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Die dunkelste Stunde - Gary Oldman
Die dunkelste Stunde - Gary Oldman
© Universal Pictures International

TV-Tipp für Dienstag (16.11.): Gary Oldman triumphiert

ZDF zeigt "Die dunkelste Stunde"

"Die dunkelste Stunde", ZDF, 00:15 Uhr
Der zum Kampf gegen die Deutschen entschlossene Winston Churchill (Gary Oldman) wird 1940 neuer britischer Premierminister, doch der unbeliebte Politiker muss Parlament, König (Ben Mendelsohn) und Volk für seinen Kurs gewinnen.

Im Frühling 1940 sah es düster für den deutschen Kriegsgegner Großbritannien aus. Das Deutsche Reich hatte in einem unerwarteten Siegeszug mit seinen Armeen Polen, Dänemark, Norwegen, die Niederlande, Belgien, Luxemburg und den britischen Bündnispartner Frankreich innerhalb eines drei Viertel Jahres überrollt. Nun lag nur noch der Ärmelkanal zwischen der Britischen Weltmacht und den scheinbar unbezwingbaren Deutschen. In dieser Situation gab es nicht wenige, die auf Friedensverhandlungen mit den Nationalsozialisten drängten und auf die kriegsmüde Stimmung in der Bevölkerung verweisen konnten.

Doch es gab eine Minderheit, die sich mit Adolf Hitler und Konsorten nicht einlassen, geschweige denn ihnen unterwerfen, sondern den Kampf fortsetzen wollten. Dazu gehörte der neu ernannte Premierminister, der damals 65 Jahre alte Konservative Winston Churchill, der als Marineminister im Kabinett seines Vorgängers Neville Chamberlain gesessen hatte und seit Jahren einer der vernehmlichsten Mahner gegen die Nazis war. Wie Churchill sich mit seinem Willen, den Krieg fortzusetzen, durchsetzte und damit Geschichte schrieb, davon erzählt dieses britische Drama von Regisseur Joe Wright und Drehbuchautor Anthony McCarten ("The Two Popes").

"Darkest Hour" engt die damaligen Auseinandersetzungen historisch nicht ganz korrekt auf die Person Churchill ein und unterschlägt den Anteil der Labour-Partei und ihres Vorsitzenden Clement Attlee. Aber alles in allem schildert die 30 Millionen Dollar teure Working Titles die Dynamik jener schicksalshaften Tage im Mai und Juni 1940 korrekt. Zusammen gehalten wird die manchmal wackelige Handlungsführung durch die mitreißende Darstellung Gary Oldmans, die zu seinem Karrierehöhepunkt werden sollte.

Dafür musste Oldman einiges auf sich nehmen: Unter anderem saß der Mime rund 200 Stunden bei den Maskenbildnern und rauchte im Laufe der Dreharbeiten etwa 400 Zigarren.

Gedreht wurde in den Grafschaften South Yorkshire, Oxfordshire, Kent sowie in den Ealing Studios und Warner Bros. Studios bei London.

"Darkest Hour" erhielt 2017 gute Kritiken und wurde mit weltweit 150 Millionen Dollar auch ein Publikumserfolg. Insbesondere aber wurde er zu einem Triumph für Gary Oldman, der den seltenen "Grand Slam" der großen vier Schauspielerpreise schaffte: Der Akteur erhielt den Academy Award, den Golden Globe, den Britischen Filmpreis und den Screen Actors Guild Award.

Ein weiterer Oscar ging an die Maskenbildner; nominiert waren zudem noch der Film, Kameramann Bruno Delbonnel, die Bühnenbildner und Kostümbildnerin Jacqueline Durran. Den Britischen Filmpreis erhielten die Maskenbildner; nominiert waren hier der Film, Nebendarstellerin Kristin Scott Thomas, Kameramann Delbonnel, Komponist Dario Marianelli, die Bühnenbildner und Kostümbildnerin Durran.

Kritiker Steven Prokopy schrieb in "Third Coast Review": "Er mag Geschichte abbilden, aber der Film wirkt nicht wie eine Schulstunde. Er ist dynamisch, aufregend und faszinierend zugleich."



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