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Kritik: Das Grüne Gold (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Der schwedische Dokumentarfilmer Joakim Demmer inszeniert mit "Das grüne Gold" einen düsteren Thriller von internationalen Ausmaßen. Wichtige Akteure der Geschichte sitzen in Berlin, Washington und Addis Abeba, doch die Leidtragenden sind vor allem die Kleinbauern der äthiopischen Region Gambela. Was gute Absichten und fehlgeleitete Entwicklungshilfe hier anrichten, zeigt Demmer, indem er Stück für Stück eine schmerzhafte Wahrheit offenbart.

"Das grüne Gold" ist ein Film mit Haltung, aber dennoch nicht blind für Ambivalenzen. Demmer erzählt keine simple Geschichte von bösen ausländischen Investoren und unterdrückten Bauern – vielmehr gelingt dem Regisseur eine komplexe Bestandsaufnahme, die die Vielschichtigkeit, aber auch die Aussichtslosigkeit der Situation in Äthiopien angemessen reflektiert.

Die Interviews mit Investoren, Journalisten und Arbeitern sprechen dabei für sich, Demmer muss nicht zusätzlich auf die Tränendrüse drücken oder das Geschehen dramatisieren. Sein ruhiger Film wirkt gerade deshalb so eindrücklich, weil "Das grüne Gold" auf die Kraft seiner Geschichte vertraut.

Unterstützt wird die Regie dabei von einem subtilen Soundtrack sowie einer gelungenen Bildgestaltung. Die beeindruckenden Aufnahmen von Äthiopien verdeutlichen einerseits, welches Paradies hier auf dem Spiel steht, und führen zugleich vor Augen, welcher Schaden Mensch und Natur bereits zugefügt wurde. "Das grüne Gold" ermutigt dazu, genau hinzuschauen und mit Bedacht und Demut zu handeln.

Fazit: Joakim Demmer führt mit "Das grüne Gold" eindrücklich vor Augen, was vermeintlich gute Absichten ausländischer Investoren in Afrika anrichten. Er dokumentiert das Leid der Menschen und liefert zugleich eine komplexe Bestandsaufnahme, die die vielschichtige Situation in Äthiopien angemessen reflektiert und zum Nachdenken anregt.





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