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Madame Christine und ihre unerwarteten Gäste
Madame Christine und ihre unerwarteten Gäste
© Universum Film

Kritik: Madame Christine und ihre unerwarteten Gäste (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Die französische Mainstreamkomödie sieht es gern, wenn Gegensätze aufeinanderprallen: Arm trifft da auf Reich, Schwarz auf Weiß und der Rand der Gesellschaft aufs spießigste Bürgertum. Am Ende dieser Kollisionen steht jedoch nicht das blanke Chaos, sondern meist die versöhnliche Botschaft, dass alles eigentlich halb so wild ist und Grenzen überwunden werden können.

Das ist eine Moral, die zwar nicht ganz falsch ist, aber doch leider oft arg vorhersehbar und flach daherkommt. So verhält es sich auch mit "Madame Christine und ihre unerwarteten Gäste": Wer Frankreichs Komödienhits der letzten Jahre von "Ziemlich beste Freunde" (2011) bis "Monsieur Claude und seine Töchter" (2014) gesehen hat, der bekommt hier lediglich noch einmal mehr vom Gleichen serviert.

Im direkten Vergleich erweist sich Alexandra Leclères allerdings als deutlich schwächer als die Konkurrenz. Der Rhythmus verliert sich in Hektik und die große Anzahl an Figuren raubt der Geschichte die Möglichkeit, tiefer zu schürfen. So bleibt es bei einer oberflächlichen Nummernrevue voller Klischees und Stereotype. Die späte Erkenntnis des Films, das die Welt doch komplexer ist, kann da nur den überraschen, der sich überhaupt erst auf die plumpe Prämisse von "Madame Christine und ihre unerwarteten Gäste" einlässt.

Das sozialkritische Potenzial des Stoffs wird von Leclère nicht ausgeschöpft, als harmlose Komödie unterhält ihr Film nur ansatzweise. Die gelungenen Momente sind dabei in erster Linie den starken weiblichen Darstellerinnen zu verdanken. Gerne hätte man Karin Viard ("Delicatessen", 1991) und ihre Kollegin Valérie Bonneton in einem stärkeren, wagemutigeren Film zugeschaut.

Fazit: Alexandra Leclères Komödie lässt nach bewährtem Rezept gesellschaftliche Gegensätze aufeinanderprallen. Der Rhythmus ihrer Geschichte verliert sich dabei leider in Hektik, die Moral bleibt flach und vorhersehbar. Lediglich die Hauptdarstellerin Karin Viard sorgt für einige gelungene Momente.





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