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Kritik: Jugend ohne Gott (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Frei nach Ödön von Horváths gleichnamigen Roman erzählen Regisseur Alain Gsponer ("Heidi", 2015) und seine Drehbuchautoren Alex Buresch und Matthias Pacht in "Jugend ohne Gott" vom Widerstand gegen ein unmenschliches System. Im Gegensatz zur Buchvorlage spielt Gsponers Drama allerdings nicht während der NS-Zeit, sondern in einer unbestimmten Zukunft, deren Fixierung auf Leistung passend unsere Tage reflektiert.

Diese Aktualisierung erlaubt es den Filmemachern, Science-Fiction-Elemente einzubauen und ihren Film so in die Nähe dystopischer Teenagerfilme wie "Die Tribute von Panem" zu rücken. Als deutscher Genrebeitrag mag sich "Jugend ohne Gott" damit zwar ein wenig spät in die mittlerweile unüberschaubare Liste der bekannten Vorbilder einreihen, aber das Konzept an sich ist stimmig und dürfte ein jugendliches Publikum durchaus ansprechen.

Leider ist die Umsetzung der vielversprechenden Idee nicht ganz gelungen. Das liegt in erste Linie an der Erzählweise, die ein und dieselbe Handlung aus vier Perspektiven betrachtet und dabei manches Mal den Fokus verliert. Anfangs sorgt der narrative Ansatz zwar für Spannung, gegen Ende hin erzeugt er aber zu viele Redundanzen und streckt den Film unnötig.

Zudem gelingt es Gsponer nicht, seine Figuren zum Leben zu erwecken. Trotz guter Darsteller bleibt "Jugend ohne Gott" ein kühles Gedankenexperiment, dessen Ausführung zu plakativ ist, als dass es wirklich fesseln könnte.

Fazit: Trotz gelungener Ansätze kann dieses Zukunftsdrama nicht überzeugen. "Jugend ohne Gott" leidet unter seiner umständlichen Erzählweise und der fehlenden Nähe zu den Figuren. So bleibt es bei einem kühlen, allzu plakativen Gedankenexperiment, das mit der großen Konkurrenz der dystopischen Teenagerfilme nicht mithalten kann.





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