VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: The Empire of Corpses (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"The Empire of the Corpses" ist nach "HAL" (2013) der zweite Film, bei dem der japanische Animationskünstler Ryotaro Makihara Regie geführt hat. Der Anime-Film ist Teil einer Trilogie von filmischen Adaptionen der Romane des Schriftstellers mit dem seltsamen Pseudonym "Project Itoh". Ein wenig merkwürdig ist auch die krude postmoderne Genre-Mixtur, die "The Empire of the Corpses" dem Zuschauer auftischt: Dies beginnt bereits bei der Namensgebung, die Charaktere aus so grundverschiedenen Genres, wie Detektivgeschichte (John Watson = Assistenz von Sherlock Holmes), Horrorstory (Victor Frankenstein = der Schöpfer des gleichnamigen Monsters) und Abenteuerroman (Freitag = einziger Freund des schiffbrüchigen Robinson Crusoe) vereint.

Dieser wüste Mix setzt sich auf inhaltlicher Ebene fort: "The Empire of the Corpses"verschränkt Historienfilm und Sci-Fi-Action, Zombieterror und Philosophie angehauchte Science-Fiction vom Schlage des Anime-Überklassikers "Ghost in the Shell" (1995). Somit vermischen sich in diesem Anime-Spektakel so konträre Elemente, wie als lebende Bomben eingesetzte Untote und eine intensive Diskussion über das Wesen der menschlichen Seele und über die Natur des Menschseins an sich. Dieses Zusammenbringen, von sich widerstrebenden Elemente zeigt sich exemplarisch in der Figur von Burnaby: Diese ist eine lebende Kampfmaschine, eine Amazone, mit einer für japanische Verhältnisse noch extremer anmutenden Oberweite und zudem das Love-Interest für den eher zartbesaiteten Watson.

So konträr, wie diese Elemente, sind auch die Gefühle, die "The Empire of the Corpses" beim Zuschauer erweckt: Auf der einen Seite gefällt der schiere Wahnwitz, mit dem hier ein Anime-Spetakel entfacht wird, bei dem einfach alles in einen Topf geschmissen wird, was irgendwie interessant aussieht. Auf der anderen Seite geht diese krude Mischung jedoch niemals so ganz auf. So wirkt die interessante philosophische Dimension der Geschichte innerhalb dieser retro-futuristischen Zombie-Action immer ein wenig aufgesetzt und erreicht auch niemals die inhaltliche Tiefe des großen Vorbildes "Ghost in the Shell".

Doch alle diese Einwürfe werden mit einem Schlag komplett zerstäubt, wenn das bombastische Finale naht: In seinen letzten zwanzig Minuten, lösen sich die inhaltlichen Unstimmigkeiten in einem gewaltigen Zusammenströmen fast kosmischer Dimension auf. Hier gelingt Ryotaro Makihara zumindest auf visueller Ebene ein grandioses Spektakel von fast überirdischer Schönheit, wenn plötzliche die gesamte Szenerie von rasant wachsenden Kristallen überzogen wird und ein neongrünes Leuchten alles mit einem sphärischen Glanz zum Strahlen bringt.

Fazit: Inhaltlich krude, optische streckenweise gigantisch, ist "The Empire of the Corpses" ein sehenswertes Anime-Spektakel.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.