Drama: England in den 1930ern. Die 13jährige Briony beobachtet den leidenschaftlichen Flirt zwischen ihrer älteren Schwester Cecilia (Keira Knightley) und dem Gärtnersohn Robbie. Kurz darauf lässt sie absichtlich zu, dass Robbie für ein Verbrechen beschuldigt wird, das er nicht begangen hat
Inhalt
Der Film von einem alles verändernden Sommer im England der 30er Jahre, von zerrissener Liebe und von lebenslanger Reue: An der Schwelle zum Erwachsenwerden beobachtet die 13-jährige Briony den leidenschaftlichen Flirt zwischen ihrer älteren Schwester Cecilia (Knightley) und dem Gärtnersohn Robbie (James McAvoy). Herausgerissen aus ihrer kindlichen Phantasiewelt und verunsichert lässt sie kurz darauf ganz bewusst zu, dass Robbie für ein Verbrechen beschuldigt wird, das er nicht begangen hat. Die Folgen der Ereignisse dieses Sommers 1935 lassen keinen der drei mehr los und führen sie auf unterschiedlichen Wegen durch die Schrecken des 2. Weltkriegs.
8martin vom 29.08.2010 Zugegeben, die Musik nervt etwas und als Untermalung, die punktgenau absetzt, wenn die Handlung stoppt, wirkt das etwas antiquiert. Aber wenn man die lange Exposition durchgestanden hat, während man ahnt, dass da pubertäre Verleumdung im Spiel ist, baut sich langsam aber beständig eine gewisse Spannung auf. Man wird durch eine englische Klassengesellschaft geführt, in der auch ein fieser Plutokrat seinen Platz hat, der früher einmal der Vergewaltiger war und dann später sein Opfer heiratet. Der Film lehnt sich sehr eng and den Roman an. Hier wie dort werden die zwei entscheidenden Szenen nur ganz kurz und schlecht zu erkennen dargestellt. Aber in der letzten halben Stunde entsteht eine erstaunliche Dichte. Als dann Vanessa Redgrave als Autorin eine äußerst überraschende Wende anbietet, merkt man, wie hier mit dem Titel gespielt worden ist: ein Roman, ein Spätwerk, das auch ein Erstling hätte sein können, der den beiden Liebenden das gewährt, was ihnen im Leben nicht vergönnt war. Das ist deshalb so ergreifend, weil man zuvor die verbale Entschuldigung der Übeltäterin miterlebt hat. So genießen wir in der Realität das Happyend mit Genugtuung wohl wissend, dass es eigentlich ganz anders war. Sehenswert.