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Kritik: Im Namen der Tiere (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Dokumentarfilm der überzeugten Veganerin Sabine Kückelmann wird seinem Titel vollauf gerecht. Denn die Autorin erklärt sich zum Anwalt geschundener Nutztiere und will Aufklärung leisten, damit das Unrecht, das Menschen ihren tierischen Mitgeschöpfen zufügen, endlich aufhört. Es kommen nur Statements von Menschen vor, die ihre eigene Position untermauern. Was Kückelmann hier in bewährter Propaganda-Manier aus abschreckenden Beispielen und gewünschten Alternativen zusammenmixt, dürfte vielen Zeitgenossen nicht mehr neu sein.

Kückelmann zeigt den grausamen Todeskampf von Schlachttieren, den brutalen Anblick aufgehängter Schweine und Rinder, die aufgeschnitten werden, und montiert kontrastierend dazu Bilder von Schinkenbrötchen und Fleischsemmeln. Es überrascht nicht, dass der Film erst eine FSK-Freigabe ab 16 Jahren bekommen hat. Gelegentlich verärgert die radikale Polemik der Argumentation, etwa wenn plötzlich Demonstranten zu sehen sind, die mit Schweinemasken auf dem Kopf ein Kreuz durch die Straßen tragen wie einst Jesus Christus. Oder wenn in einer Animationsszene Frauen im Stall auf allen Vieren stehen und an ihren Brüsten die Melkmaschine hängt.

Aber natürlich hat die Regisseurin recht, dass die Menschen wissen sollen, woher ihre Nahrung stammt und unter welchen Bedingungen sie entstanden ist. In einer Szene geht es um ein paar Kühe, die geschlachtet werden sollten, als ihre Milchproduktion nachließ. Tierschützer kauften sie jedoch frei und wenn die Kühe nun Freudensprünge auf einer Wiese vollführen, offenbart sich in diesem Moment das Wunder des Lebens mit großer Klarheit. Der ökologisch orientierte und kapitalismuskritische Bewusstseinswandel, der in der westlichen Welt im Gange ist, bezieht auch immer mehr die Einstellung zur Nutztierhaltung mit ein. Vielleicht mag die ältere Generation von einer Argumentation, wie sie hier geführt wird, nicht mehr zu überzeugen sein, aber bei der jungen rennt sie wahrscheinlich offene Türen ein.

Anders als im ähnlich gelagerten filmischen Plädoyer "Hope for All" von Nina Messinger, das ebenfalls 2016 in die Kinos kam, wird der gesundheitliche Aspekt einer fleisch- und milchfreien Ernährung hier nur gestreift. Immer wieder steht das Wohl der Tiere im Vordergrund. Obwohl die Argumentation oft so provokant und subjektiv gefärbt geführt wird, steckt dennoch viel Wahrheit darin. So finden auch diejenigen, die sich einfach nur über die Standpunkte der Tierrechtler informieren wollen, in diesem Film einen guten und umfassenden Überblick.

Fazit: Sabine Kückelmann liefert mit diesem oft wenig erbaulichen, aber engagierten Dokumentarfilm ein umfassendes Plädoyer für eine vegane Lebensweise zum Wohl der Tierwelt. Drastische Aufnahmen von Schlachtungen und schlimmen Haltungsbedingungen sollen die Konsumenten wachrütteln. Auch gegen Tierversuche spricht sich der Film aus, der trotz seiner zuweilen sehr provokanten und subjektiven Argumentation einen guten Überblick über die Forderungen von Tierrechtlern bietet.





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