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Kritik: Starting 5 (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Zwei Dinge lassen Milan Skrobanek nicht los. Seit er denken könne, seien Sport und Film wichtige Einflüsse in seinem Leben. In seiner Berufswahl hat der Regisseur diese beiden Elemente vereinigt. "Starting 5" ist der Abschluss einer Sportfilmtrilogie. Den Auftakt machte "Die Chinesen Europas" (2012), in dem Skrobanek die deutsche Nationalmannschaft im Tischtennis während der Weltmeisterschaft im eigenen Land mehr als drei Monate begleitet hat. "Im Derby-Dreieck" (2015) zeigte dann den Kampf der rivalisierenden Fußballklubs VfL Osnabrück, DSC Arminia Bielefeld und SC Preußen Münster um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Und auch in "Starting 5" geht es um einen Aufstiegskampf, den des Basketballteams Hamburg Towers.

Im Mittelpunkt des Films steht Marvin Willoughby. Skrobanek folgt ihm auf Schritt und Tritt und arbeitet schnell heraus, dass der ehemalige Basketballprofi und 35-malige deutsche Nationalspieler bei dem 2013 gegründeten Klub aus dem Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg das Mädchen für alles ist. Eigentlich nur einer der Geschäftsführer, kümmert sich Willoughby ebenso engagiert um das Sponsoring, den Kontakt zur Politik oder den Nachwuchs wie um die neue Spielstätte. Abseits des Machers wirft Skrobanek einen Blick auf Trainer Hamed Attarbashi und die beiden Talente Louis Olinde und Lennard Larysz, die tiefe und ehrliche Einblicke in ihre Liebe zum Sport und in ihr Privatleben geben. Hier wird selbst Sportmuffeln der Zwiespalt zwischen Anspruch und Wirklichkeit, zwischen Loyalität zum Verein und beruflichen und finanziellen Perspektiven verständlich.

Formal hat der Regisseur "Starting 5" wie ein klassisches Sport-Drama gebaut. Auf einen Kommentar oder Fragen aus dem Off verzichtet er. Stattdessen lässt er die Protagonisten sprechen. Jedoch nicht in typischen Interviewsituationen, sondern nebenbei, bei ihrer täglichen Arbeit und via Voice-over. Zwischentitel zählen die verbleibenden Tage bis zu den Play-offs herunter, Beiträge aus Rundfunk und Fernsehen übermitteln die Fakten. Für zusätzliche Spannung sorgen dann Andreas Kleins Zeitlupenaufnahmen und Vincent Straubes treibende Rhythmen in entscheidenden Situationen der Basketballspiele.

Fazit: "Starting 5" ist spannend wie ein Drama. Milan Skrobaneks Dokumentarfilm gewährt seinem Publikum tiefe Einblicke in die Strukturen und Mechanismen des Profisports und beweist, dass die deutsche Sportlandschaft auch abseits des Fußballs Geschichten zu bieten hat, die es wert sind, erzählt zu werden.





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