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Das Grüne Gold (2017)

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Dokumentarfilm: Joakim Demmer deckt auf, was ausländische Investoren in Äthiopien anrichten.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

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Ackerland in Afrika ist mittlerweile bei internationalen Investoren heiß begehrt. In Äthiopien besetzen ausländische Großbetriebe unter dem Deckmantel der Entwicklungshilfe oftmals ganze Landstriche, um hier Agrarwirtschaft zu betreiben. Von der erhöhten Lebensmittelproduktion profitieren meist aber nur die Investoren, denn der Hunger der einheimischen Bevölkerung wird mit den Erzeugnissen selten gestillt. Stattdessen exportieren arme Länder wie Äthiopien Basmatireis für westliche Märkte. Doch damit endet die Ungerechtigkeit noch lange nicht: Die autoritäre Regierung Äthiopiens unterdrückt mithilfe von Geldern der Weltbank die Bevölkerung, sie verfolgt kritische Journalisten, enteignet Kleinbauern und heizt damit ethnische Konflikte im Land an. Besonders Minderheiten wie das Volk der Anyuak leiden unter der Situation und finden kaum Gehör, um sich gegen Militärgewalt und die guten Absichten des Auslands zur Wehr zu setzen.

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Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Der schwedische Dokumentarfilmer Joakim Demmer inszeniert mit "Das grüne Gold" einen düsteren Thriller von internationalen Ausmaßen. Wichtige Akteure der Geschichte sitzen in Berlin, Washington und Addis Abeba, doch die Leidtragenden sind vor allem die Kleinbauern der äthiopischen Region Gambela. Was gute Absichten und fehlgeleitete Entwicklungshilfe hier anrichten, zeigt Demmer, indem er Stück für Stück eine schmerzhafte Wahrheit offenbart.

"Das grüne Gold" ist ein Film mit Haltung, aber dennoch nicht blind für Ambivalenzen. Demmer erzählt keine simple Geschichte von bösen ausländischen Investoren und unterdrückten Bauern – vielmehr gelingt dem Regisseur eine komplexe Bestandsaufnahme, die die Vielschichtigkeit, aber auch die Aussichtslosigkeit der Situation in Äthiopien angemessen reflektiert.

Die Interviews mit Investoren, Journalisten und Arbeitern sprechen dabei für sich, Demmer muss nicht zusätzlich auf die Tränendrüse drücken oder das Geschehen dramatisieren. Sein ruhiger Film wirkt gerade deshalb so eindrücklich, weil "Das grüne Gold" auf die Kraft seiner Geschichte vertraut.

Unterstützt wird die Regie dabei von einem subtilen Soundtrack sowie einer gelungenen Bildgestaltung. Die beeindruckenden Aufnahmen von Äthiopien verdeutlichen einerseits, welches Paradies hier auf dem Spiel steht, und führen zugleich vor Augen, welcher Schaden Mensch und Natur bereits zugefügt wurde. "Das grüne Gold" ermutigt dazu, genau hinzuschauen und mit Bedacht und Demut zu handeln.

Fazit: Joakim Demmer führt mit "Das grüne Gold" eindrücklich vor Augen, was vermeintlich gute Absichten ausländischer Investoren in Afrika anrichten. Er dokumentiert das Leid der Menschen und liefert zugleich eine komplexe Bestandsaufnahme, die die vielschichtige Situation in Äthiopien angemessen reflektiert und zum Nachdenken anregt.




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Land: Deutschland, Schweden, Finnland
Jahr: 2017
Genre: Dokumentation
Länge: 82 Minuten
FSK: 0
Kinostart: 05.10.2017
Regie: Joakim Demmer
Verleih: Neue Visionen

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