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Immer noch eine unbequeme Wahrheit: Unsere Zeit läuft
Immer noch eine unbequeme Wahrheit: Unsere Zeit läuft
© Paramount Pictures Germany

Kritik: Immer noch eine unbequeme Wahrheit: Unsere Zeit läuft (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Als der Dokumentarfilm "Eine unbequeme Wahrheit" über Al Gores Kampagne gegen die Klimaerwärmung 2006 in die Kinos kam, war der dramatische Effekt des weltweiten Kohlendioxid-Ausstoßes vielen Menschen noch unbekannt. Und die verheerenden Prognosen über Stürme, schmelzende Gletscher, Dürren und Überflutungen wurden trotz des beeindruckenden statistischen Materials, das der frühere Vizepräsident der USA präsentierte, nicht nur von der Ölindustrie gerne angezweifelt. Elf Jahre später aber sind regionale Wetterkatastrophen beinahe täglich in den Nachrichten. Kaum jemand zweifelt mehr den Klimawandel an, seitdem auch 2016 wieder das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vermeldet wurde, zum dritten Mal in Folge.

Die beiden Dokumentarfilmer Bonni Cohen und Jon Shenk interessiert, wie Al Gore mit Rückschlägen umgeht, was ihn motiviert, sich weiterhin zu engagieren. Wenn von den Folgen der Klimaerwärmung und dem Ausbau erneuerbarer Energien die Rede ist, entsteht ein durchwachsenes, aber keineswegs hoffnungsloses Bild der globalen Lage. Es führt erneut vor Augen, wie wichtig die Reduzierung der Treibhausgase ist.

Es stimmt zuversichtlich, dass der Solarenergiesektor weltweit exponentiell wächst, viel schneller als erwartet. Gore besucht den republikanischen Bürgermeister der texanischen Stadt Georgetown, die ihren Energiebedarf bereits zu 90 Prozent aus erneuerbaren Quellen speist. Im Gegensatz zu Präsident Trump selbst haben nämlich viele konservative Politiker in den USA erkannt, dass alternative Energien keinen wirtschaftlichen Nachteil bedeuten. Diese Befürchtung aber äußert ein indischer Minister im Gespräch mit Al Gore für sein Land, wenn es auf den Ausbau von Kohleenergie für die rasant wachsende Wirtschaft verzichten soll. Gore gelingt es, einen Solartechnologie-Transfer zu vermitteln. Entwicklungsländern muss geholfen werden, damit sie nicht auf fossile Brennstoffe setzen.

Sehr überzeugend wird auch noch einmal erklärt, wie es zu den vielen Wirbelstürmen oder zu den gewaltigen Regenmassen kommt, die sogar in Deutschland Bäche in Minutenschnelle Dörfer überfluten lassen. Andernorts gibt es wegen der Dürre Ernteausfälle. So führt der informative Film drastisch vor Augen, wie notwendig der internationale Klimaschutz ist. Aber er belegt auch, dass er machbar ist.

Fazit: Elf Jahre nach dem Oscar-prämierten Dokumentarfilm "Eine unbequeme Wahrheit" zieht diese Fortsetzung eine doppelte Zwischenbilanz in Sachen Klimaschutz. Wenn der Film den Umweltschützer und Friedensnobelpreisträger Al Gore zu Vorträgen, Verhandlungen und auf Informationsreisen begleitet, geht es nicht nur um Erfolge und Rückschläge seiner Arbeit, sondern man erfährt auch, dass sich viele Prognosen über den schädlichen Klimawandel mittlerweile bewahrheitet haben. Dennoch stimmt der Film zuversichtlich, denn er verweist auf wichtige Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien.





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