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Kritik: Life (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Anton Corbijns Film "Life" ist einerseits ein Biopic, das James Dean in einem wichtigen Abschnitt seines Lebens zeigt. Aber noch viel mehr ist der Film das Portrait der sich entwickelnden menschlichen Beziehung zwischen dem karrierebesessenen New Yorker Fotografen und dem in Indiana aufgewachsenen Schauspieler. Während Stock ständig unter Strom steht und niemals Zeit für seinen kleinen Sohn findet, ist James Dean tiefenentspannt und lebt selbst inmitten des beginnenden Trubels um seine Person ganz nach dem Motto "carpe diem". Es ist schon lustig den großen Studioboss Jack Warner (Ben Kingsley) toben zu sehen, weil sein Nachwuchsstar lieber in Indiana auf dem Land abhängt, als in New York der Premiere seines neuen Films beizuwohnen.

Darüber hinaus zeigt sich anhand der Beziehung zwischen dem Schauspieler James Dean und dem Fotografen Dennis Stock, wie groß der Einfluss der Medien bei der Mythenbildung bereits damals war. Stock beginnt als ein früher Paparazzi, der seine Jagd jedoch zunächst auf das manische Knipsen der Stars auf den roten Teppichen dieser Welt beschränkt. Er ist einer von vielen Vampiren, die mit dem Ruhm der anderen ihren eigenen Lebensunterhalt sichern. Von da entwickelt er sich jedoch weiter zum Künstler und zum Star-Macher, der in einer entscheidenden Phase in der Karriere von James Dean genau die Fotos macht, die den Schauspieler endgültig unsterblich gemacht haben.

Man merkt "Life" deutlich an, dass Corbijn einen ganz persönlichen Bezug zu diesem Thema hat. Immerhin war der Regisseur, bevor er Filmemacher wurde, selbst bereits ein berühmter Fotograf, der Stars, wie die Rolling Stones in seinen Bildern inszenierte. All dies hebt den makellos inszenierten Film trotz seiner recht konventionellen Biopic-Dramaturgie deutlich über das Gros der Filme dieses Genres empor. Darüber hinaus muss auch eingeräumt werden, dass dies der erste Film ist, in dem Robert Pattinson einmal als Charakterdarsteller überzeugt, Vielleicht liegt dies ein auch Stück daran, das der zunächst aalglatte Dennis Stock dem einstigen Vampir-Darsteller nicht ganz so fern ist...

Fazit: "Life" ist ein - wie von Anton Corbijn gewohnt - sehr sauber inszenierter Film über den "Beginn einer wunderbaren Freundschaft", der keineswegs spektakulär, aber richtig gelungen ist.





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