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Es - Bill Skarsgard
Es - Bill Skarsgard
© Warner Bros.

TV-Tipp für Freitag (18.2.): Bill Skarsgard verschenkt einen bunten Luftballon

Pro7 zeigt "Es"

"Es", Pro7, 20:15 Uhr
In einer US-amerikanischen Kleinstadt verschwinden auf unerklärliche Weise Kinder. Eine Gruppe Heranwachsender erkennt den Zusammenhang und stellt sich der Inkarnation des Bösen in Gestalt des Clowns Pennywise (Bill Skarsgard) entgegen.

Bedenkt man, wie populär der Roman "It" von Stephen King aus dem Jahr 1986 war und ist, mutet es erstaunlich an, wie lange es gedauert hat, bis eine Leinwandversion dieser Geschichte in die Kinosäle gekommen ist. Vielleicht war es die Ehrfurcht vor der TV-Miniserie von 1990, welche die Hollywood-Manager zögern ließ, eine Spielfilmadaption anzuschieben. Wobei diese Ehrfurcht übertrieben wirkt vor der ordentlichen, aber nicht überragenden Version mit einem allerdings zugegebenermaßen ikonischen Tim Curry als Pennywise.

Jedenfalls dauerte es bis 2009, als Warner Brothers Pictures ankündigten, den Horrorclown und den Losers Club auf die große Leinwand zu bringen. Das Drehbuch schrieb David Kajganich ("Suspiria"), der dafür viel Zeit eingeräumt bekam, da allen Beteiligten klar war, dass es keine einfache Aufgabe darstellte, den volumninösen Roman mit seinen zwei Zeitebenen in ein 120-seitiges Skript zu verwandeln. Als Regisseur gewann man schließlich 2012 Cary Joji Fukunaga ("No Time to Die"), der zusammen mit Debutant Chase Palmer das Drehbuch neu schrieb, das jetzt nur noch den ersten Part des Buches abdeckte, dessen Handlungszeit man von den Fünfzigern in die Achtziger verschob. Als Pennywise war der englische Akteur Will Poulter im Gespräch.

2015 jedoch kam der Bruch: Fukunaga verließ die Produktion wegen künstlerischer Meinungsverschiedenheiten - für den Geschmack des Studios wollte sich der Künstler zu sehr von der Romanvorlage entfernen. Die inzwischen zur Warner Bros.-Tochter New Line Cinema gewechselte Produktion wurde dem argentinischen Filmemacher Andy Muschietti anvertraut, der sich 2013 einen Namen mit seinem Hollywood-Debut "Mama" gemacht hatte. Gary Dauberman, der das Drehbuch zu "Annabelle" verfasst hatte, überarbeitete das Skript. Die Rolle von Pennywise ging an den schwedischen Darsteller Bill Skarsgard.

Für 35 Millionen Dollar drehte das Team den US-Horrorfilm, der in Derry im US-Bundesstaat Maine spielt, in der kanadischen Provinz Ontario in Toronto und Umgebung, so in Port Hope, Oshawa und Riverdale.

Muschietti musste keine Kompromisse beim Horror machen, denn die Produzenten hatten schon angekündigt, dass sie sich mit einer Altersfreigabe "R - Restricted", die das jugendliche Publikum nur in Erwachsenenbegleitung zuließ, begnügen würden und nicht auf das weichgespülte "PG-13" schielten. Und so überzeugt die Literaturverfilmung in der Disziplin, in der ein Horrorfilm als erstes reüssieren sollte: Sie ist teuflisch erschreckend und bietet dabei drastische Bilder. Aber der Regisseur gießt auch einen guten Schuss von King's "Stand by Me" in den roten Schreckenswein und erzählt im Grunde eine emotional bewegende Geschichte von Freundschaft und Erwachsenwerden. Ohne die Spannung zu verwässern, bringt Andy viel Herz in die Schreckenssaga, die auch von hervorragenden schauspielerischen Leistungen von Skarsgard und dem jugendlichen Ensemble getragen wird.

"It" startete 2017 mit guten Kritiken - viele erklärten das Werk zu einer der besten Stephen King-Adaptionen - und ließ die Kassen in einem ungeahnten Ausmaß klingeln. Mit einem weltweiten Umsatz von 701 Millionen Dollar erzielte die Romanverfilmung ein für einen Horrorfilm außerordentliches Ergebnis. New Line Cinema gaben sofort bei Muschietti und Dauberman die Fortsetzung in Auftrag, die zwei Jahre später in die Kinos kommen sollte.

Kritiker Steven Prokopy schrieb in "Third Coast Review": "Nicht nur eine recht getreue Adaption des gewaltigen Buches mit einer Handvoll kluger Änderungen und Kürzungen, sondern auch ein kunstvoll gearbeitetes Werk, das sich mehr darum kümmert, die Charaktere aufzubauen als bloß eine Reihe billiger Schockmomente hintereinander zu schalten."



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