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The Artist

Userwertung 8/10
Französische Hommage an das Hollywood-Kino der 1920er - 1930er Jahre: Stummfilmstar George Valentin ist so berauscht vom eigenen Ruhm, dass er nicht wahrhaben will, dass der neu aufkommende Tonfilm seine Karriere bedroht. Statistin Peppy Miller hingegen erkennt in der Technik ihre Chance auf Ruhm - und greift zu...
The Artist - George Jean Dujardin und Uggy Delphi FilmverleihThe Artist - George Jean Dujardin Delphi FilmverleihThe Artist - Al John Goodman und Crew Delphi FilmverleihThe Artist - Al John Goodman Delphi FilmverleihThe Artist - George Jean Dujardin Delphi FilmverleihThe Artist - Peppy Bérénice Bejo Interview Delphi Filmverleih
Inhalt
  • George Valentin (Jean Dujardin) ist der Superstar des großen Hollywood-Kinos der 1920er Jahre. Der Draufgänger ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere, die Herzen des Publikums fliegen ihm zu. Von seinem eigenen Charme fasziniert, geblendet von seinem von den Massen vergötterten Bild will er nicht wahrhaben, dass eine neue Ära, die des Tonfilms, drauf und dran ist, seine Karriere zu überrollen. Die junge Statistin Peppy Miller (Bérénice Bejo) hingegen entdeckt, dass ihr in dieser Welt, in die sie sich voller naiver, zupackender Begeisterung stürzt, die Zukunft offen steht: Das Sternchen wird zum gefeierten Kinostar.
Awards, Auszeichnungen und Preise
Filmkritik
  • Hollywood im Jahre 1927. Stummfilmstar George Valentin (Jean Dujardin) lässt sich bei der Premiere seines neuen Films „A Russian Affair“ von dem begeisterten Publikum feiern. Ihm reicht ein Zwinkern, ein angedeuteter Schritt, um Applaus zu bekommen. Er spielt mit den Zuschauern, wird von ihnen geliebt und ist fraglos auf dem Gipfel seines Ruhms. Zufällig begegnet ihm vor dem Kino die hübsche Peppy Miller (Bérénice Bejo), die – wie so viele Frauen – in George verliebt ist. Sie ist eine hinreißende, kokette, junge Schauspielerin, die noch ganz am Anfang ihrer Karriere steht. Am nächsten Tag bekommt sie eine kleine Rolle in George Valentins neuestem Film und eine zarte Romanze deutet sich an. Aber George Valentin ist verheiratet – und in Michel Hazanavicius‘ großartiger Hommage an das goldene Zeitalter Hollywoods geht es entsprechend sittsam zu. So bleibt es beim angedeuteten Kuss und sehnsuchtsvollen Blicken.

    Fraglos hat aber Peppy Miller das gewisse Etwas – und in der Folge wird sie mit dem Aufkommen der "Talkies", des Tonfilms, zum Star. George ist hingegen ein Schauspieler der alten Zunft, der aus Eitelkeit und Stolz das Potential des Tonfilms unterschätzt. Seine Karriere verläuft entgegengesetzt zu Peppys – je weiter er hinabsteigt, desto strahlender erscheint Peppys Aufstieg. Doch sie hat nicht vergessen, dass er einst ihr Idol war und sie seinetwegen ihre kleine Rolle behalten hat. Und er hat ihr den wohl wichtigsten Tipp ihrer Karriere gegeben: Sie muss unverwechselbar sein. Daher wird sie in der Folgezeit eine Art Schutzengel für George – passenderweise heißt dann auch einer ihrer Filme "Guardian Angel".

    Das ist nur ein Beispiel für den Detailreichtum von "The Artist". Jede Einstellung zeugt von der liebevollen Inszenierung, es gibt unzählige Kleinigkeiten zu entdecken. Vom ersten Bild an ist deutlich, dass Michel Hazanavicius der goldenen Ära des Hollywoodfilms seine Referenz erweisen will. Dafür verlangt er seinen Schauspielern auch einiges ab. Denn "The Artist" ist ein Stummfilm im Stummfilm. So muss Jean Dujardin zum einen die typisch übertriebene Gestik des Stummfilmschauspielers in einem Stummfilm zeigen, in den Sequenzen, die nicht zum Film im Film gehören, jedoch deutlich nuancierter vorgehen. Seine Leistung ist beeindruckend. Er verfügt über eine bemerkenswerte körperliche Präsenz und trägt den gesamten Film. Dabei nimmt er die heutigen Kinozuschauer ebenso gefangen nehmen wie es George Valentin in der Fiktion gelingt. Aber auch die argentinische Schauspielerin Bérénice Bejo ist hinreißend. Sie flirtet mit der Kamera, tanzt und spielt. Dank ihr ist es verständlich, warum das Publikum sie liebt.

    Natürlich ist die Geschichte denkbar naiv und vorhersehbar. Doch Michel Hazanavicius erzählt eine klassische Hollywood-Story und reichert sie mit vielen neuen Details an – Referenzen an bekannte Hollywoodklassiker inklusive. Zugleich erinnert er mit seiner mitreißenden Hommage auch an das Kino als einen Ort des Träumens und der Illusion. "The Artist" ruft dem Zuschauer ins Bewusstsein, dass ein Film über Bilder erzählt werden kann – und es die Bilder sind, die einen Film zu einem magischen Leinwanderlebnis werden lassen, ganz ohne 3D und teure Spezialeffekte. So verlässt man am Ende dieses Wohlfühl-Films das Kino beschwingt und frohgemutet – und mit einem nostalgischem Schmunzeln auf den Lippen.

    Fazit: "The Artist" ist eine mitreißende Hommage an das Hollywoodkino der 1920er und 1930er Jahre, die dem Zuschauer ein fast magisches Leinwanderlebnis beschert. Unbedingt ansehen!

    Sonja Hartl






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Userkommentare
8martin vom 12.02.2012
Regisseur Hazanavicius ist ein großartiger Film gelungen, der durchaus oscarwürdig ist. Und das gleich aus mehreren Gründen.
Zunächst ist dieser s/w Stummfilm eine Hommage an die graue Vorzeit als die Bilder laufen lernten, aber noch nicht sprechen konnten. Es geht wirklich ohne Dialoge! Als der Ton vorübergehend auftaucht, hat das einen speziellen Effekt auf unsere Hörgewohnheiten.
Dann wird der Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm nicht nur mit technischer Raffinesse gestaltet, sondern so verinnerlicht dargeboten, dass man abwechselnd lachen und staunen muss. Der Höhepunkt ist am Ende der Zusammenschnitt von Autounfall und Selbstmordversuch ?Päng!? Aber auch die menschliche Komponente wird hierbei bedacht. Wir erleben die Kurzlebigkeit von Leinwandruhm. Und hier packt einen der Film emotional mit der vollen Wucht der wortlosen nur auf Augen und Ohren konzentrierten Handlung.
Schließlich gehört auch eine Liebesgeschichte dazu, die Jean Dujardin und Bérénice Bejo mit viel Witz und Charme rüberbringen. Auch hierbei schwingen Emotionen mit.
Diese gelungene Mischung aus Jokes und Gags (hierher gehört sicherlich ein Ehrenpreis für Uggi den Jack Russell Terrier) neben einem Hauch von Wehmut und Abschied. Das Ende einer Ära eben. Und dann der geniale Schluss: der alternde Star des Stummfilms, der ja keinen Stimme hat, kann nur eins: tanzen, wie Fred Astaire und Ginger Rogers?

filmfuzzy vom 25.11.2011
Was für eine herrliche Idee. Einen Film in Schwarzweiss und im Stile der Stummfilme zu produzieren. Das Wagnis nahm Regisseur Michel Hazanavicius auf sich und produzierte eine Perle von Film. Nicht in Farbe, Cinemascope und 3D mit Dolbysurround, nein zurück zu den Anfängen, als die Bilder laufen lernten.
George Valentin (Jean Dujardin) ist der Superstar des großen Hollywood-Kinos der 20er Jahre. Dem unvergleichlichen Charmeur und Draufgänger fliegen die Herzen des Publikums zu. Er genießt und zelebriert seinen Ruhm und entdeckt wie im Vorbeigehen das Talent der jungen Statistin Peppy Miller (Bérénice Bejo).
Doch mit dem Wendepunkt vom Stummfilm zum Tonfilm stehen die beiden Schauspieler plötzlich zwischen Ruhm und Untergang: Valentin will nicht wahr haben, dass der Tonfilm seine Karriere zu überrollen droht. Für Peppy Miller aber bedeutet die neue Technik den Durchbruch: Das Sternchen wird zum gefeierten Kinostar!
Man fühlt sich zurück versetzt in die Stummfilmzeit. So überzeugend setzt Michel Hazanavicius seine Geschichte ins Bild. Im Normalformat und ohne computergestützte Tricks erzählt er diese einfache Liebesgeschichte, die natürlich mit einem Happyend versehen ist. Ein Film über Ehrgeiz und Stolz, Ruhm und Angst, über Niedergang und Wahnsinn, Leidenschaft und Liebe.
Und eine aus tiefstem Herzen empfundene Verbeugung vor der ersten großen Epoche des Kinos. Der Sturm- und Drang-Zeit der Entstehung des Films als Kunst und als ebenso weltumfassendes wie herzergreifendes Massenspektakel, in der alles möglich scheint ? hysterischer Jubel und plötzlicher Sturz ins Vergessen, überschäumender Luxus und bitterstes Elend, millionenschwere Blockbuster und Bankrott über Nacht.
Auch die Schauspieler agieren im Look der Stummfilmzeit und man ist überrascht, das es auch ohne Text gelingt die Geschichte, zu verstehen.
Jean Dujardin ? erhielt in Cannes die Auszeichnung als bester Schauspieler. Den Rang als Preisträger macht ihm nur Uggy in der Rolle des Jack streitig. In Cannes holte er den Palm Dog Award ab, als bester Hundedarsteller des Jahres.
100 Minuten -Eine Liebeserklärung an die Magie und Größe des Kinos.
Ab 26. Januar 2012 im KINO.


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