filmfuzzy vom 12.08.2009"Wickie und die starken Männer"
Als Vater einer heranwachsenden Tochter im zarten Alter von sieben Jahren war ich ein nicht gerade begeistert als das ZDF 1974 begann die Zeichentrickserie "Wickie" auszustrahlen. Zu laut, zu schlecht produziert (16 Bilder, anstatt übliche 24 pro Sekunde) und mit einem immer währenden Song. Kurzum "Wickie" fand bei uns zu Hause nicht statt.
Jetzt 35 Jahre später, kommt diese Geschichte von Bully Herbig inszeniert in die Kinos. Ich ging nicht gerade begeistert mir das anzuschauen. Muss aber gestehen, was Bully daraus als Realfilm gemacht hat, kann sich durchaus sehen lassen. Meine Enkel werde ich nicht abhalten ins Kino zu gehen.
Wickie (Jonas Hämmerle), der kleine liebenswerte Junge mit den rotblonden
Haaren, lebt zusammen mit seiner Mutter Ylva (Sanne Schnapp) und seinem Vater Halvar (Waldemar Kobus), dem stursten Wikinger-Chef aller Zeiten, im Wikingerdorf Flake.
Zum Leidwesen seines rauhbeinigen Vaters schlägt Wickie total aus der Art.
Er benutzt lieber sein schlaues Köpfchen statt seiner Fäuste.
Eines Tages wird das Dorf von einer skrupellosen Horde wilder Fremder mit Angst einflößenden Drachenmasken heimgesucht und gnadenlos überfallen.
Die allergrößten und liebsten Schätze der Dorfbewohner werden geraubt: nämlich ihre Kinder! Alle, bis auf Wickie, der sich ? Glück im Unglück ? beim Drachenfliegen in einem Baumwipfel verheddert hatte.
Wickies Vater Halvar und die anderen Wikinger aus Flake hissen die Segel, um die Kinder zu befreien und begeben sich so in ein großes, spannendes Abenteuer auf hoher See. Und was macht Wickie?
Er schleicht sich heimlich mit an Bord um seine kleine Freundin Ylvi (Mercedes Jadea Diaz) zu retten. Immer wieder muss er mit seinen schlauen Einfällen und Ideen seine Freunde aus schier ausweglosen Situationen befreien.
Mit von der Partie sind natürlich auch die sich ständig streitenden Tjure (Nic Romm) und Snorre (Christian A. Koch), der in die Jahre gekommene weise Urobe (Olaf Krätke), Gorm (Mike Maas), der ständig entzückt ist, der Barde Ulme (Patrick Reichel) und natürlich der gutmütige, große, starke und dicke Faxe (Jörg Moukaddam).
So unterschiedlich die Freunde aus Flake auch sind, eines gilt für alle: Sie halten zusammen, egal, was kommt... Nur was, wenn der Schreckliche Sven (Günther Kaufmann), der schlimmste Pirat aller Zeiten, auftaucht? Dann erst recht!
Eine gelungene Verfilmung. Natürlich mit den erwarteten Sprüchen aus der Feder von Bully Herbig. Der als spanischer Hofbericherstatter das ganze kommentiert.
96 Minuten kindlich leichte Kost.