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Kritik: Small Town Killers (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Die dänische Komödie von Regisseur Ole Bornedal ("Nachtwache") erweist sich als eine kleine Perle des schwarzen Humors. Mit herrlich frecher Unkorrektheit werden aus bösen Gedanken Taten, lassen zwei frustrierte Ehemänner einen Geist aus der Flasche, der nicht wieder zurückwill. Und so kommen in einem beschaulichen kleinen Ort in der dänischen Provinz auf einmal Menschen ums Leben, auf die der von den beiden angeheuerte Auftragskiller gar nicht angesetzt war. Die sarkastischen Dialoge und der makabre Einfallsreichtum des Films sorgen für vergnügliche Unterhaltung, auch wenn die Geschichte im Verlauf versöhnlichere Töne anschlägt.

Schon wenn sich die beiden Ehepaare anfangs angiften, nimmt die Komödie kein Blatt vor den Mund. Edward und Ingrid, Ib und Gritt schenken sich nichts. Aber da die Geschichte überwiegend aus der Perspektive der beiden leidgeprüften Männer erzählt wird, sind es hier wieder einmal in erster Linie die Frauen, die Haare auf den Zähnen haben. Man empfindet für Edward und Ib schon regelrecht Mitleid, obwohl sie auch nicht gerade tugendhafte Charaktere darstellen. Und dann zieht die Spannung mit der Ankunft des betrunkenen Auftragskillers noch einmal kräftig an. Igor versteht sich als eine Art Menschenfreund, der unglücklichen Zeitgenossen ins Jenseits verhilft. Seine Ansichten heben die vergleichsweise noch zivilisierte Welt von Edward und Ib praktisch aus den Fugen. Aber Ingrid und Gritt denken nicht daran, sich einfach so umbringen zu lassen. Sie kontern mit der aus England eingeflogenen Miss Nippleworthy (Gwen Taylor), einer Spezialistin für langsame, qualvolle Tode.

Besonders erheiternd sind immer wieder die moralisch unkorrekten Dialoge, die in dieser nur scheinbar ruhigen Provinz eine böse Hackordnung offenbaren. Der Dorfpolizist piesackt Edward und Ib. Edward kann es wiederum nicht lassen, den spastisch gelähmten Kellner mit Grimassen zu verspotten. In einigen kleineren Szenen schwingt sich der schwarze oder makabre Humor in ungeahnte Höhen auf. Ein solches ungeniertes Glanzlicht stellt der verbale Schlagabtausch dar, den sich der russische Auftragskiller mit einem radikalislamischen Taxifahrer liefert.

Aber auch die Szene, in der Ib seine weibliche Seite entdeckt und freilässt, ist in ihrer Überdrehtheit köstlich amüsant. Ulrich Thomsen und Nicolas Bro erweisen sich als solides komödiantisches Gespann und Bro legt sogar trotz fülliger Statur eine flotte Sohle aufs Parkett. Ein wenig schade ist es schon, dass Regisseur Bornedal den bissigen Humor nicht konsequent bis zum Schluss von abmildernden Tönen freihält.

Fazit: Die dänische Komödie von Regisseur Ole Bornedal zeigt den Schauspieler Ulrich Thomsen in der Rolle eines sexuell frustrierten Ehemanns, der mit seinem besten Freund und Leidensgenossen einen voreilig bestellten Auftragsmörder von seinen Absichten abbringen muss. Die bissig sarkastischen Dialoge und der schwarzhumorige Ideenreichtum sorgen für ein erfrischend makabres Filmvergnügen.





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