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Kritik: Alibi.com (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der Schauspieler Philippe Lacheau scheint sich als Regisseur auf französische Erfolgskomödien spezialisiert zu haben. Denn schon seine beiden gemeinsam mit Nicolas Benamou inszenierten Filme "Project: Babysitting" und "Ab in den Dschungel" zogen in Frankreich ein Millionenpublikum an und auch seine jüngste Regiearbeit "Alibi.com" erwies sich dort wieder als Kassenschlager. Zwar kennt jeder den Spruch, dass Lügen kurze Beine haben, aber wer träumt nicht manchmal davon oder riskiert es gar, sich Vergnügungen zu erlauben, von denen der eigene Partner oder die Schwiegereltern nichts erfahren sollten? Die Hauptfigur Greg verdient zwar gut mit dem Erfinden von Lügen für andere, aber als er praktisch sein eigener Kunde wird, weil er seiner neuen Liebe Flo einiges zu verheimlichen hat, kommt er doch ganz schön ins Schwitzen.

Das fidele Trio Greg, Augustin und Medhi besteht aus sympathischen Typen, die ihre persönlichen Schwächen und Macken haben. Obwohl sie sich normalerweise gewitzt und gewandt durchlavieren können, geraten sie bald doch in größte Schwierigkeiten. Es macht Spaß, ihnen bei ihren Abenteuern zuzuschauen, ob sie nun ein weißes Pony für ein Beweisbild als Zebra bemalen oder in brenzlige Situationen geraten. Es gibt reichlich Slapstick und überraschende Verwicklungen, die die Protagonisten und mit ihnen die Zuschauer oft zu kleinen Abstechern zwingen. Dabei geht dann schon mal kurzfristig der Überblick verloren, wohin das alles noch führen soll. Die Handlung ist sehr dynamisch, für Gefühle und Romantik bleibt nicht viel Zeit, zumindest nicht beim Hauptpaar Greg und Flo. Für Flos Eltern sieht es da schon etwas besser aus, aber es fällt allgemein auf, wie wichtig es der Inszenierung ist, nicht lange bei einem Thema zu verweilen. Sie will kein komödiantisches Feld auslassen, nicht das Verstecken unter dem Bett, nicht die Flucht in einem gestohlenen Fahrzeug oder den Zweikampf mit dafür absolut ungeeigneten Objekten.

Aber die ideenreiche Quirligkeit garantiert leider noch keine schlüssige, runde Geschichte. Und obwohl immer viel los ist, wirkt das Gesamtergebnis seicht und der Handlungsverlauf wenig überraschend. Trotz aller Unmoral, die hier fröhlich durchgespielt wird, steht den Figuren im Grunde natürlich korrekt der Sinn nach Harmonie und versöhnlichem Miteinander. Die Komödie hätte mehr eigenen Charakter und Substanz benötigt, um sich von durchschnittlichen Hollywoodproduktionen zu unterscheiden.

Fazit: Quirlig und ideenreich bewahren die drei professionellen Lügner und Vertuscher der Firma "Alibi.com" ihre Kunden davor, mit ihren Seitensprüngen und anderen heimlichen Vergnügungen aufzufliegen. Doch dann bringt sie ein neuer Fall selbst in Bedrängnis und beschert dem Publikum eine dynamische Mischung aus lustigen Verwicklungen, Slapstick, Action und einer Prise Romantik. So ist zwar viel los, doch es fehlt ein überzeugendes Zentrum in dieser Geschichte, die sich insgesamt auf seichtem Unterhaltungsniveau bewegt.





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