VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Da Dog Show
Da Dog Show
© barnsteiner-film

Kritik: Da Dog Show (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der Spielfilm des philippinischen Regisseurs Ralston Jover basiert auf einer wahren Geschichte. Über den Hundetrainer und Familienvater Mang Sergio, der sein Dasein am Rande der philippinischen Gesellschaft fristet, wurden bereits zwei Dokumentarfilme gedreht. Nicht nur die Kunststücke seiner Hunde, auch das Schicksal des alten Mannes, der sein drittes Kind unbedingt zu sich zurückholen wollte, rührten das heimische Fernsehpublikum. Jovers Spielfilmversion bleibt nahe an der echten Biografie und überzeugt insgesamt mit ihrer authentischen, emotional zurückgenommenen Atmosphäre.

Der Alltag der Dreierfamilie auf dem Friedhof wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Mal geht es um die Nöte und Wünsche Sergios, mal um die seiner beiden Kinder. Celia und Alvin sehnen sich nach der Mutter, die den Sohn einmal anruft, aber weder sagt, wann sie zurückkehrt, noch mit Sergio sprechen will. Als sich Sergio krank fühlt, muss Alvin, der eigentlich zur Schule geht, die Hundeshow für ihn übernehmen. Celia assistiert ohne großes Interesse. Der jungen Frau, deren Behinderung im Unklaren bleibt, ist ihre Außenseiterstellung schmerzlich bewusst. Die junge philippinische Schauspielerin Mercedes Cabral fördert das innere Drama dieser fantasiebegabten, impulsiven Figur bewegend zutage. In der Einsamkeit des nächtlichen Friedhofs findet Celia eine private Zuflucht für ihre Jungmädchenträume und kleinen Geheimnisse. Aber sie kann auch sehr luzide die Not ihres Vaters erkennen und wie fragil die Zukunftschancen der Familie sind.

Die Inszenierung taucht ohne Hektik in die Einzelheiten des jeweiligen Moments ein. So folgt sie zum Beispiel lange nur der Reise Sergios, Celias und eines ihrer Hunde zum Dorf, in dem Eddie Boy lebt. Die Gespräche der anderen Businsassen, die Fahrt mit einem Taxi, schließlich der lange Weg zu Fuß über die Felder: Sergio und Celia nehmen Strapazen auf sich und geben sich gegenseitig Halt. Immer mehr rückt so die Beziehungsebene in den Fokus, die Liebe der Charaktere zueinander, die sie so viele Schwierigkeiten meistern lässt. Sergios Botschaft an seine Kinder lautet, dass die Armut die Familie nicht auseinanderreißen darf. Die ruhigen Aufnahmen spüren den Keim der Verzweiflung auf, den sie in sich birgt. Aber ihr einfühlsamer Blick bleibt offen und verweigert sich einer plakativen Wertung.

Fazit: Regisseur Ralston Jover vertieft sich in diesem einfühlsam beobachtenden Drama in den täglichen Existenzkampf einer mittellosen philippinischen Familie. Mit den Kunststücken seiner dressierten Hunde versucht ein alter Mann, sich und seine Kinder nach der Trennung von seiner Frau durchzubringen. Der auf einem wahren Schicksal basierenden Geschichte gelingt ein bewegender, authentisch wirkender Balanceakt zwischen der Not der Charaktere und der Kraft ihrer Beziehungen.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.