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Traumfrauen - Elyas M'Barek
Traumfrauen - Elyas M'Barek
© Warner Bros.

Kritik: Traumfrauen (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Mit der romantischen Komödie "Traumfrauen" gibt Anika Decker, die Autorin von "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken", ihr Regiedebüt. Eine illustre Riege von Schauspielern veredelt den Film, der nach dem Muster von "Mann tut was Mann kann" funktioniert, nur mit einem weiblichen Quartett im Mittelpunkt. Anika Deckers Stärke sind eindeutig die ideenreichen, unverblümten Dialoge, die immer wieder zu spontanem Auflachen reizen. Allerdings nimmt die flotte Geschichte einen seichten Kurs und schwächt ihren Oberflächenglanz mit allzu gefälligen Lösungsmustern ab, wie sie Komödienfans längst auswendig im Schlaf herunterbeten können.
Einen hohen Unterhaltungswert mit Überraschungsfaktor hat eine ganze Weile schon allein der Umstand, dass immer wieder weitere bekannte Darsteller aufkreuzen. Hannah Herzsprung, die die zentrale Figur der Leni spielt, sah man bislang eher in gewichtigen Dramen, und auch Frederick Lau verortet man sonst nicht im Komödiengenre. Elyas M'Barek und Karoline Herfurth, die beiden Stars aus "Fack Ju Göhte", haben hier, leider muss man sagen, keinen romantischen Schlagabtausch. Denn im Vergleich mit diesem Erfolgsduo lässt sich die Chemie zwischen M'Barek und Herzsprung wesentlich trockener an. Iris Berben schließlich, die hier eine vom Internet klischeehaft überforderte Früh-Seniorin spielt, hatte unlängst in "Miss Sixty" eine attraktivere Rolle. Gerade im Vergleich zu diesem frechen Film, der die Klischees über alternde Frauen mutig auseinandernahm, offenbart "Traumfrauen" seine Schwächen: Decker verlässt sich komplett auf Szenarien, die bereits andernorts gut funktioniert haben. Dabei erwarten Kinogänger, vielleicht im Gegensatz zu Restaurantbesuchern, oft gar nicht so gern das gleiche, bewährte Rezept.
Die Geschichte pendelt immer wieder zwischen den Generationen, vom jungen WG-Trio zu den Abenteuern der unbeholfenen Margaux. Das sorgt für spannende Abwechslung. Aber der Film macht aus seinen vielversprechenden Zutaten letztlich zu wenig und hat es oft auffallend eilig, den Hafen der Harmonie anzusteuern. Warum zum Beispiel muss sich Vivi, die als taffe, eher auf emotionale Distanz bedachte Person vorgestellt wurde, gleich nach dem ersten Mal mit Peter Müller in die Idee verlieben, schwanger zu sein? Und wieso müssen die Kränkungen, die Leni und Hannah widerfuhren, damit kompensiert werden, dass die schuldigen Männer schließlich reumütig antanzen? Eine Geschichte funktioniert vor allem dann, wenn sie auch plausibel wirkt – nämlich ein bisschen komplex und sperrig wie das Leben selbst.

Fazit: Die romantische Komödie von Anika Decker begleitet ein Frauen-Quartett durch Liebeswirren, die vor keiner Altersstufe Halt machen. Trotz einer namhaften Darsteller-Riege und ideenreichem Wortwitz verläuft die oberflächlich glanzvolle Geschichte aber enttäuschend seicht.





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