Plagiate gibt es viele, aber nur ein Original: Ja,
die Farrelly-Brüder haben wieder zuschlagen.
Und deren Nachfolger zur epochalen
Krawall-Komödie "Verrückt nach Mary" zeigt
erneut, woher der Wind im Kino weht –
nämlich aus dem Fäkal- und Genitalbereich
Inhalt
Charlie Baileygates ist Veteran der Polizei von Rhode Island. Er ist Freund und Helfer par excellence, zuverlässig und ein hingebungsvoller Vater von drei prächtigen Söhnen. Zu schade, dass Charlie unter einer gespaltenen Persönlichkeit leidet und wenn er mal vergisst seine Medikamente zu nehmen, tritt Hank Baileygatesin Erscheinung, Charlies hyper-aggressives Alter-ego. Hank hat ein schmutziges Mundwerk, säuft wie ein Loch, schlägt gerne Schädel ein und steht auf richtig dreckigen Sex. Charlie und Hank haben rein gar nichts gemeinsam… mit der Ausnahme von Irene Waters, einer hübschen Frau auf der Flucht, in die sich beide verliebt haben. Hank/Charlie befindet sich nun im Krieg – mit sich selbst – um die Zuneigung der verwirrten Irene zu gewinnen.
Plagiate gibt es viele, aber nur ein Original: Ja,
die Farrelly-Brüder haben wieder zuschlagen.
Und deren Nachfolger zur epochalen
Krawall-Komödie "Verrückt nach Mary" zeigt
erneut, woher der Wind im Kino weht –
nämlich aus dem Fäkal- und Genitalbereich.
Mit haarsträubender Chuzpe verteidigt das
Regie- und Drehbuch-Duo dabei seine
Sonderstellung.
Mit ihrer unentschlossenen Kreuzung aus
Road-Movie, Thriller und Romanze haben sich
die Komik-Spezialisten allerdings ins Bein
geschossen. Jim Carrey – der wohl
bedeutendste Comedian unserer Zeit –
meistert die Richtungswechsel und
zahlreichen strukturellen Schwächen freilich
spielend, und seine Partnerin Renée
Zellweger erträgt Carreys groteske Akrobatik
auch mit Würde. Zwar hat der Plot einige
Längen, doch wenn's drauf ankommt, kennen
die Filmemacher keine Gnade.
Kinder, Tiere und Behinderte – niemand ist
vor den Farrellys sicher. Doch die
versöhnliche Grundstimmung mildert die
Wirkung der Attacken und nimmt dem
Publikum, das über all das herzhaft lachen
soll (und kann), das ungute Gewissen.
Ausgewalzte Platitüden wie in "Scary Movie"
gibt es nicht – das neueste
Farrelly-Happening ist somit origineller, wenn
auch sicherlich kein Meilenstein.
Fazit: Erneute brachiale Zwerchfellattacke der
Propheten des Fäkalwitz-Genres – diesmal
leider mit mauem Plot.