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Die Hollars - Eine Wahnsinnsfamilie
Die Hollars - Eine Wahnsinnsfamilie
© Sony Pictures

Kritik: Die Hollars - Eine Wahnsinnsfamilie (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Dieser Spielfilm, bei dem der Hauptdarsteller John Krasinski auch Regie führt, vertieft sich mit Humor in das konfliktreiche Durcheinander, das bei der Familie Hollar herrscht. John hat nicht mehr viel von sich hören lassen, seit er in New York lebt, und nun sieht er bei seinem Besuch konsterniert, was daheim alles im Argen liegt. Sorgen bereiten nicht nur die Erkrankung der Mutter, sondern auch die marode Firma des Vaters und die Verbitterung des Bruders. Und John selbst schleppt auch ein paar Probleme und Lebensangst mit sich herum. Die Zusammenkunft der Familie verläuft holprig und manchmal peinlich, was für viel Situationskomik sorgt.

Aber dennoch handelt es sich bei dieser Geschichte inhaltlich eher um ein Drama. Dem Drehbuch von Jim Strouse gelingt es, die Charaktere und ihre Probleme sehr realitätsnah zu zeichnen. Es folgt damit dem innovativen Beispiel von Filmen wie "The Descendants" oder "Silver Linings", die ebenfalls durchwachsene, aus dem Leben gegriffene Geschichten erzählt haben. Die Figuren wirken hier so menschlich, gerade weil sie nicht mit Macht in ein vorteilhaftes Licht gerückt werden. Zum Beispiel spielt der sonst für ernsthafte Rollen bekannte Darsteller Richard Jenkins ein überfordertes Familienoberhaupt, das sich zuweilen ein wenig lächerlich macht.

Sharlto Copley spielt Johns Bruder Ron als grimmig verbissenen Loser, der darauf angewiesen ist, dass ihm der neue Mann seiner Ex-Frau geduldig die Hand reicht. Aber auch diese Geste demütigt ihn natürlich. Und John ist sprachlos, als ihm seine Mutter sagt, dass ihre Ehe mit seinem Vater vielleicht ein Fehler war. Margo Martindale spielt Sally als resoluten, aber auch etwas frustrierten Fels in der Brandung. Anna Kendrick hat eine hübsche Rolle als Johns liebevolle, großzügige Freundin.

Alle diese Personen befinden sich nun an einem Scheideweg, können ihre Beziehungen entweder festigen oder sie verlieren. An Sallys Krankenbett spüren sie ihre Ohnmacht und Anspannung, jedes Gespräch mit dem Arzt oder untereinander kann ins Merkwürdige driften oder scheitern. Es gibt in diesem Film tief empfundene, wahrhaftige Momente, die nicht nur Don, sondern vielleicht auch die Zuschauer ein paar Tränen kosten. So viel Substanz aber scheint den Regisseur dann ein wenig zu verunsichern, weil er am Schluss wieder in humorvolles und auch anspruchsloseres Fahrwasser schwenkt. Trotzdem sticht der Film noch positiv aus der großen Masse der Familien-Dramödien heraus.

Fazit: Regisseur John Krasinski, der auch die Hauptrolle spielt, inszeniert diese Geschichte über eine Familie in der Krise als lebensnahe Gratwanderung zwischen Komödie und Drama. Mit Richard Jenkins, Sharlto Copley, Margo Martindale verfügt der Film über starke Darsteller, deren glaubwürdiges, uneitles Spiel beeindruckt. Situationskomik, traurige Momente und versöhnliche Töne ergeben eine stimmige Mischung, die ihre Wirkung nicht verfehlt.





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