schlussendlich sollte der Film weltweit 76 Millionen Dollar umsetzen.

Gedreht wurde hauptsächlich auf einer Ranch in Marfa im US-Bundesstaat Texas. Nach zwei Wochen besetzte der Regisseur die Rolle des Predigers um, weil er mit der Leistung von Kel O'Neill nicht zufrieden war. Statt dessen erhielt Paul Dano, der den Bruder des Predigers mimte, nun auch diesen Part und stieg so zum Zwillingspaar auf.

Paul Thomas stilisierte die Geschichte um die Doppelgesichtigkeit des Kapitalismus, der zugleich erschafft und zerstört, und um das Ringen von Mammon und religiösem Fanatismus um die amerikanische Seele zu einem fast mythisch überhöhten klassischem Drama mit großer visueller, musikalischer und darstellerischer Wucht.

Das Meisterwerk erhielt 2007 hervorragende Kritiken, landete auf sämtlichen Jahresbestenlisten und strich über 100 Preise und über 100 Nominierungen ein, zuvorderst der "Grand Slam" von Daniel Day Lewis mit dem Gewinn von Academy Award, Golden Globe, Britischen Filmpreis und Screen Actors Guild Award. Bei den Internationalen Filmfestspielen gingen Silberne Bären an Regisseur Paul Thomas Anderson und Komponist Jonny Greenwood.

Ebenfalls einen Oscar gewann Kameramann Robert Elswit; nominiert waren der Film, Regisseur Anderson, sein Drehbuch, Cutter Dylan Tichenor, die Bühnenbildner und der Tonschnitt. Der Film war für den Golden Globe nominiert. Nominierungen für den Britischen Filmpreis gingen an den Film, Regisseur Anderson, sein Drehbuch, Nebendarsteller Paul Dano, Kameramann Elswit, Komponist Greenwood, die Bühnenbildner und die Tontechniker.

Kritiker Michael Compton schrieb in "Bowling Green Daily News": "Eine unglaubliche Studie in Gier und Verderbnis, meisterhaft in Szene gesetzt von Paul Thomas Anderson. Die Kameraführung ist atemberaubend und die Musik von Jonny Greenwood faszinierend originell."



"Sherlock Holmes: Spiel im Schatten", Sat1, 22:30 Uhr
Sherlock Holmes (Robert Downey Jr.) und sein Partner Dr. Watson (Jude Law) versuchen ihren härtesten Gegner Professor Moriaty (Jared Harris) zu Fall zu bringen.

2009 hatte der englische Regisseur Guy Ritchie ("The Man from U.N.C.L.E.") den Amerikaner Robert Downey Jr als Londoner Meisterdetektiv Sherlock Holmes besetzt, ihn mit britischen Akteuren wie Jude Law, Eddie Marsan und Mark Strong umgeben und Holmes als Action-Star des viktorianischen Zeitalters neu erfunden. Spezialeffekte und Zeitlupe gingen eine unwiderstehliche Mischung mit den kriminalistischen Fähigkeiten und falschen Fährten der klassischen Detektivromane von Arthur Conan Doyle ein. Das Publikum sah dies genauso und sorgte weltweit für ein Einspiel von über einer halben Milliarde Dollar.

Kein Wunder, dass Warner Brothers Pictures nicht lange zögerten und zwei Jahre später diese Fortsetzung mit dem gleichen Team ins Rennen schickten. Statt Mark Strong tritt nun Jared Harris als Holmes' Nemesis Professor Moriarty auf den Plan, dessen Ränkeschmiede den Detektiv und seinen Adlatus Dr. Watson durch halb Europa treiben - mit der Zigeunerin Noomi Rapace im Schlepptau. Auch neu dabei: Stephen Fry als sehr exzentrische Ausgabe von Sherlock's Bruder Mycroft. Alles endet an den Reichenbachfällen...

Der 125 Millionen Dollar teure US-Kriminalfilm basiert wie der erste "Sherlock Holmes" von Guy Ritchie auf keinem bestimmten Doyle-Roman oder einer Kurzgeschichte, sondern die Drehbuchautoren Michele und Kieran Mulroney verwendeten Motive aus unterschiedlichen Geschichten wie "The Final Problem" und "The Empty House".

Die Dreharbeiten fanden in Großbritannien, Frankreich sowie der Schweiz statt. Es gelang Ritchie mit diesem Werk, den Blitz zweimal einzufangen: Auch "Sherlock Holmes: A Game of Shadows" ist flott, witzig, spannend, spektakulär, einfallsreich und profitiert wieder enorm von seinen beiden spielfreudigen Hauptdarstellern. Die Zuschauer waren erneut überzeugt und bescherten 2011 dem Kriminalfilm mit einem weltweiten Einspiel von 545 Millionen Dollar das gleiche Ergebnis wie dem ersten Teil.

Die Kritiken dagegen waren lediglich gemischt. Simon Gallagher von "What Culture" gehörte zu denjenigen, denen "Sherlock Holmes 2" gefiel: "Der Gesamteindruck ist der einer Steam Punk-Version eines Toulouse Lautrec-Gemäldes, komplex angelegt, an einigen Stellen visuell umwerfend und durch und durch gut gespielt."



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