Drama: Seit vielen Jahren haben Wendy Savage und ihr Bruder Jon kaum Kontakt zu ihrem Vater und zueinander. Doch als Lenny Savage im exklusiven Rentnerparadies Sun City Symptome fortschreitenden Demenz zeigt, zwingt das die Geschwister, sich bitteren Kindheitserinnerungen und einer unangenehmen Aufgabe zu stellen
Inhalt
Seit vielen Jahren haben Wendy Savage (LAURA LINNEY) und ihr Bruder Jon (PHILIP SEYMOUR HOFFMAN) kaum Kontakt zu ihrem Vater und sich selbst haben sie auch immer mehr aus den Augen verloren. Doch als Lenny Savage (PHILIP BOSCO) im exklusiven amerikanischen Rentnerparadies Sun City Symptome einer fortschreitenden Demenzerkrankung zeigt, zwingt das die Geschwister, sich bitteren Kindheitserinnerungen und einer unangenehmen Aufgabe zu stellen.
Jetzt müssen sie sich um einen Mann kümmern, der sie schlecht behandelt und im Stich gelassen hat. Zerrissen zwischen Verachtung und Mitleid suchen sie ein Pflegeheim für den Vater. Was sie finden ist ein trister Kompromiss. Was sie erleben ist eine neue Erfahrung, die die Hilflosigkeit eines alten Mannes, aber auch die seiner Kinder zeigt.
Die Konfrontation mit dem körperlich-geistigen Verfall lässt Wendy und Jon ihr Leben und die Beziehung zum Vater überdenken. Manche Wunden verheilen, andere brechen neu auf. Sie können nicht jede Distanz überwinden, aber sie finden in der gewonnenen Nähe zueinander Trost für die Zukunft ...
8martin vom 25.05.2011 Ein sehr einfühlsamer Film über ein ernstes Thema: Demenz. In realistischen Dialogen wird die ganze Bandbreite der Problematik ausgeleuchtet. Dabei geht es um den Umgang der Kinder mit dem störrischen Vater und um die Annäherung der beiden Geschwister. Das Beeindruckende an diesem Film, sind nicht nur die drei grandiosen Hauptdarsteller, sondern die vielen kleinen Nebenhandlungen, die einfach dazugehören: die Arbeit von Wendy (Laura Linney) und Jon (Philip Seymour Hoffman), ihre komplizierten Beziehungen zu Dritten und ihre eigenen körperlichen Handicaps. (Sie sind ja auch nicht mehr die Jüngsten!) Auch ihr emotionaler Tiefpunkt wird geschildert, ihre Betroffenheit und der wankende Wille, das Beste aus der Situation zu machen. Und es gibt Spielraum für leise Komik, die sich aus der Werbung oder dem sterilen Ambiente der Altenheime speist, die ausschauen wie Bilder von Edward Hopper. Von den drei Betroffenen geht es dem Vater eigentlich am Besten. Seine Kinder - und das ist das Hauptanliegen des Films - sitzen in einem riesengroßen Pool von menschlichen und beruflichen Problemen, an denen sie nur wachsen können.