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Der Geheimbund von Suppenstadt
Der Geheimbund von Suppenstadt
© barnsteiner-film

Kritik: Der Geheimbund von Suppenstadt (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der estnische Regisseur Margus Paju hat einen spannenden Abenteuerfilm für Kinder inszeniert, in dem es um eine lebensrettende Schnitzeljagd geht. Das Mädchen Mari und ihre drei Schatzsucher-Freunde haben gerade erst einen Geheimbund gegründet, da bekommen sie es auch schon mit einem sehr ernsten Fall zu tun. Von den Erwachsenen ist keine Hilfe zu erwarten, im Gegenteil: Auf witzige Weise werden die Rollen in dieser Geschichte umgekehrt und manche Eltern verwandeln sich in nervige Kinder, die vom eigenen Nachwuchs ins Bett gebracht werden müssen. Mari und ihre Freunde aber ermitteln wie in einem "Indiana-Jones"-Film mit Köpfchen und viel Mut, während der böse Maskenmann ihnen ständig auf den Fersen bleibt.

Die Hinweise, die Mari und ihre Freunde suchen, sind an verschiedenen Orten des Städtchens versteckt. Unter anderem müssen die Kinder auf den Glockenturm steigen, in das Observatorium eindringen und im Botanischen Garten graben. Sogar ein nächtlicher Besuch auf dem Friedhof ist nötig, und im Finale kommt bei der Verfolgungsjagd sogar ein stibitztes Motorboot zum Einsatz. Die Schatzsuche, die eigentlich einem rettenden Medikament gilt, führt in die Geschichte des Ortes und des ganzen Landes. Diese bildet aber nur den Hintergrund, der dazu dient, dem Nachwuchs unaufdringlich zu zeigen, wie anregend die Beschäftigung mit der Vergangenheit sein kann. Im Vordergrund und damit prägend für die Atmosphäre steht die reizvolle und kindgerechte Mischung aus skurrilem Witz, dem Handeln auf eigene Faust und ernsten Tönen, wenn von Maris Sehnsucht nach positiver Beachtung durch die eigenen Eltern die Rede ist.

Für Kinder im Schulalter ist dieser hübsche Abenteuerfilm mit seinem kniffligen Parcours vermutlich ein lohnender Spaß. Das Städtchen im Grünen mit seinen alten Häusern und urigen Schauplätzen bietet eine interessante Wohlfühlkulisse. Sehr sympathisch ist auch, wie Mari und ihre Freunde frohgemut und unbekümmert die größten Widrigkeiten nehmen, wie sie kommen und wie immer wieder eine Prise Humor durch einzelne Dialogzeilen eingestreut wird. So bekommen Sadus mit Albernheit infizierte Eltern einmal von den Kindern zu hören, ob sie denn unbedingt gerade hier spielen müssten. Zwar ist der Film etwas zu lang geraten, aber insgesamt überzeugt er als gleichermaßen zu Späßen aufgelegt und geerdet.

Fazit: In diesem reizvollen estnischen Kinderfilm bekommen es vier junge Schatzsucher plötzlich mit einem richtigen Kriminalfall zu tun, den die Erwachsenen nicht lösen können. Skurriler und verspielter Witz, Spannung, ein wenig Grusel und sogar ernste Töne gehen in diesem kindgerechten Abenteuer eine gelungene Mischung ein.





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