filmfuzzy vom 01.10.2009?Soul Kitchen?
Fatih Akin, Türke, in Deutschland geboren und in Hamburg auf dem Kiez groß geworden. Seine Mutter legte großen Wert darauf, dass ihre beiden Söhne kochen lernen. Als Student der Hochschule für bildende Künste jobbte er in mehreren Lokalen in St.Pauli. Er weiß daher wie es hinterm Tresen zugeht. Also warum nicht einmal einen Film über eine Kneipe?
Zinos Kanzantsakis (Adam Bousdoukos) ist Betreiber des ?Soul Kitchen? einer Kneipe in Wilhelmsburg, einem Hamburger Vorort. Es gibt Supermarkt-Pizza, Fischfrikadellen mit Kartoffelsalat, Hacksteak-Hawaii und überbackene Nudeln. Aber seinen Stammgästen schmeckt es. Außerdem ist die Musik in Ordnung.
Doch Zinos klebt das Pech an den Hacken. Zuerst verabschiedet sich seine Freundin Nadine (Pheline Roggan), um für eine Zeitung als Korrespondentin in Shanghai zu arbeiten. Er bekommt einen Bandscheibenvorfall. Dazu vergrault sein neuer Koch Shayn mit seinen Speiseplan die Stammgäste.
Zur Krönung kommt auch noch sein Bruder Illias (Moritz Bleibtreu) als Knastfreigänger dazu. Aber auch das Finanzamt und das Gesundheitsamt machen Druck. Da wendet sich das Blatt: Nebenan macht eine Musicalschule auf. Die neuen Gäste lieben Shayns Essen und feiern zum Sound der Rockband seines Kellners Lutz (Lucas Gregorowicz). Zinos? Bruder Illias verliebt sich in die Kellnerin Lucia (Anna Bederke).
Das ?Soul Kitchen? spricht sich herum. Innerhalb kürzester Zeit ist es der angesagteste Laden in der Stadt. Doch Zinos kann den Erfolg nicht genießen, denn seine Fernbeziehung droht zu scheitern: Plötzlich will Nadine nicht mehr, dass er zu ihr nach Shanghai kommt. Kurzentschlossen kauft er sich ein Flugticket, um die Lage zu sondieren.
Er setzt seinen Bruder als Geschäftsführer ein. Dieser aber verzockt in der ersten Nacht das Lokal an den Grundstücksspekulanten Neumann (Wotan Wilke Möhring). Als Zinos davon hört geht der Punk erst richtig ab.
Es geht um Familie und Freunde, um Liebe, Vertrauen und Loyalität ? und um den Kampf für die Heimat als einen Ort, den es in einer zunehmend unberechenbaren Welt zu schützen gilt.
Ein detailgetreuer Film aus dem Kneipenmilieu. Mit hervorragen Akteuren und einer gut erzählten Geschichte, die durch die Musik das richtige Feeling bekommt. Folge ist der Spezialpreis der Jury der Filmfestspiele von Venedig für Soul Kitchen.
99 Minuten, der etwas andere Heimatfilm.
Ab 25. Dezember 2009 im KINO.