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Chernobyl Diaries

Userwertung 5/10
US-Horror-Thriller über eine Gruppe von Amis auf ihrem Euro Trip, die in der radioaktiv verstrahlten Stadt Pripyat nahe Tschernobyl landen - und schnell feststellen, dass die Stadt nicht so verlassen ist, wie sie sein sollte...
Chernobyl Diaries - Devin Kelley Warner Bros Katalin VermesChernobyl Diaries 2012 OXFORD TOURS LLC Warner Bros PicturesChernobyl Diaries - Devin Kelley und Jonathan Sadowski 2012 OXFORD TOURS LLC Warner Bros PicturesChernobyl Diaries Courtesy of Warner Bros Pictures 2012 OXFORD TOURS LLCJONATHAN SADOWSKI als Paul DEVIN KELLEY als Amanda INGRID BOLS BERDAL als Zoe und NATHAN PHILLIPS als Michael - Chernobyl Diaries Courtesy of Warner Bros Pictures 2012 OXFORD TOURS LLCNATHAN PHILLIPS als Michael INGRID BOLS BERDAL als Zoe und JONATHAN SADOWSKI als Paul - Chernobyl Diaries Courtesy of Warner Bros Pictures 2012 OXFORD TOURS LLC
Inhalt
  • Sechs junge Urlauber wollen etwas ungewöhnliches erleben und engagieren deshalb einen "extremen" Reiseleiter. Der schlägt alle Warnungen in den Wind und fährt mit der Gruppe in die Stadt Pripyat, wo einst die Arbeiter des Atomreaktors Tschernobyl gewohnt haben – seit der Katastrophe vor über 25 Jahren ist der Ort eine Geisterstadt. Nach einem kurzen Rundgang durch die verlassene Stadt strandet die Gruppe und merkt bald, dass sie durchaus nicht allein ist.
Filmkritik
  • Kaum ein anderes Genre basiert auf so wiederholenden Mustern wie der Slasherfilm. Wer den Spruch "Kennt man einen, kennt man alle" erfunden hat, hatte sich wahrscheinlich gerade einen dieser unzähligen Teenie-Slasherfilme angeschaut – eine Gruppe Jugendlicher, etwas Böses in der Nähe und das bekannte 10-kleine-Negerlein-Prinzip. Vor lauter Tristesse kann man da schon entnervt eindösen.

    Das wahrscheinlich Seltsamste an der ganzen Sache ist die dennoch große Beliebtheit und die daraus resultierende Erfolgsgeschichte des schematischen Horrorfilms. Denn auch die Filmwelt kennt nur ein Gesetz: Wenn ein Genre keine Kasse mehr macht, wird die Produktion gestoppt. Doch die Massen strömen in die Kinosäle und erfreuen sich an den immer abstruseren Gewaltpornos der Marke "Saw" und Co. Irgendwie trivial, aber unglaublich beliebt. Wie viele Teile von "Saw" gibt es schon? Wie viele Teile von "Nightmare On Elmstreet" gab es? Hat wer mitgezählt? Und das wahrscheinlich Gruseligste an der Sache: Der immer gleich verlaufende Plot – nur ab und zu ein wenig variiert.
    So etwas könnte man auch bei Bradley Parkers "Chernobyl Diaries" erwarten, der in das Bild einer weiteren, neuen Entwicklung passt. Wenn die Ideen zu Teenie-Slashern und Zombiefilmen langsam ausgehen, versetzt man sie einfach an neue, noch abstrusere Schauplätze. Ob der Nazi-Zombie Film "Dead Snow" oder der bald auf den Markt kommende "Osombie", in der natürlich Osama Bin Laden als Untoter rumwütet – die Ideenvielfalt ist groß und vielleicht gibt es ja irgendwann untote Musikantenstadl-Besucher, die unschuldigen Jugendlichen auf die Pelle rücken.
    "Chernobyl Diaries" jedenfalls verlegt seinen Standort nach Ost-Europa und baut auf den historischen Gegebenheit der Nuklear-Katastrophe von Tschernobyl einen Horrorslasher auf, der im Endeffekt doch mehr Reiz besitzt, als man zuvor vermutete. In den Grenzen seines Genres pendelt er sich eindeutig bei den besseren Versionen ein. Ein Lichtblick.

    Ein wenig hinter das Licht geführt, fühlt sich der Zuschauer nach den ersten Minuten des Films. Im Trailer wurde dem Zuschauer noch weiß gemacht, dass es sich um einen weiteren Found Footage-Film handelt, der nach dem beliebten Format à la "Project X" funktioniert. Diesmal eben mit verstrahlten Ruskis, statt einer wütenden Partymenge. Doch der Eindruck trügt vollkommen. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich bei "Chernobyl Diaries" um einen klassischen Handkamera-Film, der zwar mit seiner sonderbaren Optik einen pseudo-dokumentarischen Stil auf den Weg bringen will – sich im Endeffekt aber in die beliebte Reihe um "Paranormal Activity" einreiht.
    Licht und Schatten spielen dementsprechend in den wackeligen Aufnahmen eine große Rolle und kaum eine Sekunde vergeht, in der das permanente Auf und Ab nicht spürbar wäre. Was dem Film aber hoch anzurechnen ist: Kameramann Morten Soberg versteht es sich unsichtbar zu machen. So haben seine Kamerafahrten einen sehr unscheinbaren und dennoch künstlerisch wertvollen Charakter. Besonders die langen Fahrten um die Figuren bilden einen wohligen und klaustrophobischen Ausgleich zum sonst hektischen Mix aus schlecht beleuchteten Jagd-Szenen und wüsten Schnittzusammenstellungen, mit denen der der Film leider einen Großteil seines Potenzials verspielt. Denn gerade beim perfiden Spiel mit Licht und Schatten würden dem Regisseur eigentlich alle Mittel zu Verfügung stehen um ordentlichen Horror zu servieren. Doch der Film gestaltet sich, was die Schockmomente angeht, ziemlich belanglos. Nicht viel ist davon zu merken, dass den Schauspielern nicht gesagt wurde, wann etwas Gruseliges während einer Aufnahme passiert und auch die improvisierten Dialoge führen nicht unbedingt zu größerer Authentizität.
    So verpasst der Film in unzähligen Situationen etwas Innovatives und wirklich Schauderhaftes auf die Leinwand zu bringen und bedient sich dann lieber an Konventionen. Wenn zum Beispiel einer der jungen Extremtouristen einen Bus durchsucht und ganz langsam ein Tuch zur Seite schieben, um zu schauen, ob sich dahinter jemand verbirgt – liegt es auf der Hand, dass der Zuschauer erst einmal einer Finte aufsitzt, um dann zwei Sekunden später doch noch geschockt zu werden. Diese Rezeptur ist weder neu oder besonders einfallsreich. Eben eine Abfolge von bekannten Mustern, die der Film abspult und dadurch die vielen Ausbau-Möglichkeiten, gerade im Hinblick auf eine pseudo-dokumentarische Sicht, verpasst.

    Natürlich darf man von einem Streifen dieses Formats keine dramatischen Wendungen und Raffinessen erwarten. Eher sollte man sich genaustens auf den Film und seine Quintessenz konzentrieren. Und hier zeigt "Chernobyl Diaries", dass er handlungstechnisch gar nicht mal so konventionell daher kommt, wie vermutet. So genehmigt sich der Film eine relativ lange Einführungsphase, um schlussendlich ordentlich an Fahrt aufzunehmen. Schade dabei: Das Ableben der unterschiedlichen Charaktere ist bei den tumultartigen Laufsequenzen so unscheinbar und vor allem unnahbar, dass es kaum unter die Haut geht. War da gerade noch jemand? Nun ist er weg – egal! Wir machen weiter. So sorgt auch ein Mangel an Inszenierungsqualität dafür, dass die besonders schockierenden Szenen zu großen Teilen wirkungslos verpuffen, weil die hektische Kamera kaum eine Szene einfangen kann, die nicht von lauter Dunkelheit geschluckt wird.
    Dennoch ist es die sehr gut gemachte klaustrophobische Stimmung und vor allem das erstklassige Setting in den Tschernobyl Ruinen, die den Eindruck entstehen lassen, dass das Filmteam wirklich auf dem Gelände des Nuklear-Unglücks gedreht hat. In Kombination mit zurückhaltenden Computertricks gelingt es "Chernobyl Diaries" hier, Stimmung zu entwickeln und sich somit von anderen Filmen abzugrenzen.

    Fazit: Mit eigenem Charme, einem tollen Setting und einer wüsten Handkamera reizt "Chernobyl Diaries" sein Potenzial leider nicht vollends aus. Schade, da sich der Horrorslasher sonst von der breiten Masse abgrenzt. Und das auch wegen des unheilvollen Settings.

    Lucas Curstädt





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Userkommentare
filmfuzzy vom 18.06.2012
Wann eigentlich habe ich mir das letzte Mal einen Horrofilm angeschaut? Jetzt erinnere ich mich schwach. Das war diese lausige Story ?Darkest Hour? im Dezember 2011. Eine Kombination aus Science Fiktion und Horror. Also könnte ich mir doch ein Mal wieder einen Horrorfilm anschauen.
Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik, 26. April 1986: Der Reaktor Nr. 4 im Atomkraftwerk Tschernobyl explodiert und setzt dadurch radioaktive Partikel in die Atmosphäre frei, die das Ausmaß von 400 Atombomben übertreffen. Die Atomschmelze führt zu einer Katastrophe von bisher unbekannten Ausmaßen ? auf der Skala internationaler Atomvorfälle wird die Stufe 7 erreicht.
In der benachbarten Stadt Pripyat wohnen die Kraftwerkmitarbeiter und ihre Familien. Sie werden über Nacht evakuiert ? die meisten Habseligkeiten der fast 50.000 Bewohner bleiben in den Wohnungen, Fabriken, im Vergnügungspark, den Schulen und Läden zurück. Zunächst geht man von einer zeitlich begrenzten Maßnahme aus. Das war eine Illusion: Pripyat ist bis heute unbewohnt ?
Das ist die reale Geschichte von Chernobyl. Daraus entwickelte Regisseur Brad Parker seine Horrorgeschichte. ?Willkommen bei Uris Extrem-Reisen? Osteuropa, Gegenwart: Sechs Urlauber zwischen 20 und 30 buchen eine ?Extremtour? in die verlassene Stadt Pripyat in der Ukraine. Trotz der Warnungen, die das Betreten des Ortes untersagen, führt der mit einem Geigerzähler bewaffnete Reiseleiter die Gruppe in das
Sperrgebiet und ermahnt sie, stets zusammenzubleiben.
Die Gruppe vor Ort wird zunächst von bewaffneten Wachleuten abgewiesen ? sie informieren den Reiseleiter, dass die Stadt wegen Wartungsarbeiten nicht betreten werden darf. Doch der Reiseleiter lässt sich davon nicht beeindrucken und will der Gruppe auf jeden Fall das Erlebnis bieten, das sie gebucht hat.
Deshalb verschafft er sich auf unbewachten Nebenstraßen Zutritt zum Ort. Die Gruppe durchstreift die faszinierende Geisterstadt ein paar Stunden lang und will dann zurückkehren, doch leider springt der Wagen nicht mehr an ? der Rückweg ist abgeschnitten. Als die Nacht anbricht, wird deutlich, dass die Touristen nicht allein sind.
Ein realitischen Hintergrund und auch an Originalschauplätzen zum Teil gedreht, hätte das ein richtiger Horrorstreifen werden können. Doch leider verflacht das Ganze in kleinen Allgemeinplätzen und so hat man schon viele Streifen gesehen.
85 Minuten ? nicht Fisch und nicht Fleisch.
Ab 21. Juni 2012 im KINO.


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