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Don't Blink - Robert Frank
Don't Blink - Robert Frank
© NFP marketing & distribution

Kritik: Don't Blink - Robert Frank (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Die Dokumentation "Don’t Blink - Robert Frank" stammt von Laura Israel, einer langjährigen Mitarbeiterin des porträtierten Fotografen und Experimentalfilmers. Der Film feierte seine Premiere auf der Berlinale 2016 im Rahmen der Sektion Panorama Dokumente. Im Geleitwort zum Film erzählte Israel dort von ihrem ursprünglichen Impuls in die Lehre zu gehen. Dazu habe Frank ihr gesagt, man lerne mehr dabei ihm zehn Minuten bei der Arbeit zuzusehen, als in einem ganzen Studium. Da wurde sich Israel ihres großen Glücks bewusst bereits seit zwanzig Jahren diese Ehre zu haben. Deshalb entwickelte sie die neue Idee mit einer Dokumentation über ihrem Lehrer möglichst viel von diesem und von seiner Arbeitsweise an andere weiterzugeben.

Die Tatsache, dass Israel diesen Ansatz mit "Don’t Blink - Robert Frank" tatsächlich bis zum Ende konsequent verfolgt ist die größte Stärke und die größte Schwäche dieser Dokumentation zugleich. Schnell zeigt sich, dass Robert Frank lieber Bilder, als Worte sprechen lässt und sich Interviewern gegenüber recht lustlos und mundfaul gibt. Hierzu bemerkt er immerhin treffend, dass er eine visuelle - und keine verbale - Person sei.

Dementsprechend lässt Israel nach Möglichkeit Bilder statt Worte sprechen und zeigt möglichst viel von Franks Fotos und Filmen. Dass die Dokumentarfilmern seit langen als Cutterin für Frank arbeitet, zeigt sich daran, dass sie dessen spontan-chaotische Arbeitsweise für diese Dokumentation übernommen hat. Anstatt also chronologisch die wichtigsten Stationen im Leben und Schaffen Robert Franks abzuklappern, springt Israel wild-assoziativ in den Themen und in den Zeiten umher.

Dabei gewinnt man als Zuschauer mit der Zeit das Gefühl den Ansatz, den Robert Frank für seine Arbeit wählt, relativ gut zu erfassen. Doch dabei bleiben viele genauere Details auf der Strecke. So erwähnt Frank zuerst den Unfalltod seiner Tochter und etwas später den Tod seines Sohns, der ihm zufolge immer traurig war. Es ist zu vermuten, dass jener Selbstmord beging, aber anstatt näher darauf einzugehen, springt der Film recht schnell recht unmotiviert einfach irgendwohin weiter.

Fazit: Diese Doku gleicht einem filmischen Schnappschuss, der einiges über die Arbeitsweise, aber nur wenig über das Denken und Leben des porträtierten Fotografen enthüllt.





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