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Borderland Blues
Borderland Blues
© dejavu filmverleih

Kritik: Borderland Blues (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Das Wahlversprechen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, er werde eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen lassen, verleiht dem Thema dieses deutschen Dokumentarfilms eine besondere Aktualität. Seine Regisseurin Gudrun Gruber hat in Arizona mit Ranchern, Grenzschützern, Aktivisten und anderen Anwohnern gesprochen, um zu erfahren, wie es ist, mit dem bereits bestehenden Grenzzaun im Blick zu leben. Sie stellt dabei fest, dass dieser Zaun mitten durchs Nirgendwo die Menschen polarisiert. Das Problem der illegalen Einwanderung lässt niemanden kalt.

Während eine junge Mitarbeiterin der Organisation "No more Deaths" Wasserkanister in der Wüste deponiert, um das Leben von Flüchtlingen zu retten, wollen die selbsternannten Grenzschützer von "Arizona Border Recon" mexikanischen Drogenschmugglern das Handwerk legen und die illegale Migration stoppen. Der Gründer dieser paramilitärischen Gruppe, Tim 'Nailer' Foley, stand bereits in Matthew Heinemans "Cartel Land" von 2015 vor der Kamera und wiederholt auch hier einige seiner dort geäußerten Ansichten. Die Grenzschützer und die humanitären Helfer kommen sich immer wieder in die Quere. An einem polizeilichen Checkpoint auf der Landstraße beobachten zwei Aktivisten, ob sich die Beamten des "Racial Profiling" schuldig machen. Manche Rancher fühlen sich von der technologischen Überwachung, der sie auf ihrem eigenen Land ausgesetzt sind, genervt. Die Redner auf der Messe "Border Security Expo" preisen hingegen den technologischen Fortschritt. Entlang des Grenzzauns weisen wiederum einige Gesprächspartner die Filmemacherin auf die Schwachstellen der Überwachung hin.

Diese ständigen Widersprüche und Kontraste laden die Atmosphäre des Films mit Spannung auf, während es weit und breit keinen Flüchtling in der Wüstenlandschaft zu sehen gibt. Man bekommt viel weites, stilles Land zu Gesicht, im Abendlicht, in der Mittagssonne. Dabei mutet der Zaun, der es in verschiedensten Ausprägungen durchschneidet, schon reichlich surreal an. Er passt schon historisch nicht in diese Landschaft, wie die Geschichte der Indianerin Ofelia Rivas beweist. Nicht nur die Grenzpolizei, auch die Anwohner scheinen ratlos zu sein angesichts einer Abschottungspolitik, die schlecht funktioniert und doch viel humanitäre Not heraufbeschwört. Das sind die wesentlichen Erkenntnisse, die der Dokumentarfilm mitbringt, außer imposanten Landschaftsaufnahmen. Allzu viel ist das nicht.

Fazit: Der deutsche Dokumentarfilm von Gudrun Gruber inspiziert in Arizona den Grenzzaun zwischen den USA und Mexiko. In Gesprächen mit Anwohnern kristallisiert sich heraus, dass die Probleme der Grenzüberwachung und die Schicksale illegaler Migranten, die sich in der Wüste verirren, kaum jemanden kaltlassen. Die Absurdität des Zauns in überwiegend unbewohntem, schwer zu überwachenden Gebiet verweist zurück auf ungelöste politische Fragen. Aber der Film geht kaum in die Tiefe, sondern setzt vielmehr auf eine bunte Vielfalt verschiedener Stimmen und Eindrücke.





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