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Crimson Peak - Mia Wasikowska
Crimson Peak - Mia Wasikowska
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

TV-Tipps für Samstag (30.10.): Mia Wasikowska zieht ins Spukschloss

ZDF zeigt "Crimson Peak"

Am Samstagabend lockt das Fernsehen die Spielfilm-Fans mit Hollywood-Kino. Vox zeigt im Hauptprogramm den vierten "Die Hard", und das ZDF strahlt zu reichlicher Geisterstunde die Spukgeschichte "Crimson Peak" von Maestro Guillermo del Toro aus.

"Stirb langsam 4.0.", Vox, 22:00 Uhr
Ein Polizist (Bruce Willis) und ein junger Hacker (Justin Long) tun sich zusammen, um in Washington D.C. einem Cyber-Terroristen (Timothy Olyphant) das Handwerk zu legen.

Es wird schon seinen Grund haben, dass es Trilogien gibt. Oder den Spruch "Aller guten Dinge sind drei". Übersetzt in Hollywood-Sprache heißt das: "Man kann eine Kuh nur begrenzt melken." Und so schien die "Die Hard"-Reihe, die 1988 so fulminant begonnen hatte, mit dem dritten Part im Jahr 1995, der eher wie eine "Lethal Weapon"-Version daherkam, auch gerade noch rechtzeitig beendet worden zu sein. Doch Fragen an Bruce Willis, ob er nicht doch nochmal in die Rolle des Polizisten John McClane schlüpfen wolle, verstummten à la Harrison Ford und "Indiana Jones" nie.

Und so kam es zwölf Jahre nach Ende der Trilogie doch noch zur vierten Auflage, die im Original ein wenig unbeholfen "Live Free or Die Hard" betitelt wurde. Und mag man sich nun über die Einfallslosigkeit Hollywoods aufregen, keine originalen Stoffe zu produzieren, oder das ganze Unterfangen als erschöpfte zynische Geldmacherei ansehen - 20th Century Fox schafften es überraschend, einen frischen und richtig guten vierten Teil zu kredenzen, der die besten Kritiken der Reihe nach dem Original erhielt und auch an den Kinokassen 2007 mit weltweit 383 Millonen Dollar zum Erfolg wurde.

Für die Regie des 110 Millionen Dollar schweren Unterfangens engagierte man Len Wiseman, der sich mit der "Underworld"-Reihe einen Namen gemacht hatte und für "Die Hard 4" die Entscheidung traf, computergenerierte Bilder nur dosiert einzusetzen. Stattdessen setzte er auf reale Effekte und den traditionellen Einsatz von Stunt-Männern, die bei diesem US-Thriller mit 200 Vertretern im Einsatz waren. Dafür ging Drehbuchautor Mark Bomback ("Enzo und die wundersame Welt der Menschen") mit der Zeit und ersonn eine Handlung um Cyber-Terrorismus.

Das Ganze ist vollkommen absurd, aber das in einer Art und Weise der besten Sommer-Blockbuster - wirkungsvoll, voller Action mit aufregenden Stunts und einem Bruce Willis in Hochform.

"Während sich mehr und mehr Filme auf massive CGI-Unterstützung und Hong Kong-mäßig choreographierte Kämpfe, bei denen Leute an Drähten hängend durch die Luft wirbeln, verlässt, schwelgt dieser Film in guten, altmodischen Faustkämpfen und echten, einwandfrei ausgeführten Stunts", schrieb Kritiker Brandon Fibbs in der "Colorado Springs Gazette".



"Crimson Peak", ZDF, 01:30 Uhr
Eine junge Amerikanerin (Mia Wasikowska) aus reichem Haus lässt sich auf die Ehe mit einem verarmten schottischen Lord (Tom Hiddleston) ein. Doch dessen Schloss, in dem er mit seiner Schwester (Jessica Chastain) lebt, führt ein unheimliches und für die Zugezogene bedrohliches Eigenleben.

Nach seinem weltweiten Erfolg mit "El laberinto del fauno" ("Pan's Labyrinth") im Jahr 2006 schrieb der mexikanische Produzent, Regisseur und Drehbuchautor Guillermo del Toro ("The Shape of Water") einen Drehbuchentwurf für eine "Geistergeschichte und Gruselromanze". Universal Pictures erwarben die Verfilmungsrechte, doch bis zur Realisierung sollten sieben Jahre vergehen. Del Toro wandte sich zunächst anderen Projekten zu, bevor dann "Crimson Peak" wieder auf den Tisch kam.

Für 55 Millionen Dollar konnte der Filmemacher in den kanadischen Pinewood Toronto Studios sowie mit Aufnahmen in den Städten Hamilton und Kingston in der Provinz Ontario seine Version einer Spukschloss-Story realisieren. Für die Hauptrollen waren zunächst Emma Stone und Benedict Cumberbatch vorgesehen, die jedoch ausstiegen und durch Mia Wasikowska und Tom Hiddleston ersetzt wurden.

Die Handlung des US-Horrorfilms ist dünn geraten, aber die Atmosphäre ist wunderbar unheimlich, und einmal mehr schlägt del Toro's brillante Gabe, unvergessliche Bilder zu kreieren, durch.

"Crimson Peak" erhielt 2015 gute Kritiken, aber das Publikum war nur mäßig interessiert. Mit weltweit 74 Millionen Dollar floppte das Werk.

Kritiker Norman Gidney schrieb in "Horror Buzz": "Würden Produzent Ismail Merchant und Regisseur James Ivory einen Horrorfilm drehen, würde er wohl so aussehen wie dieser hier."



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