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Hilfe, unser Lehrer ist ein Frosch!
Hilfe, unser Lehrer ist ein Frosch!
© 24 Bilder

Kritik: Hilfe, unser Lehrer ist ein Frosch! (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Dieser spannende und skurril-märchenhafte niederländische Film erzählt eine nicht alltägliche Geschichte, die auf einem Kinderbuch von Paul van Loon basiert. Obwohl sich darin ein Lehrer in einen Frosch verwandeln kann, wirkt das Geschehen dennoch zumindest zum Teil auch lebensnah. Denn selbst in dieser ländlichen Idylle, in der die Kinder mit dem Rad zur Schule fahren, herrscht moderner Trubel und hat nicht jede berufstätige Mutter Zeit, zum Elternabend zu gehen. Unter der Regie von Anna van der Heide nimmt eine aufregende Handlung ihren Lauf, in der Sita und ihre Klassenkameraden Verantwortung für einen Menschen, beziehungsweise ein Tier in Not übernehmen.

Sita ist sehr selbstständig. Weil ihre Mutter so viel arbeitet, packt Sita ihr jeden Morgen das Pausenbrot ein, nicht umgekehrt. Aber bald führt der chronische Zeitmangel der Mutter zum Konflikt, der dieser ansonsten eher unbeschwerten Geschichte eine ernste Note gibt. Sehr dramatisch gerät auch der Höhepunkt der Haupthandlung, wenn der gefräßige Direktor-Storch Jagd auf den kleinen grünen Lehrer-Frosch macht. Auch in Menschengestalt sind der liberale, beliebte Lehrer Franz und der pingelige, jede Verfehlung im Notizbuch festhaltende Direktor Storch bereits Gegner. Sehr geschickt und ohne die Verwandlungen jeweils im Detail zu zeigen, lässt der Film die kindliche Fantasie eine Brücke schlagen zwischen dem Lehrer, dessen Hals sich aufbläht, der riesige Sprünge macht, und dem kleinen realen Frosch, der plötzlich an seiner Stelle im Klassenzimmer hockt. Gewitzte Einfälle befeuern die humorvolle Grundstimmung. So wollen Sita und ihr Freund Wouter immer eine lebendige Fliege im Glas für den Lehrer bereithalten, falls er wieder in Not gerät.

Die Reize dieses originellen Films sind breit gestreut. Sita, Wouter, Lehrer Franz und auch Sitas Mutter sind sympathische, gut gespielte Charaktere. Die kreative Unordnung, die in Sitas Zuhause herrscht und die Freiheit, die die Kinder haben oder sich nehmen, treffen sicherlich den Geschmack des jungen Publikums. Viele Szenen stehen zu den eher idyllischen Kulissen in einem schräg anmutenden, spannenden Kontrast. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Lehrer Franz plötzlich als Mensch aus einem Teich auftaucht, schmutzig und mit grünen Algen auf den Schultern. Dieses filmische Erlebnis wirkt gerade deshalb so ansprechend, weil es über eine eigene Handschrift verfügt.

Fazit: Dieser lustige niederländische Kinderfilm überzeugt mit einer skurrilen Verwandlungsgeschichte, die auf einem Kinderbuch von Paul van Loon basiert. Die junge Heldin Sita und ihre Freunde müssen ihrem Lehrer Fliegen fangen und ihn vor dem Storch verstecken, wenn er wieder einmal unfreiwillig zum Frosch mutiert. Das Abenteuer entwickelt eine spannende Dramatik und wirkt nicht weltfremd, sondern vielmehr auf lebhafte Weise ins Hier und Jetzt eingebettet. Dank echter Tiere vor der Kamera und eher sparsamer Spezialeffekte bekommt die Fantasie der Zuschauer viel Raum zur Entfaltung.





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