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Kritik: Gänsehaut (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die Fantasy-Gruselkomödie, bei der Rob Letterman ("Monsters vs. Aliens") Regie führte, hat sich etwas Besonderes einfallen lassen: Ein berühmter amerikanischer Buchautor trifft auf all die Monster, die er in seiner "Gänsehaut"-Kinderbuchreihe erschaffen hat. Sie sind es leid, in den Seiten seiner Romane versteckt zu bleiben. Angeführt werden sie von der unheimlichen Bauchredner-Puppe Slappy, die den Platz ihres Schöpfers einnehmen will. Mit dem echten Schriftsteller R.L. Stine, der in New York lebt, teilt der fiktiv ausgeschmückte Filmcharakter den Namen und die Fantasiewelt seiner Bücher. Dass er aus seinem Elfenbeinturm verscheucht wird, hat er zwei ganz realen Teenagern und einer aufmüpfigen Tochter zu verdanken. Diese Charaktere geben der Gruselaction einen jugendlich frischen Anstrich.

Schaurig-schräg und zugleich witzig präsentiert sich die hier ausgebreitete Romanwelt Stines. Vor den einmal losgelassenen Monstern – zum Beispiel den fiesen Gartenzwergen oder dem Werwolf – scheint es kein Entkommen zu geben. Kaum schaffen es Zach und seine Begleiter, die Armee der Gartenzwerge zu zertrümmern, so setzen sich die Scherben auch schon wieder zusammen und die Zipfelmützenträger marschieren weiter. Trotz dieser permanenten, aber auch einigermaßen kindgerecht durch Humor abgefederten Bedrohung, haben die menschlichen Charaktere noch Raum für ihre eigenen Geschichten. Zach wird mit seinen Gefühlen für Hannah, seinem unbeholfenen Kumpel und seiner detektivischen Neugier zur zentralen Figur, um die sich die anderen scharen. Ihm vertraut auch der Schriftsteller an, warum er menschenscheu ist und welche Absicht hinter seiner Kunst steckt. Jack Black spielt Stine im Gegensatz zu vielen anderen seiner Rollen ziemlich ernst, als Respekt einflößenden Sonderling, und stattet ihn mit beeindruckender Präsenz aus. Auch die drei Teenager-Charaktere sind überzeugend gezeichnet und fügen sich gut in den Actionablauf ein.

Wenn die Monster in die Nacht ausschwirren, entsteht eine Retro-Atmosphäre, die das Schräge und Wunderliche betont. Manchmal wirkt der Tonfall aber auch etwas betulich und bemüht. Die visuelle Gestaltung hat Reizvolles zu bieten, zum Beispiel wenn sich die Buchfiguren - oft eine Kombination von CGI und Stofflichem – in einem Wirbel aus Lichteffekten manifestieren. Dem romantischen Pärchen Zach und Hannah bietet ein verwunschener, im Wald vergessener Freizeitpark ein schönes Refugium. Insgesamt also ist "Gänsehaut" ein originelles Abenteuer für das junge Publikum, auf dessen eigentümliche Atmosphäre man sich aber erst einlassen muss.

Fazit: Im Zentrum dieser Fantasy-Gruselkomödie steht der Ausbruch der Monsterfiguren aus den Kinderbüchern des Schriftstellers R.L. Stine. Sie zwingen ihm und drei Teenagern eine Actionhandlung auf, die in eine geheimnisvolle Atmosphäre gehüllt und mit viel Humor garniert wird. Die originelle Idee und die visuelle Gestaltung überzeugen, aber der schräge Retro-Charme fällt zuweilen etwas betulich aus.







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