Kanadische Drama-Komödie nach dem Roman gleichen Titels: Als der Erzfeind von Fernsehproduzent Barney Panofsky seine Memoiren veröffentlicht, in denen natürlich auch Barney einige unschöne Kapitel gewidmet sind, beschliesst Barney, seine eigene Version der Ereignisse zu erzählen. Und das schonungslos offen - zumindest, soweit sich der Alzheimergeplagte Daueralkoholisierte erinnern kann...
Inhalt
Fernsehproduzent Barney Panofsky (Paul Giamatti) ist ein scheinbar durchschnittlicher Mann, der ein ganz außergewöhnliches Leben führt. Und nun will er uns davon erzählen. Aber warum jetzt? Auslöser für seine offenherzige, pikante Lebensbeichte - die vier Jahrzehnte, drei Ehen, zwei Kontinente und eine große Liebe umfasst – ist die Veröffentlichung der Memoiren seines Erzfeindes. Der offenbart darin einige der dunkelsten Kapitel aus Barneys Leben: die vielen, oft undurchsichtigen Geschäfte, die zu Barneys Erfolg geführt haben, Barneys drei Ehen, die allesamt scheiterten, und - besonders problematisch – das mysteriöse, noch ungeklärte Verschwinden von Barneys bestem Freund Boogie (Scott Speedman). In diesem ungelösten Fall, möglicherweise ein Mord, gilt Barney noch immer als Hauptverdächtiger. Barney sieht sich vollkommen bloßgestellt und sogar als vermeintlicher Mörder in Verruf gebracht. Also entscheidet er sich, nun seine Version der Geschichte zu erzählen. Zumindest soweit der an Alzheimer leidende Barney, der sich in entscheidenden Augenblicken gerne mal bis zur Bewusstlosigkeit volllaufen lässt, sich erinnern kann...
Ratgeber: Was man auf keinen Fall auf seiner eigenen Hochzeit tun sollte
Barney Panofsky ist beinahe schon so etwas wie ein Heiratsprofi – schließlich führt er in der neuen Komödie gleich drei Damen vor den Altar. Leider weiß Barney deswegen auch zu gut, was am eigenen Hochzeitstag so alles schief gehen kann. Und so könnte er die folgenden 20 Ratschläge auch höchstpersönlich verfasst haben. Noch zwei Anmerkungen dazu: Die aufgeführten Tipps für den Bräutigam sind bei Bedarf natürlich analog auch auf die Braut übertragbar. Und ja, gegen einen Großteil dieser „Don'ts“ hat Barney Panofsky selbst leider mindestens einmal verstoßen.
Auf seiner eigenen Hochzeit sollte man auf keinen Fall...
...mit fremden Frauen flirten (wie Barney).
...die Gäste mit anzüglichen Geschichten belästigen.
...ohne jemandem Bescheid zu sagen sich zwischendurch einfach mal aus dem Staub machen (nicht wahr, Barney?).
...Spiele mitmachen, bei denen man sich höchstwahrscheinlich blamieren wird.
...während der Feier lieber eine Sportübertragung im TV ansehen, als sich um die Braut zu kümmern.
...(anders als Barney) Streit mit dem Brautvater anfangen. ...einen zu preiswerten (sprich untalentierten) Fotografen anheuern, dessen Bilder einfach nur grauenhaft werden.
...sich so sehr betrinken, dass man die anschließende Hochzeitsnacht verpennt.
...am Outfit der Braut herummäkeln.
...den gerade erst angesteckten Ehering gleich beim Pokern mit seinen Freunden verzocken.
...mit Essenmarken für die Feiergesellschaft das Buffet rationieren.
...einen Pfarrer engagieren, der die Namen der Brautleute nicht aussprechen kann (z. B. „Panofsky“).
...die Braut von jenen Freunden entführen lassen, die aufgrund ihres schlechten Gedächtnisses später dummerweise vergessen, wo sie die Dame eingesperrt haben.
...schon betrunken vor den Altar treten.
...zum ersten Mal überhaupt die Braut fragen, ob sie vorher schon einmal verheiratet war (siehe Barneys Hochzeit mit Clara...).
...die Band Lieder wie „Highway to Hell“, „Time to Say Goodbye“ oder „Schön war die Zeit“ spielen lassen.
...allzu exotisches Essen servieren lassen, das den Mägen der meisten Gäste nicht vertraut ist. ...eine Pistole als Geschenk annehmen.
...all die Hochzeits-Pannenvideos auf YouTube plötzlich völlig vergessen.
...bereits merken, dass man womöglich die Falsche geheiratet hat (auch dieses „Don't“ hat der gute Barney selbst natürlich nicht ausgelassen).
filmfuzzy vom 29.06.2011 Literaturverfilmungen haben es seit jeher schwer im KINO. Ob es diese Produktion frei nach der preisgekrönten Romanvorlage Barney`s Version (?Wie Barney es sieht?) anders ergeht, wäre zwar wünschenswert, ist aber nicht sicher. An der Umsetzung dieses Buches und den schauspielerischen Leistungen kann es aber nicht liegen. Sein Leben verläuft nicht in geordneten Bahnen. Fernsehproduzent Barney Panofsky (Paul Giamatti) will es uns erzählen. Ausgelöst, durch ein Buch eines Polizisten. Der will Barney nämlich unbedingt einen Mord nachweisen. Doch der Tod seines besten Freundes Boogie (Scott Speedman), an dem Barney nicht ganz schuldlos ist, läßt sich nicht aufklären, weil die Leiche fehlt. Also entscheidet er sich, seine Version der Geschichte zu erzählen. Zumindest soweit er sich erinnern kann. Und er nüchtern ist. Denn Barney hat die unglückliche Angewohnheit, sich im entscheidenden Moment gerne volllaufen zu lassen. Dabei nimmt er es weder mit der Wahrheit noch mit Höflichkeit allzu genau. Doch er nimmt uns mit auf seinem etwas verzwickten Weg durch seine Lebensgeschichte. Es geht hauptsächlich um seine drei Ehen. In Rom nimmt sich seine erste Frau Clara (Rachelle Lefevre), nach der Totgeburt ihres Kindes, das Leben. Zurück in Montreal heiratet Barney seine zweite Frau (Minnie Driver). Eine schwer reiche jüdische Prinzessin, deren Hauptbeschäftigung das ?Shoppen? ist. Auf der protzigen Hochzeitsfeier lernt Barney seine wahre Liebe kennen. Miriam (Rosamund Pike) wird schließlich seine dritte Frau und Mutter seiner beiden Kinder. Einer darf in diesem Blick zurück nicht fehlen. Sein eigenwilliger Vater Izzy (ein grandios aufspielender Dustin Hofman). Der sorgt immer wieder für köstliche Ausrutscher im Umgang mit Barneys Schwiegereltern. Barneys Reise in die Vergangenheit entpuppt sich als Rückblick auf einen unvergesslichen Held: Barney Panofsky. Ein gut fotografierter, unterhaltsamer Film, der auch mit ausgezeichneter Filmmusik aufwarten kann. Trotz seiner Laufzeit von über 130 Minuten gibt es keine Längen und auch die Gefühle kommen nicht zu kurz. 134 Minuten ? eine gelungene Lieteraturverfilmung. Ab 14. Juli 2011 im KINO.