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Kritik: CHiPs (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

"CHiPs" beruht auf der gleichnamigen US-TV-Serie, die von 1977 bis 1983 produziert wurde. In Deutschland lief das Action-Format ab 1989 auf dem Privatsender RTL Plus. Regie führte Schauspieler und Drehbuchautor Dex Shepard, den man hierzulande vor allem aus Komödien kennt, z.B. "Employee of the month" (2006) oder "The Comebacks" (2007). Zuletzt war er 2014 in dem Drama "Der Richter" auf der großen Leinwand zu sehen. "CHiPs", für den Shepard auch das Drehbuch lieferte und eine der Hauptrollen übernahm, wurde ab Ende 2015 an Originalschauplätzen in L.A. für rund 20 Millionen US-Dollar realisiert. Seine Weltpremiere feierte der Film im März 2017 in Hollywood.

In der Kino-Adaption von Dax Shepard regieren nicht zuletzt vulgärer Witz und eine Höhepunkt-arme Handlung ohne allzu viele Überraschungen. Der hohe Anteil an sexuell aufgeladenem Witz und – vor allem – homophoben Einsprengseln, die zudem klischeeüberladen sind, könnte Freunde der Original-Serie daher zunächst durchaus verschrecken. Andererseits aber stimmt die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren und wer ein Faible für unterhaltsame aber anspruchslose Buddy-Movies á la "Rush Hour" hat, der könnte an "CHiPs" tatsächlich auch Gefallen finden.

Ponch und Baker könnten dabei unterschiedlicher nicht sein. Da ist auf der einen Seite der motivierte, aber etwas unbeholfene und nicht gerade mit besonders viel Intelligenz ausgestattete Rekrut Jon Baker (Dax Shepard). Dieser hofft, durch den Job bei den CHiPs, seine Ehe retten zu können. Und auf der anderen Seite Ponch. Eigentlich ist er ein gut ausgebildeter Agent, der sein (FBI-)Handwerk versteht, allerdings zunächst so manch Berührungsängste mit der halsbrecherischen, (im wahrsten Sinne) rasanten Arbeit auf dem Motorrad hat.

Baker hingegen ist ein Könner auf dem Motorrad: ein ehemaliger Zweirad-Akrobat, der aber bereits von dutzenden Knochenbrüchen und andere Verletzungen gezeichnet ist. In einigen Szenen des Films, sieht man den von Narben und Wunden übersäten Körper des Neu-Motorrad-Polizisten. So kriegt man eine ungefähre Vorstellung von dem, wie gefährlich das bisherige berufliche Leben von Baker gewesen sein muss. Dass Ponch u.a. eine Schwäche für das Ablecken von schwarzen Leggins und eine Faible für braune Uniformen hat, wird im späteren Verlauf des Films klar. Diese Infos sind für die weitere Handlung ebenso unnötig wie uninteressant, aber sie stehen quasi stellvertretend für die gesamte Tonalität des Films: wenn man seinen Kopf ausschaltet und sich von dem anspruchslosen Quatsch auf der Leinwand ohne Erwartungen berieseln lässt, erlebt man zumindest 90 heitere, vergnügliche Minuten, die durchaus hier und da zum Schmunzeln verleiten.

Fazit: Vulgärer, teils übertriebener Action-Komödien-Quatsch mit hohem Homophobie-Anteil, der dank der guten Chemie der beiden Hauptdarsteller und einiger guter Gags aber nicht zum Totalausfall verkommt. Wer sein Hirn ausschaltet und nichts erwartet, wird zumindest gut unterhalten.





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