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Feriado. Erste Liebe
Feriado. Erste Liebe
© Gmfilms

Kritik: Feriado. Erste Liebe (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Mit der gefühlvollen Coming-of-Age-Romanze "Feriado" legt der Ecuadorianer Diego Araujo sein Spielfilm-Debüt vor. Einige Szenen des Films, wie etwa der brutale Übergriff auf den Geschäftspartner, beruhen auf eigenen Kindheitserinnerungen des Regisseurs. Seine Weltpremiere erlebte der Film 2014 auf der Berlinale, und prompt wurde in der Kategorie "Generation" für den Hauptpreis nominiert. Dank feinfühlig agierender Hauptdarsteller, einer unaufgeregt-entschleunigten Erzählweise und - vor allem - der beeindruckenden Landschaftsbilder ist aus "Feriado" ein gelungenes, empfindsames Drama über die Wirren der Sexualitäts-Entdeckung geworden.

Regisseur Araujo überzeugt in seinem Regie-Debüt in erster Linie auch mit seiner langsamen, ruhigen Erzählweise. Bedächtig und ohne Tempo hangelt sich der Film von einem Vorkommnis zum nächsten, einzig die Szene des gewaltsamen Übergriffs fällt aufgrund seines Tempos und der Wackelkamera aus dem Rahmen. Die geruhsame, harmonische Inszenierung steht dabei fast ein wenig im Widerspruch zur aufgewühlten, wirren Gefühlswelt von Hauptfigur Juan Pablo. Juan Pablo erscheint als schüchterner, introvertierter Pubertierender, der seinen Lebensweg noch längst nicht gefunden hat - und ebenso wenig seine eigene Sexualität. Diese Unsicherheit drückt sich immer wieder in heimlichen, unsicheren Blicken aus, die sowohl auf Männer als auch auf Frauen gerichtet sind.

Noch ein wenige konfuser wird die Situation, als er den ausgeflippten Metal-Fan Juano kennenlernt. Dieser ist das komplette Gegenteil vom zurückhaltenden Juan: er ist Selbstdarsteller, beliebt und umtriebig. Und genau das ist es, was Juan an ihm so fasziniert. Unaufgeregt schildert Regisseur Araujo auch hier das langsame, zärtliche Annähern der Beiden, das gegenseitige Kennenlernen und schließlich das ineinander verlieben. Größtes Plus des Films sind aber die berauschenden Natur-Kulissen der ecuadorianischen Landstriche und Gegenden. Sie gehen Hand in Hand mit dem sanften Regie-Stil: idyllisch und beeindruckend. Die endlosen Täler und der weite Blick in Richtung der riesenhaften, monumentalen Berge und Erhebungen würden sich auch in jeder ZDF-Naturdoku sehr gut machen.

Fazit: Starke Coming-of-Age-Liebesgeschichte um die Irrungen und Wirrungen der aufkommenden Sexualität mit authentischen Darstellern und exquisiten Landschaftsaufnahmen.





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