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Kritik: The Actor (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"The Actor" ist der dritte Spielfilm von Satoko Yokohama, die bis heute eine der sehr wenigen weiblichen Regisseure im japanischen Kino ist. Die Komödie feierte ihre Deutschlandpremiere unter Anwesenheit der Filmemacherin bei der 16. Nippon Connection in Frankfurt am Main. Dort erzählte Yokohama vor einem bis zum letzten Platz ausverkauften Saal, wie sehr sie sich freue bereits zum zweiten Mal - und dann noch vor einem so großen Publikum - einen Film auf diesem Festival präsentieren zu können. Bei ihrem ersten Besuch in Frankfurt habe sie nicht gewusst, ob sie überhaupt noch lange Filme machen würde und bis heute habe sich wenig geändert - so habe sie auch noch immer keine Kinder.

Diese frische Eröffnung war zugleich eine gelungene Einführung in den Film "The Actor". denn auch wenn die Komödie eine Verfilmung eines Romans des Schauspielers und Theatergruppenregisseurs Inui Akito darstellt, so scheint dieser Film doch auch auf eine gewisse Weise die Erfahrungen von Satoko Yokohama selbst zu spiegeln, die zudem auch das Drehbuch verfasst hat. "The Actor" ist eine äußerst charmante, in einem lakonischen Tonfall vorgetragene, schwarze Komödie, die das Publikum der 16. Nippon Connection schnell verzaubert hat. Im Zentrum steht der stets ein wenig zerknautscht aus ebensolcher Wäsche guckende Takuji, der sich in einer Mischung aus Stoizismus und Resignation ganz gut in seinem wenig aufregenden Leben eingerichtet hat.

Neben der überzeugenden Darstellung des wenig heroischen Protagonisten durch Ken Yasuda, faszinieren an "The Actor" insbesondere Satoko Yokohamas genaue Beobachtung selbst von nebensächlich erscheinenden Details und ihre Fähigkeit alles Wesentliche alleine durch die Bilder im Film auszusagen. Dies beginnt bereits bei der ersten Szene, in der Takuji bei einem Filmdreh einem eitlen Star zeigen soll, wie man authentisch - und auf denkbar unspektakuläre Weise - tot umfällt und reicht bis zur letzten Szene, in der Takuji bei einem anderen Filmdreh alleine durch eine Wüste läuft. Solche Szenen haben alle einen leicht grotesken bis surrealen Anstrich, werden von Satoko Yokohama jedoch auf eine umso lustigere beiläufige Art umgesetzt, die einfach sympathisch ist. Das Publikum in Frankfurt dankte es ihr mit stürmischen Applaus.

Fazit: "The Actor" ist eine sehr sympathische und in einem lakonischen Tonfall erzählte Komödie´, die einen leicht grotesk-surrealen Anstrich besitzt.





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