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Kritik: Happy Family (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"Happy Family" beruht auf dem gleichnamigen, vierten Roman von Drehbuchautor und Schriftsteller David Safier. Erschienen ist das Buch 2011. Safier begann seine berufliche Laufbahn als Journalist für Hörfunk und TV, bevor er sich in den 90er-Jahren aufs Schreiben konzentrierte. Allein bis Ende 2012 verkauften sich seine Bücher über drei Millionen Mal.

Inszeniert wurde die familienfreundliche 3D-Animationskomödie von Holger Tappe, ein echter Animationsfilm-Experte. Zu seinen bisherigen Werken zählen animierte Werke wie etwa "Urmel aus dem Eis" oder "Konferenz der Tiere". Mit "Back to Gaya" (2004), produzierte und inszenierte er auch den ersten voll animierten Spielfilm aus Deutschland.

Rein optisch muss sich "Happy Family" zu keinem Zeitpunkt vor seiner starken Animationsfilm-Konkurrenz aus den USA (Disneys Pixar, Dreamworks) verstecken. Die visuelle Umsetzung der Geschichte von David Safier ist technisch sauber, von hoher Plastizität und gewaltigem Detailreichtum - vom sehr farbenfroh umgesetzten Moment der Verwandlung in die Monster bis hin zu den Schauplätzen und Aufenthaltsorten im Zuge der (Hexen-)Jagd um die halbe Welt (unter anderem ägyptische Pyramiden). Die betörende Visualität ist damit klar einer der großen Pluspunkte.

"Happy Family" erreicht zwar in Sachen Figurentiefe nur selten die Komplexität und Vielschichtigkeit etwa von Animations-Meisterwerken wie "Oben" oder "Merida", dennoch: Die einzelnen Charaktere sind schrullig, sympathisch und mit allerlei skurrilen Eigenheiten ausgestattet. Das sorgt für reichlich Schmunzler, und zwar bei Groß und Klein. Etwa dann, wenn Fee mit ihrem pubertierendem Gemüt an allem herumzunörgeln hat oder sich Mama Emma das ein oder andere Mal reichlich tollpatschig anstellt (auch schon vor der Verwandlung). In Sachen Humor changiert der Film ausgewogen zwischen körperbetontem, knalligem Slapstick und anspielungsreichem, sarkastischem Wortwitz.

Ein wenig unnötig ist eine im Film untergebrachte Nebenhandlung um den größten aller Vampire, den schrecklichen Graf Dracula. So schrecklich ist er hier allerdings gar nicht, vielmehr stattdessen liebeskrank. Dieser Subplot erreicht leider nicht den gelungenen Humor der Haupthandlung, zieht sie vielmehr nur unnötig in die Länge. Allerdings ist Hape Kerkelings und Oliver Kalkofes Synchronisation von Graf Dracula und seinem treuen Diener wiederum herrlich schräg und äußerst unterhaltsam geraten.

Fazit: Trotz eines unnötigen Subplots liefert "Happy Family" dank einer tadellosen technischen und visuellen Umsetzung gute Familien-Unterhaltung mit wichtiger Botschaft. Hinzu kommen kauzige Figuren, die zwar nicht immer vielschichtig gezeichnet, dafür aber äußerst liebenswert und geistreich sind.





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