Regiedebüt der kanadischen Schauspielerin Sarah Polley: Fiona (Julie Christie) und Grant (Gordon Pinsent) sind über 40 Jahre lang glücklich verheiratet und genießen ihren Lebensabend zusammen. Doch Fiona leidet immer stärker unter Gedächtnisverlust und bald wird bei ihr Alzheimer diagnostiziert
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Seit 50 Jahren sind Fiona (Oscar®-Gewinnerin Julie Christie) und Grant (Gordon Pinsent) verheiratet; seine vereinzelten Seitensprünge sind Jahrzehnte her und Fiona hat ihm verziehen. Gelegentlich macht sie noch Andeutungen, die für Spannungen sorgen, dennoch verspricht der Lebensabend glücklich zu werden – bis Fiona immer stärker unter Gedächtnisverlust leidet und man Alzheimer bei ihr diagnostiziert.
Schon bald darauf beschließt sie, sich selbst in ein Pflegeheim, das auf Fälle wie ihren spezialisiert ist, einzuweisen. Zum ersten Mal in ihrer Ehe werden die beiden getrennt. Und eine altmodische Aufnahmebestimmung des Pflegeheims Meadowlake sieht vor, dass in den ersten 30 Tagen des Aufenthalts kein Angehöriger die Patienten besuchen darf, damit diese sich ungestört einleben können.
Als Grant seine Frau nach diesen 30, für ihn quälend langen Tagen erstmals besucht, erkennt Fiona ihn nicht wieder. Schlimmer noch, ihre ganze Zuneigung gehört jetzt vielmehr Aubrey (Michael Murphy), einem anderen Heimbewohner. Grant bleibt nichts anderes übrig, als seinen neuen Status als „Bekannter“, der Fiona täglich besucht, zu akzeptieren.
Als Aubrey jedoch eines Tages wieder von seiner Frau Marian (Oscar®-Gewinnerin Olympia Dukakis) nach Hause geholt wird und Fiona daraufhin in eine schwere Depression verfällt, erkennt Grant, dass ihm das größte Opfer an die gemeinsame Liebe noch bevorsteht...
A.G.wells vom 10.12.2007 Der Name Sarah Polley wird nur Insidern etwas sagen. Bisher war sie in zwei kleinen Filmen aufgetreten. Das hinderte sie aber nicht daran ihre erste Regiearbeit in Angriff zu nehmen. Herausgekommen ist eine wunderbare Adaption einer Kurzgeschichte der [mehr] kanadischen Schriftstellerin Alice Munro („The Bear Came Over the Mountains“).
Sie verliebten sich Hals über Kopf. Fiona (Julie Christie) und Grant (Gordon Pinsent). Jetzt sind sie seit mehr als fünfzig Jahren glücklich verheiratet. Sie freuen sich auf ihren gemeinsamen Lebensabend. Doch das Glück ist nicht ungetrübt. Fiona leidet immer mehr unter Gedächtnisverlust, bis man bei ihr Alzheimer diagnostiziert.
Sie selbst beschließt daraufhin, in ein Pflegeheim zu gehen. Grant ist wenig begeistert davon. Doch er beugt sich ihrem Wunsch. Seit sie geheiratet haben sind sie zum ersten Mal getrennt. Dazu kommt eine uralte Bestimmung des Pflegeheimes, dass nach der Einweisung 30 Tage lang jeder Kontakt verboten ist. Die Neuankömmlinge sollen sich so besser eingewöhnen.
Als Grant nach dieser, für ihn unendlicher Frist, seine Frau besucht, erkennt sie ihn nicht wieder. Aber es trifft Grant noch schlimmer, dass Fiona sich in Aubrey (Michael Murphy), einen anderen Heimbewohner verliebt hat. Er ist für sie nur noch ein „Bekannter“ der sie jeden Tag besucht. Grant erkennt, dass seine Liebe auf eine harte Probe gestellt wird.
Der jungen Regisseurin Sarah Polley ist ein überzeugendes Debüt gelungen. Mit hervorragend besetzten Charakteren. Allen voran Julie Christie, der diese Rolle eine weitere Oscarnominierung eingebracht hat. Ein ergreifender und zärtlicher Liebesfilm der aber sehr unverkrampft mit dem Thema Alzheimer umgeht. Ausgezeichnete Bilder von den Weiten Kanadas runden mit der sehr gut montierten Filmmusik das Ganze ab.
110 Minuten einfühlsam und ohne Hauch von falschem Kitsch. Sehenswert. Ab 06. Dezember 2007 im KINO.
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8martin vom 29.08.2010 Der deutsche Titel und der des Originals verdeutlichen die ganze Bandbreite der Problematik mit Alzheimerpatienten. Je nach Blickwinkel will man ?an der Seite? des geliebten Menschen bleiben und ist doch genau genommen ?ewig weit weg von ihm?, weil er gedanklich in einer anderen Welt lebt. Es ist ein beachtenswertes Regiedebüt von Sarah Polley, die wir bis dato nur als tolle Schauspielerin kannten. Sie hat einen sehr emotionalen aber auch informativen leisen Film abgeliefert, der auf äußerst einfühlsame Weise die Situation von beiden Seiten der Betroffenen beleuchtet und darüber hinaus auch noch ein Signal der Hoffnung setzt. Man erlebt die unerwarteten Krankheitsschübe, die Hilflosigkeit der Angehörigen, aber auch deren Unmut, wenn alles etwas zuviel wird. Ein Winterfilm, nicht nur in Bezug auf die Jahreszeit, in der er spielt, sondern er betrifft auch den Winter des Lebens. Julie Christie in einer ihrer beeindruckendsten Altersrollen. Außerdem ist Sarah Polley hier eine Anhängerin der Spiraltheorie: gleiche Bilder am Anfang wie am Ende, nur steht man nach allem einige Erkenntnisstufen höher.